Monday, April 10, 2006

Wie kann die TV-Landschaft auf das Internet reagieren

Ich denke jeder kann zu geben, dass das Internet eine der größten Chancen und Bedrohungen für den alteingesessenen TV-Markt sind. Zwar sind Pilot-Projekte, wie das von ABC.com wünschenswert und auch durchaus erfolgversprechend, jedoch gehen sie meiner Meinung noch lange nicht weit genug.

Es ist natürlich klar, dass die TV-Anstalten Geld machen wollen, d.h. sie müssen für ihren Content auch Geld verlangen können, etwas, dass im Internet und im Zeitalter von eDonkey und Bittorrent nicht mehr leicht ist.
Zu einfach ist das Kopieren und die Vervielfältigung von Serien und Feierabendfilmen mit den "neuen" multimedialen Methoden geworden, als das man auf altgediente Weise noch viel Geld machen könnte.
Jedoch gibt es eine Möglichkeit, dass Internet zu nutzen und zwar auch gewinnbringend und in Verbindung mit dem alten Markt.

Ich stelle es mir als eine Melange aus beidem vor, wobei man die Vorteile des alten Marktes (ein schnelles und breitgefächertes Netz), mit den Vorteilen des neuen Marktes Internet (Instant-Access, Kommunikationsfähigkeit, höhere Erreichbarkeit) kombiniert. Warum sollte man auch nicht Streamings der Top-Serien im I-net machen? Es kann sogar effektiv erfolgen, solange man dabei die Streams selbst werbungsfrei hält und dafür die Serien auf den neuen HD-TVs in hoher Auflösung anbietet. Dabei könnte man eventuell sogar so weit gehen, eine Hardwareblockierung einzubauen, um das Kopieren hochauflösender Inhalte (wie bei Premiere in Deutschland) zu verhindern. Denn selbst moderne DVD-Brenner oder gar Bluray oder PCs sind nicht in der Lage, ein unverschlüsseltes Digitalesignal aufzuzeichnen, denn dafür reicht die Bitbreite der heutigen Schnittstellen noch nicht.

Man könnte somit also zweigleisig fahren. Die Serien bzw. Spielfilme in normaler TV-Qualität für einen geringen Monatsbeitrag (oder mit Werbung) im Internet anbieten, allerdings die High-Quality Inhalte in HD-TV immer noch traditionell über das Kabel-Netz zu speisen.

4 comments:

Felix Benner said...

iTunes bietet ja bereits Serien zum Kauf an. Hierbei wird ein Softwareschutz verwendet. Ich denke, das könnte das Modell der Zukunft werden, wenn Apple und vor allem die Fernsehsender sich das trauen. Hier in Deutschland sitzt natürlich noch die GEZ auf der Schwelle. Außerdem sind Fernsehzuschauer gewohnt passiv zu sein. Die wenigsten werden sich überlegen wollen, wofür sie bezahlen wollen und daher mit der GEZ ganz zufrieden sein.

Max said...

Ja, wobei die Sache GEZ nochmal neu bewertet werden muss, wenn 2007 dann auch internetfähige PCs in das "GEZ-Angebot" großzügig miteinbezogen werden, um den öff-re. die Möglichkeit zu geben noch mehr qualitativ schlechtes TV-Programm zu produzieren, bzw. zu fördern.

Es war auch mehr an Privatesender in Übersee geknüpft, bei denen es ausser den C-Span und PBS Sendern keine staatlich-verordneten Sender gibt :)

Felix Benner said...

Ob das rechtmäßig ist, wage ich mal zu bezweifeln, aber natürlich bezweifel ich auch die prinzipielle Rechtmäßigkeit der GEZ. Ich werde jedenfalls, falls ich einen Bescheid bekomme Einspruch erheben und falls das nicht durchgeht (ich bin Rechtschutzversichert, ich klag also) dann versuche ich meinen Internetprovider dazu zu bekommen das Routing zu Servern des Ö.R.R. zu unterbinden. Mal schauen, wie weit man das Spiel treiben kann bis die Polizei vor der Türe steht.

Max said...

Leider steht sie heutzutage viel früher vor der Tür als früher, weil der Bürger viel krimineller geworden ist Oo

Ich wünsche dir auf alle Fälle viel Glück bei deinem Rechtsfeldzug, auch wenn ich befürchte, dass es ein Dead-End sein wird, da die Justiz in Deutschland Anweisungen aus der Politik bekommt..