Thursday, October 15, 2009

Jeans-Herstellung

Ich habe mich ja gerade erst vor kurzem Über diesen "Bitfilmbeitrag" zum Thema Kleidungsherstellung und Prozesskette ausgelassen. In ihm wurde viel über den Preis von Jeans und dessen moralische Gerechtigkeit spekuliert.

Ich habe mich heute wieder daran erinnert, als ich zufällig eine Aufstellung des Kostenbeitrags bei einigen Produkten gesehen habe. Hierbei werden die reinen Logistikkosten und deren Anteil am Verkaufspreis aufgeschlüsselt. Dies ist von daher interessant, da diese gerade bei Nutzgegenständen, wie Jeans oder Blusen relativ hoch sind (24.7 % bzw. 15,1 %). Ein Großteil dieser Kosten kommen aus direkten Logistikkosten und dort vor allem aus den Transportkosten (1,38 €). Jedoch gibt es einen großen Unterschied zwischen Blusen und Jeans, letztere haben etwa 50 % der Logistikkosten aus indirekten Kosten (Lagerabwertung, Schwund, Margenverluste), während Blusen gar 80% der Kosten aus indirekten Logistikkosten verursachen. Das hat mich ins Grübeln gebracht, woher diese kommen? Kaufen Frauen so unvorhersehbar ein, dass tatsächlich die Supply Chain dermaßen schlecht organisiert ist?

Nun ja, neben den Logistikkosten für eine 12 Euro kostende Jeans (ohne MwSt) sind noch 10 % der Kosten, die den Preis ausmachen, Rendite. Weitere 50% sind Kosten der Verwaltung, Marketing und Rücklagen und der Rest sind Produktionskosten.

Es fällt mir schwer bei einer Rendite von 10% von ausbeuterischen Geizhälsen des Kapitalismus zu reden. 10 % von 12 euro sind gerade mal 1,2 € pro Jeans, die normalerweise an die Aktionäre ausgezahlt werden bzw. in der eigenen Tasche verschwinden... Und die müssen dann immer noch versteuert werden.

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