Thursday, August 04, 2005

Querschnitt Irak-Krieg

Nach nun mehr 3 Jahren Irakkrieg lässt sich doch einmal Bilanz ziehen, was denn der Krieg gegen den gefährlichen Dikator und Al-Quaeda-Verfechter Saddam Hussein gebracht hat.

1. Er hat mit der Al-Quaida nichts zu tun, denn seine Herrschaft war rein sekulärer Natur (interessanterweise).

2. Saddam Hussein ist ein Massenmörder und böser Faschist gewesen (nichts neues hier).

3. Es gab keine WMD (und man wird auch nie welche finden).

So, bleibt der letzte Grund, die Demokratisierung des Iraks, und wie geht die voran:

Verbindung zwischen Shiiten-Herrschaft und den Irakischen Sicherheitskräften:
http://www.nytimes.com/2005/07/31/opinion/31vincent.html

Adam Reed über den Irak:
http://solohq.com/Spirit/News/739.shtml

Dr. William Marina:
http://hnn.us/articles/12790.html
http://hnn.us/articles/5025.html

Arthur Silber hat wieder einmal viele und sehr gute Artikel zu dem Thema Bush, Irak und Terrorismus: http://coldfury.com/reason/index.php

Allem Anschein nach sieht es nicht so aus, als würde der Irak das Demokratische Mekka des Nahen Ostens? Oder vielleicht wird es ja auch gerade das, ein Mekka, eine islamistische Demokratie. Warum auch nicht? Demokratie hat nichts mit den wahren Prinzipien der Freiheit zu tun, sondern in seiner heutigen Auslegung nur das Recht auf Wahlen, aber das hatte die DDR auch.
Terroranschläge gegen die US Armee, eine immer noch schwache Wirtschaft und letztlich eine Shiitische Regierung, die nichts lieber täte, als einen Gottesstaat a la Iran auszurufen.

Und das ist Demokratie und Freiheit made in den USA?

Nein, danke...

3 comments:

Alrik said...

selbst eine islamische Demokratie ist noch besser als eine saddamistische Diktatur.
Selbst wenn diese islamische Demokratie in einem Shiitschen Gottesstaat endet.
(Selber Schuld, wenn sie so wählen)

Ach ja, als weitern Grund für den Krieg könnte man nennen das die Embargos und Kontrollen die Saddam Husseins Regime an einer konventionellen und atomaren/chemischen/biologischen Wiederbewaffnung hindern sollten sind keine langfristige Lösung gewesen.
Die Probleme aus dieser Politik hatten die Amis dagegen:
So hat das Embargo dem Ansehen der USA geschadet und die Truppenstationierungen in Kuwait und Saudi Arabien zu den Anschlägen der Al Kaida geführt.

Saddams Regime zu stürzen ist dagegen eine langfristige Lösung gewesen.
In den guten alten Zeiten des kalten Krieges hätte man wohl eine US-Marionette instaliert (nicht das die Kommis in ihrem Block anders gehandelt hätten) aber die Zeiten sind ja vorbei...

Max said...

Ich glaube die Sunniten würden dir da sehr widersprechen und auch die Kurden fänden es bestimmt nicht schön in einem solchen Land zu leben. Auch die DDR Führung hat sich ja später immer wieder wählen lassen, weshalb Demokratie also noch lange keine freiheitliche Struktur sein muss.

Ich werde als libertärer bestimmt nicht mit UN Argumenten kommen, da diese internationale Institution ausser Korruption nicht viel zu bieten hat.
Desweiteren haben die Embargos der UN dem Land mehr geschadet als genutzt, da Saddam immer noch gemacht hat was er wollte und weder an Hunger noch sonst was gelitten hat.

Es hat aber keine Hinweise darauf gegeben, dass Saddam die Möglichkeit hatte sich wiederzubewaffnen. Seine Pläne lagen seit dem Ende des 1. Irakkrieges auf Eis und konnten nicht mehr durchgeführt werden.

Hätte es klare Indize für die Produktion von Langstreckenraketen plus chemischen/biologischen oder gar atomaren (ironischerweise produzieren ja die Iraner das jetzt) gegeben, dann hätte man darüber nachdenken können.

Zu letzt stellt sich dann noch die Frage, in wie weit ein Sturz zu einer verbesserten Struktur führen kann, wenn die Vorbilder fehlen. Andere "diktatorisch" geleitet Länder wie Dubai etc. sind wesentlich weiter als der Irak und prosperieren auch ohne Demokratie.
Jedoch kann auch eine Demokratie ziemlich schnell wieder rückfällig werden und muss nicht in der Konsequenz freiheitlich sein.

Meiner Meinung nach hätte die USA konsequenterweise Saddam schon im ersten Irakkrieg absetzen sollen/müssen und können, dass sie es nicht getan haben zeigt ihre wahren Prioritäten.

Wer weiß schon ob in diesem Fall eine demokratische Marionette vielleicht besser wäre als ein Shiitischer Staat?

Alles in allem seh ich das Auskommen des Irakkriegs als negativ und deshalb war es ein unbegründeter Krieg. Das einzige was die USA machen kann ist möglichst schnell abziehen, dann entzieht sie den Terroristen die Glaubwürdigkeit den satanischen Feind (USA) anzugreifen.

David Gonzalez said...

"Auch die DDR Führung hat sich ja später immer wieder wählen lassen, weshalb Demokratie also noch lange keine freiheitliche Struktur sein muss."
Doch, muss sie. Dass die Wahlen frei, fair, gleich und geheim sind, dass man die Regierung also durch Wählen auch loswerden kann, ist das Allermindeste. Und deswegen war die DDR eben keine Demokratie, egal wie sie von der herrschenden Bande genannt wurde.

Im Irak sieht das heute ein wenig anders aus, trotz aller Probleme. Immerhin kann nicht mehr an der schiitischen Mehrheit vorbeiregiert werden. Und wenn die schiitischen Politiker klug sind, werden sie Kurden und Sunniten angemessen an den Einnahmen aus dem Ölexport beteiligen und ihnen weitgehende Autonomie, auch in religiösen Fragen, für die mehrheitlich von Sunniten bzw. Kurden bewohnten Gebiete gewähren. Dann könnte das Land noch gerettet werden.