Tuesday, March 02, 2010

Bundestags-RADAR

Ich spiele zur Zeit mit diesem kleinen Gimmick der SPON/Abgeordnetenwatch (ANGLIZISMUS!!! =)) Seiten. Wirklich einmal schön zu sehen, wie es denn in der Politik so zu geht und welche demographischen Verhältnisse dort herrschen (wem vertrauen denn die Wähler bzw. wie richten sich diese nach Geschlechtern).

Erst einmal vorweg,es gibt etwa doppelt so viele (unproduktive) männliche Politiker als weibliche: 417 vs. 205.

Nach Parteien sieht es dann so aus bei den Weibchen:

CDU: 42/194 (21,7%)
CSU: 6/45 (13,3%)
Linke: 41/76 (54%)
FDP: 23/93 (24,7%)
GRÜNE: 37/68 (54,4%)
SPD: 56/146 (38,4%)

Es zeigt sich deutlich, dass auf dem linken Rand des Politikertums wesentlich mehr Frauen sind (keine Linke Partei hat unter 30% Frauen), während die Rechte nur durch die liberale FDP gerettet wird, die hier führt. Als Ankedote (nicht als wissenschaftlich zu bewerten) deckt sich das mit meinen privaten Beobachtungen, in denen Frauen leichter durch Wohlfühl-Argumente bezüglich “sozialer Gleichmacherei” und “Umweltschutz” beeinflussbar sind und eher vor harten rationalen Entscheidungen zurück schrecken (es sei denn es geht ums private – eine Interessante Dichotomie). Dies ist nicht wirklich überraschend, sind doch Frauen viel öfter bereit auf der “Geber”-Seite zu sein, denn auf der “Nehmer”-Seite, d.h. Eigentum und Geld sind ihnen weniger wert.

Interessant ist eben, dass dies jene Frauen in die Politik lockt, die dann aber kein Problem haben Geld abzusahnen und anderen Menschen vorzuschreiben, was sie zu tun haben. Zieht Politik, wie bei den Männern, auch bei den Frauen nur die schlimmsten Typen an?

Doch gehen wir einmal weiter und schauen uns an wie es beim Alter aussieht:

20-30 Jahre: 13/622 (2%)

30-40 Jahre: 111/622 (17,8%)

40-50 Jahre: 190/622 (30,5%)

50-60 JAhre: 235/622 (37,8%)

60-70 Jahre: 127/622 (20,4%)

70-70+ Jahre: 10/622 (1,6%)

Ich glaube besser hätte man die umgekehrte Bevölkerungspyramide nicht mehr darstellen können. Bis 60 Jahre steigt die Anzahl pro Dekade-Alter der Politiker an und danach nimmt sie ab. Genauso wie eben unsere Bevölkerungsdichte nach Jahren auch aussieht.

Schade das nicht auch die Einkünfte aufgelistet werden, so kann man sich leider nur die Nebeneinkünfte anschauen.

Keine NEK: 463/622 (74,4 %)

Bis 3500 €: 39/622 (6,3 %)

3500 - 7000 €: 13/622 (2 %)

> 7000 €: 107/622 (17,2 %)

Fast 3/4 der Abgeordneten haben keine NEK, dass ist schon mal sehr interessant. Allerdings ist es auch interessant, dass die Meisten mit Nebeneinkünften (67%) gleich über 7000 € einnehmen. Wenn ich dem Spiegel einen Tipp geben kann, dann sollten sie nächstesmal auch noch die Gehälter und zusätzlichen Gehälter aus Staatsdiensten und Ausschüssen bzw. EU-Aufgaben hinzunehmen. Es wäre fairer und viel transparenter.

2 comments:

Niklas said...

Netter Kommentar, aber die Schlussfolgerungen bezüglich der Frauen in der Politik sind meiner Meinung nach sehr fragwürdig.

Bei der letzten Wahl haben zum Beispiel wesentlich mehr Frauen (29,6%) als Männer (24,8%) die CDU gewählt, vor diesem Hintergrund nun den Grund für mangelnde Repräsentanz in gewissen Parteien den Frauen zuzuschieben, mit der Begründung, dass diese angeblich lieber "Wohlfühl-Entscheidungen" vertreten, verkennt einfach, dass es für Frauen in den rechten Parteien immer noch wesentlich schwieriger ist Karriere zu machen als in den linken.
Parität bei den CDU-Ministern (3 von 7 + Kanzlerin) bestätigt da nur, dass einige Vorzeigefrauen genutzt werden um schlechter Presse in dieser Hinsicht vorzubeugen...

Die Verbindung zwischen deinen Vermutungen und dem Typus Frau der durch die Politik angelockt wird ist mir auch nicht ganz klar.
Von 37 grünen und 41 linken weiblichen Abgeordneten hat gerade mal jeweils eine mehr als 3 Nebeneinkünfte, eine ausgeprägte Mentalität "Geld abzusahnen" kann ich da nicht erkennen...

Ein kurzer Vergleich mit den CDU Frauen (9 von 42) hätte schnell gezeigt, das die eigentliche Verbindung zwischen "absahnen" und "Parteibuch" besteht, ein Drittel der CSU Fraktion und etwas mehr als ein Viertel der CDU'ler und FDP'ler haben mehr als 3 Nebeneinkünfte - im Gegensatz zu 8,9% SPD, 3,9% Linken oder 1,4% Grünen zeigt sich ziemlich eindeutig für wen MdB ein Nebenjob ist...

Allgemein sollten beim Bundestagsradar auch die relativen Anteile gezeigt werden, die absoluten Zahlen sind bei den unterschiedlichen Fraktionsgrößen nicht aussagekräftig und das Ausrechnen von Hand ist auf die Dauer sehr mühselig...

Max said...

Natürlichs ind sie fragwürdig, es ist auch mehr eine Anekdote, denn irgendwas was ich als allgemein bewiesen darstellen mag. Es ist nur genau so in meinem persönlichen Umfeld. Es kann natürlich einfach daran liegen, dass ich mit den "richtigen" Menschen verkehre =)

Es geht auch weniger um Leute die "Wählen", als darum, welche Leute sich denn für eine solche Karriere entscheiden. Vielleicht war das nicht klar genug herausgestellt.

Es stimmt, dass die dort aufgelisteten Nebeneinkünfte (welche leider nicht definiert wurden, d.h. was ist darin enthalten und was nicht) hauptsächlich von männlichen Politikern angenommen werden. Dennoch ist für mich der Beruf Politiker/in stets mit "Absahnen" verbunden, da meiner Meinung nach z.B. ein Schreinermeister bessere und mehr Arbeit verrichtet als ein Politiker.

Ich bin auch niemand der einem Parlamentarier vorschreiben möchte keinen Nebenjob zu haben, aber die Frage stellt sich ob unter "Nebeneinkünfte" eben auch Einkünfte aus gewissen anderen politischen Engagements enthalten sind. Wurde leider aus dem Flash-Program nicht deutlich.