Monday, May 31, 2010

Horst Köhler – Bundespräsident 2004-2010

Tja, was soll man dazu sagen, er ist zurück getreten, weil er sich zu Einsätzen der Bundeswehr und deren Radius geäußert hat. Das Interview wurde überall nur auszugsweise zitiert, wodurch die profunde Erklärung Köhlers missverstanden wurde, zumindest teilweise.

Man kann schon zurücktreten, wenn man glaubt, dass die Meinung des Volks nicht mehr mit der eigenen übereinstimmt und deshalb ein Mandat als Präsident der DEUTSCHEN nicht mehr passen würde. Aber so wie es mir scheint, ist er zurückgetreten, weil ein paar Medien-Outlets und Parteipolitiker Stunk gemacht haben und Widerrede gaben. Dies deutet für mich auf wenig Sitzfleisch und ein großes Nervenkostüm hin, vielleicht ist es also besser so.

Generell ist Köhlers Bilanz als Bundespräsident durchwachsen, rr ist sicher kein Polemiker und Medien-Prinz. Eher war er leise und nur selten betont in den Medien erschienen und hat sein Amt leise und mit Würde bekleidet. Die paar Mal, in denen er sich zu Wort meldete und den Bundestag schalt oder die Regierungsweise als zu zögerlich empfand, war er doch immer zu verbindlich und “nett”.

In meinem Verständnis des Bundespräsidenten bildet dieser einen Kontrapunkt zu Bundestag und Bundesregierung, in dem er Probleme anspricht, die diese nicht ansprechen, aber auch bei schlechten Gesetzen generell blockiert. Und hier hätte ein kantigerer Bundespräsident mehr bedeutet, mehr gemacht, weshalb ich letztlich glaube das der Abschied nicht so schlimm sein wird.

Das wirklich negative an der Sache ist, dass jetzt der Herr Böhrnsen die Gesetze blockieren oder abwinken kann, bis es einen adäquaten Ersatz gibt.

Israel schießt auf Free Gaza Schiffe

Entrüstung scheint nach dieser Aktion der israelischen Streitkräfte im Westen und bei den diktatorischen Staaten des Nahen Ostens angebracht. Man kann jetzt über das Embargo der Israeli bezüglich dem Gaza-Streifen denken was man will (kreative schattenwirtschaft der Palästinenser hat ja dazu geführt, dass man jetzt auch Autos unter der ägyptischen Grenze schmuggelt), ich halte sie für eindeutig negativ, da Waffen leichter über Land geschmuggelt werden können. Die Blockade des Gazastreifens ist eine Fehlentscheidung und trifft wieder nur die Bevölkerung, die Israel eigentlich gewinnen möchte (und muss).

Doch das ist nicht der Knackpunkt dieses Artikels. Das ist auch nicht das Problem, dass diesen Zwischenfall definiert. Ich finde es heuchlerisch von der Hilfsorganisation Free Gaza, den Palästinensern und allen üblichen EU-Bürokraten, die “entsetzt” sind. Was genau haben denn die Leute auf den Schiffen erwartet, was passieren wird, wenn man widerrechtlich und gegen die Warnungen der Israeli versucht eine Blockade zu brechen? Glauben sie, dass Israel keine militärischen Mittel anwenden würde, wie dumm sind dann diese Aktivisten und wie erschreckend wenig wissen sie über den Nahen Osten?

Warum sollten sie eine extra Behandlung bekommen im Vergleich zu palästinensischen Schiffen? Warum sollten die Israeli nicht glauben, dass es sich dabei um Human Shields handelt, die nur vorgehalten werden für die eigentlichen Waffenlieferungen? Und wenn man sich dann auch noch zur Wehr setzt, dann kommt es eben wie es kommen muss: Menschen werden verletzt und schlimmstenfalls getötet.

Allerdings ist das nicht die Schuld der Israeli, sondern die Schuld der Organisation und aller Beteiligten. So etwas auf eigene Gefahr zu machen und das Risiko einzugehen, kann eben auch nach hinten losgehen, damit muss man rechnen. Sie haben diesen Vorfall provoziert und jetzt ist das Geschrei groß, dass etwas passiert ist was negativ für die Beteiligten abgelaufen ist.

Bei aller Zuneigung für die Sache, muss ich doch sagen: Dummheit schützt vor Strafe nicht…

Friday, May 28, 2010

Tutorial: Modellierung eines parallelen Hybridantriebs (Part II)

Im zweiten Teil dieses kleinen Tutorials (erster Part hier) geht es jetzt um die eigentliche “Modellbildung”, d.h. wir haben das Konzept erstellt und nun setzen wir es in ein Modell um. Hierzu müssen wir allerdings erst einmal vereinfachen, da sonst die Komplexität jeden Ansatz erschlagen würde. Natürlich könnte man versuchen alle Elemente in möglichst hohem Detailgrad abzubilden, allerdings würden dann selbst Mehrkern-PCs (und mit mehr meine ich mehr als 100) für eine Sekundeberechnungszeit ungefähr 1-2 h brauchen. Vereinfachen ist jedoch eine große Kunst in der Modellbildung, da man hier wissen muss, was man vereinfachen und wie man es vereinfachen kann, ohne das man wichtige Faktoren eliminiert.

2. Vereinfachung:

Gehen wir doch einmal den Antriebsstrang vom Verbrennungsmotor aus bis zum Rad durch und schauen uns an, was man vereinfachen kann.

2.1. Der Verbrennungsmotor:

Nun, der Verbrennungsmotor ist eine komplexe Maschine. Wenn man ihn im Detail simulieren würde, dann wäre dies eine Ansammlung an Unter-Programmen, hier ein kleiner Auszug: Kühlkreislauf, Verbrennerraum, Kolbenreibung, Einspritzsteuerung, Einspritzsystem, Verbrennungsprozess, Gesamtsteuerung, Abgasauslass, Pumpensimulationen etc. Es zeigt sich jedoch schnell, das für unser Problem eigentlich nur ein kleiner Teil dieser Simulationen auf einem einfachen Niveau ausreichen. Es interessiert uns nicht, was genau im Brennraum passiert, oder was die Peripherie mit der verbrannten Luft anstellt, oder woher die frische Luft kommt. Es interessieren zwei Dinge: 1. Drehzahl bei einer bestimmten Leistung bzw. Drehmoment und der Verbrauch bei dieser Drehzahl. Gleichzeitig wollen wir den Motor nur bei einem kleinen Leistungs und Drehzahlband betreiben. Es sind also folgende Größen wichtig:

  • Verbrauch(n, M)_opt = optimaler Verbrauch in einem Betriebspunkt
  • n_opt = optimale Drehzahl
  • n_ist = jetzige Drehzahl
  • M_opt = optimale maximales Drehmoment
  • M_ist = jetziges Drehmoment

2.2. Der Elektromotor:

Auch der Elektromotor kann sehr schnell komplex werden. Hier einmal ein kleiner Auszug der möglichen Simulationspunkte: Thermisches Management (Lüfter), dynamisches Verhalten und Regelung. Besonderes letzteres ist eine sehr aufwendige Differentialgleichung, die mehrere Veränderliche hat und dadurch schon bei kleinen Veränderungen sehr aufwendig zu lösen ist, da sie zeit- und ortsvariant ist. Aber auch hier können wir getrost vereinfachen, da wir keine realen Maschinendaten zur Verfügung haben. Man kann den Elektromotor in erster Näherung als Wandler ansehen, der mit einem gewissen Wirkungsgrad als Black-Box aus mechanischer Energie elektrische Energie macht. Er wandelt also:

Leistung (el) <-> Leistung (mech) => P_el = P_mech x eta_em

Was jetzt alles in das eta_em gehört, darüber kann man sich streiten, genauso wie die Höhe. Man sollte jedoch konservative Schätzungen annehmen, d.h. einen worst-believable-case. Welche Verluste können denn Auftreten? Nun, da sind einmal die Widerstandsverluste im E-Motor und dann die Reibungsverluste an den Lagern (und ggf. Kohlebürsten). Die Masse des Rotors erzeugt keine Verluste in der Bewegung, da diese Energie nur “zwischengespeichert” wird, sie wird beim Bremsen wieder zurück gewonnen. Wichtige Kenngröße des Elektromotors ist also:

  • Wirkungsgrad (Reibung, Widerstände)

2.3. Doppelschichtkondensator und Leistungselektronik:

Nun, die Leistungselektronik ist auch wieder eine komplexe Materie, deren Simulation sehr zeit- und rechenintensiv ist. Es soll hier davon ausgegangen werden, dass sie existiert und durch zwei Größen beschrieben wird:

  • U_ZK = mittlere Zwischenkreisspannung
  • eta_ZK = Wirkungsgrad der Leistungselektronik (innere Widerstände!)

Der Doppelschichtkondensator ist eigentlich ein komplexes Produkt aus verschiedenen parallel und seriell geschalteten Kondensatoren und Widerständen, die schwer zu modellieren sind und deren Verschalten sehr komplex sein kann, um eine kontinuierliche gleichförmige Entladung bzw. Ladung zu bekommen. Aus diesem Grund wird auch hier erst einmal gnadenlos vereinfacht, die weggelassenen Elemente werden hierbei (wie oben auch) als Wirkungsgrade zusammen gefasst:

  • C-Element (U, i) = traditioneller Kondensator
  • eta_DLC = Wirkungsgrad des Doppelschichtkondensators

2.4. gemeinsame Welle:

Theoretisch wäre auch die Welle ein wichtiger Einflussfaktor, besonders wenn Schwingungs- und Reaktionssimulationen gefordert werden. Hier hat die Welle jedoch nur eine einzige Funktion, sie verbindet die Elemente Verbrennungsmotor, E-Motor und Getriebe. Sie überträgt Drehmoment und Drehzahlen, an Ihr wird auch die mechanische Bilanz fest gemacht. Man kann sie also als masseloser Übertrager darstellen, denn auch hier gilt, wenn die Welle beschleunigt wird, wird die mech. Energie als Rotationsenergie zwischengespeichert (minus Reibungsverlusten!). Man könnte in einem zweiten Schritt darüber nachdenken einen Wirkungsgradverlust durch die Welle einzufügen!

2.5. Getriebe:

Das Getriebe kann wiederum, je nach Bauform, sehr komplex ausfallen, aber auch hier muss vereinfacht werden. Je nach Getriebe wird es also auf eine Black-Box reduziert, d.h. es gibt Ein- und Ausgang für Drehzahl und Drehmoment und einen Abzug durch einen Wirkungsgradkoeffizienten.

Wie man sieht, kann hier viel verallgemeinert werden, besonders wenn reale Werte nicht ermittelbar, verfügbar oder ableitbar sind.

Im nächsten Part beschäftige ich mich dann mit der Umsetzung dieses abstrakten Models in eine mathematische und physikalische Formulierung, die man dann in Matlab umsetzen kann.

Tutorial: Modellierung eines parallelen Hybridantriebs (Part I)

Gerne wird in letzter Zeit das Thema Modellierung verwendet, vor allem in den News. Doch wie modelliert man denn, wie ist das Vorgehen und worauf muss man achten, dass wird der Öffentlichkeit nur selten erklärt. Oft scheint es auch so, als ob dies den Wissenschaftlern selbst oft nicht mehr interessiert, wenn man z.B. Klimamodellierung anschaut.

Die Grundprämisse ist eigentlich relativ einleuchtend und simpel:

Das Modell soll die Realität so genau wie möglich und so komplex wie nötig abbilden.

Wichtig ist hierbei das Wort “REALITÄT”, d.h. es muss vergleichbar oder zumindest validierbar sein.

Als Beispiel Problem mit aktuellem Bezug möchte ich einen Hybridantriebsstrang modellieren, hierbei habe ich mich für den parallen Hybridantrieb entschieden. Er hat gewisse Vorteile und Nachteile.

Vorteile:

  • Elektromotor und Verbrennungsmotor können auf einer Welle sitzen
  • Einsatz von Doppelschichtkondensatoren anstatt Batterien
  • Einsatz von traditionellen Getrieben möglich (Wirkungsgrad optimierung)
  • kleiner, stark-spezialisierter Diesel-/Benzinmotor möglich
  • Downsizing-Potential groß!

Nachteile:

  • Möglicherweise mehrere Elektromotoren (Getriebe) notwendig
  • Robustheit?
  • Steuerung

Und wie sieht jetzt dieser Antriebsstrang aus? Auf der folgenden Abbildung ist das Konzept einmal dargestellt.

image

Man sieht, dass Verbrennungsmotor, E-Motor und der Eingang des Getriebes auf der selben Welle platziert wurden. Der E-Motor kann dabei mit drehen, ohne das er Energie aufnimmt oder abgibt. Das Getriebe überträgt Drehmoment und Drehzahl auf die Achsen und diese dann auf das Rad. Der E-Motor ist über eine Leistungselektronik an den Doppelschichtkondensator (Energiespeicher) angeschlossen. Das Getriebe kann in verschiedenen Versionen angefertigt werden, je nach Präferenz. Möglichkeiten sind hier eine Elektromotor/-generator-Kombo zur Drehzahlgestaltung, ein Ketten- oder Band-CVT oder eine herkömmliche Kupplungsautomatikschaltung (DSG oder einfach).

Bevor wir zur Modellierung übergehen, noch ein paar Worte zum Prinzip dieser Anordnung. Rein elektrisches Fahren ist hier nicht gewollt, stattdessen stehen Verbrauchsoptimierung und Wirkungsgradverbesserung im Vordergrund. Der Grundgedanke ist, dass Beschleunigungsabschnitte die größten Leistungsanforderungen an den Verbrennungsmotor stellen und somit der Motor größer dimensioniert werden muss, obwohl diese Abschnitte an der Gesamtfahrtzeit meist nur einen Anteil von ein paar Prozent haben.

Ein exemplarischer Fahrzyklus aus zwei Beschleunigungen und zwei Bremsungen sähe dann wie folgt aus:

image

Man sieht, dass das Fahrzeug eine notwendige Maximalleistung von 100 kW hätte, der Verbrennungsmotor allerdings nur 15 kW Dauerleistung abgeben muss. Dies ist kein reales Beispiel, sondern eine ideale Konzeptstudie. Man sieht, dass die Leistungsanforderungen durch Beschleunigung und Bremsen durch den elektrischen Teil des Antriebsstranges abgefangen werden. Man kann auch bemerken, dass die Größten Leistungssprünge bei Beschleunigung und Bremsen auftreten. Es sollte also, zum Ausgleich dieser Sprünge, ein Leistungsspeicher verfügbar sein, der schnell hohe Leistungen abgeben und aufnehmen kann: Ein DLC (Doppelschichtkondensator).

Jetzt da das Prinzip erklärt und hoffentlich verstanden ist, können wir zur eigentlichen Modelbildung übergehen. Mehr dazu in Part II.

Elektromobilität und Einsatzorte

Man denkt ja gerne daran das Elektromobilität überall zum Einsatz kommen wird, doch wie bei fast allen Entwicklungen werden sich auch hier Nischen bilden, in denen es sinnvoll ist.

Wer das nicht glaubt, der vergisst wie speziell das Automobil ist, in gewisser Weise. Große Lasten in den USA werden von einer Küste zur Anderen meistens mit Hilfe von Schiffen oder Frachtzügen befördert, seltener per Truck. Selbst das reine Automobil gibt es mit verschiedenen Ausstattungen, um sich den verschiedenen Regionen und Gegebenheiten anzupassen: größere Kühler für Wüstenregionen, Batteriewärmer für Finnland.

Warum sollte dies also beim Elektroautomobil anders sein. Bisher beschränkt die Leistungsdichte von Batterien, aber auch ihre Energiedichte, das Einsatzgebiet stark. Je größer eine Batterie ist (d.h. je mehr kWh drinnen stecken), desto länger dauert es sie aufzuladen. Dies ist eine hohe Hemmschwelle, denn wenn man mit den Kiddies in den Urlaub fahren möchte und alle 200 km 60 min warten muss bis der Batterieblock aufgeladen ist, dann ist dies ein echtes Hindernis.

Wo also lassen sich E-Autos einsetzen und wann? Nun, Inseln wären ein interessanter Einsatzort, da die Entfernung erst einmal etwas eingeschränkter ist. Ansonsten wären Elektrolösungen dann sinnvoll, wenn man nur kurze Strecken fährt (Pendelverkehr), dann jedoch vielleicht als vom Betrieb gestelltes Auto.

Letztlich kommt es darauf an, ob man in der Zukunft Batterien herstellen kann, die 500-600 km leisten (Energiedichte) bei geringem Gewicht und gleichzeitig innerhalb von 10 min betankt sind (hohe Leistungsdichte). Dies hört sich schwer an und das ist es auch, ich sehe keine Batterietechnik, die in den nächsten 5 Jahren einsatzbereit ist (in der gewünschten Menge), die dies erreichen könnte, denn selbst 200 km sind schon schwer.

Welche Alternativen gäbe es? Nun, der Volt/Ampere stellt eine solche Alternative da, wobei er kein reines Elektroauto ist, sondern ein Hybrid. Er ist jedoch, so zu sagen, die Krönung der Hybridlösungen, was das Downsizing angeht. Der Hauptantriebsstrang ist, im Gegensatz zum Prius von Toyota, elektrisch, der mechanische Teil ist der Subantriebsstrang. Das mag nach nicht viel klingen, ist aber essentiell, um ein Verständnis für diese Konstruktion zu bekommen.

Der Vorteil ist die Kombination von Kurzstrecken- (elektrisch) und Langstreckenfahrzeug (elektrisch-chemisch). Beim täglichen Pendelverkehr wird der Volt elektrisch fahren und das wird vollkommen ausreichen, da man ihn bei der Arbeit oder Abends an eine Stromanbindung stecken kann. Aber man kann auch mit dem Volt in den Urlaub fahren, dann springt bei Langstreckenfahrten der Verbrennungsmotor an und generiert per Elektrogenerator Strom. Der Vorteil ist ein kleines Kraftwerk (VKM-Motor), dass wenig Leistung hat und damit Platz frei gibt, der von kleinen E-Motoren (Radnabe) und Batterie+Generator genutzt werden kann. Damit wird der Gewichtsunterschied zwischen klassischen Benzinern und dem Volt gering gehalten.

Was ließe sich daran noch ändern? Nun, mein Vorschlag wäre ein Paralleler-Hybridmotor auf Basis von Doppelschichtkondensatoren. Der Aufbau sähe wie folgt aus:

image

Die Idee ist, dass der Verbrennungsmotor konstant in einem kleinen optimalen Bereich läuft. Wenn nun beschleunigt werden muss, oder gebremst werden muss, dann liefert der Leistungsspeicher über den Elektromotor die Leistung, bzw. nimmt sie auf. Das CVT (oder Automatikgetriebe) steuert hierbei die Übersetzung und Geschwindigkeit, um den Motor in einem bestimmten Drehzahlbereich zu halten.

Thursday, May 27, 2010

Der Spiegel und Rechtsextreme

Ein alternativer Titel wäre: Der Spiegel kennt schon nicht mehr den Unterschied zwischen Konservativen und Rechtsextremen.

Sicher, wenn man die deutsche Betrachtung des “Rechtsextremismus” anschaut (alles links von der SPD), dann ist so ziemlich jeder Amerikaner rechtsextrem. Hier greift der Spiegel aber mal wieder zur Ignoranzkeule und vergießt Angst und Häme über ein Konglomerat von Konservativen, Libertären und Idioten, ohne dabei zu differenzieren oder das Problem überhaupt zu verstehen.

Es ist für nicht sehr belesene Europäer schwer die USA und ihre Geschichte zu verstehen. Die wenigsten Leute wissen heute noch, dass die Demokraten früher in den Südstaaten dominierten und für die Sklavenhaltung waren. Aber das hindert offensichtlich gewisse Leute nicht, trotzdem einfach mal als “Experte” aus den USA zu schreiben.

Es wird wieder die Tea Party Bewegung angegriffen (eine der friedlichsten Bewegungen der letzten 30 Jahre) und der Konservative Grass-Root Kentucky-Gewinner Rand Paul. Natürlich ist er den Spiegel-Redakteuren und Big Government-Fans ein Dorn im Auge, will er doch eine Art Lean State einführen, der ähnlich zu Toyotas Lean Production in erster Linie den Staat verschlanken, optimieren soll und mehr Eigeninitiative und Verantwortung an seine Bürger geben will (Eben das was das Toyota Produktionssystem auch macht, nur eben industriell).

Es wird ein Einzelfall zitiert, in dem ein Idiot und sein Sohn eine Polizeikontrolle angreifen und erschossen werden. Hierbei wird dann, ähnlich wie bei Computerspielen, die Vergangenheit des Täters durchleuchtet und alles auf seine Anti-Staatshaltung projiziert. Jetzt sind natürlich alle ähnlichen Personen genauso im Visier und das obwohl sie immer friedlich waren.

Aus Einzelfällen eine Epidemie zu konstruieren, darin sind die Medien und besonders auch der Spiegel gut, sei es nun H1N1 oder Computerspiele oder Gotcha/Paint Ball Spieler. Und so wird auch dieser Einzelfall wieder unwirklich aufgebauscht. Dabei geht eine ganz reale Gefahr unter: Polizeikontrollen sind in den USA tatsächlich gefährlicher geworden, was am War on Drugs liegt und der Militarisierung der Polizei (Wenn man schönes neues Spielzeug hat, möchte man es auch einsetzen).

Dann werden im Artikeln kurz noch die Gesundheitsreform-Gegner als Verrückte dargestellt, weil sie einen “Armageddon” befürchten, was sich aber nicht auf den Untergang des Menschen, sondern auf den Zusammenbruch der Staatsfinanzen bezieht. Und in der Tat sollten hier Europäer den Mund halten, sehen doch unsere Renten- und Gesundheitssysteme alles andere als robust aus!

Es ist interessant zu sehen, wie sehr sich der Spiegel in den USA auf eine Fringe-Bewegung einschwingt, die in dieser Form von einer Minderheit befürwortet wird. Die Mehrheit der Tea Party Leute sind friedlich und wollen nur Ihre Sorgen zu gehör bringen.

On LoL-Cats

What is it with nerdy internet people and those stupid cat/dog/hamster/XXX-shots that were then edited in paint with “cool” phrases (like a cat saying: I changed your RAM). I don’t get it. Perhaps I am not the right kind of guy, because I don’t think Jay Leno funny or Saturday Night Live. I am more a fan of Monthy Python, George Carlin and others, so maybe I am just not into this obvious stuff.

I can get cute animals, but this is by far too stupid to be only cute. I mean a hamster with a mini-gun is cool, but why do you have to write some sh*t on it?

Wednesday, May 26, 2010

Mass Media – Being Ignorant in the Face of the Obvious

Captain Obvious couldn’t spell it better than a Rockstar Employee in this article:

Our games are not designed for young people. If you’re a parent and buy one of our games for your child you’re a terrible parent. We design games for adults because we’re adults.

Yeah, after all, it is the fault of parents who seem to be to ignorant or uneducated to understand, that a game named “Grand Theft Auto” might not be for a six year old boy/girl. It is like you would give your child a movie as a present with the movie being Slasher – The Return. What do you actually expect this movie/game to be like? A child-friendly goody-goody movie?!

It says something about the state of the world and our infantilization that questions like this aren’t answered by the media or the parents, but instead laid to the feet of a supposedly strong state. I am really asking myself, where all the imbeciles come from. Is there some natural veil of ignorance that separates common sense people and sheeple?

Was Ich Anschaue – TV Edition

Nun, erst ein Mal muss ich sagen, ich schaue kein deutsches Fernsehen, sondern einzig amerikanische Originalserien, wobei hier mein Schwerpunkt auf HBO (Home Box Office) und Showtime-Serien liegt, wobei auch NBC und ABC manchmal noch die ein oder andere gute Serie haben.

1. Mad Men: Drei Staffeln gibt es nun schon, was gut ist, da ich nicht gerne eine Serie anfange und dann warten muss bis alle Folgen da sind. Ich weis, dass ist der Sinn von Serien, aber für mich ist das ärgerlich (weshalb ich die DVD/Blue Ray – Boxen super finde).

Mad Men handelt von den Werbeleuten auf der Madison Avenue (abkürzung für die Berufsbezeichnung ist : “Mad Men”) in den 50er Jahren in New York City. Schön ist die realistische Darstellung dieser Zeit mit all seinen heute unmöglichen Einstellungen zu Schwarzen, Rauchen, Alkohol und Frauen. Es wird ein nicht unerheblicher Teil der Serie mit Rauchen (auch im BETT!!), Alkohol trinken und Fremdgehen verbracht. Es zeigt sich auch gleich, dass Scheidungen damals ein Tabuwort waren, denn selbst mit einem fremdgehenden Mann ist es gesellschaftlich besser verheiratet zu sein, sonst gilt man als Ausgestoßene und seltsame Person. Schwarze und Frauen werden nicht als gleichwertige Mitarbeiter behandelt, sondern sind Zubringer, wobei Frauen es noch besser haben als Männer. Der Hauptdarsteller, welcher den Hauptcharakter Don Draper (einen Lügner, Fremdgeher, Hochstapler, aber sehr erfolgreicher und nicht rachsüchtiger Werbemann) spielt, ist ein Volltreffer, er sieht schon aus wie der Traummann der 50er Jahre und ähnelt dem Malboromann auch im Konsum der Zigaretten. Seine Frau ist Hausfrau, naiv und unbefriedigt. Sie kommt damit nicht klar, dass sie ihre Karriere und ihr Leben für Ihren Mann aufgegeben hat, denn sie ähnelt im Aussehen “Grace Kelly”. Um dieses Gespann entwickeln sich Figuren einmal im Büro in New York City, aber auch im suburbanen Familienhaus außerhalb der Stadt. Mehr sei hier nicht verraten – Anschauen!

2. In Treatment:

Eigentlich schon eine ältere Serie, die jedoch keinesfalls von ihrem Charme und ihrer Dramatik verloren hat. Die Serie ist eine US-Umsetzung einer israelischen Show über einen Therapeuten, hierbei werden in 20 min Segmenten immer die Sitzungen von verschiedenen Kunden über mehrere Wochen gezeigt. Patienten sind ein Paar, dass sich ums Kinderkriegen streitet, eine Frau, die sich von ihrem Freund trennen will, weil dieser sie zum Heiraten zwingen mag, eine junge Ausnahmesportlerin, die unter Suizidverdacht steht, ein Ex-Armyveteran aus dem Irakkrieg. Daneben geht auch des Therapeuten’s Familie zu Bruch, da seine Frau fremdgeht und er sucht Unterstützung bei seiner ehemaligen Mentorin. Sehr eindringliche Gespräche, die sehr nahe an der Wirklichkeit der therapeutischen Stunden sein soll, was ich nicht bezeugen kann, da ich bisher keine hatte. Definitiv ein Must-See

3. Generation Kill:

HBO Miniserie über das 1st Aufklärungsgeschwader der Marines im 2. Irakkrieg. Es ist die Verfilmung des Buches von Evan Wright, der in dem Platoon embedded war (Rolling Stone Redakteur).

Es zeigt die grauen Seiten des Krieges und die vollkommene Planlosigkeit des Vorgehens. Man sieht die Hauptdarsteller in einem Krieg, in dem Gegner und Freund kaum zu unterscheiden sind, in dem der Fußsoldat keine Bedeutung mehr hatte und wie unvorbereitet doch das größte Militär der Welt auf einen solchen Krieg war. Es kritisiert Krieg, ohne sich über die Soldaten lächerlich zu machen. Es ist auf alle Fälle eine bessere Serie als Jarhead ein Film.

Lost – letzte Folge und Review

Achtung, ab hier gibt es einen Haufen Spoiler!!!

Wer also das Finale noch nicht gesehen hat, sollte ab hier erst ein Mal nicht weiter lesen und es anschauen.

Ich bin hin- und hergerissen, ob das Finale jetzt gut war oder nicht. Es passte sicherlich zum gesamten Konzept, aber es erfüllte nicht die Koheränzerwartung und das Aha-Erlebnis, welches immer propagiert wurde. Es scheint so, als wäre die Stoßrichtung klar gewesen und auch schon die letzte Szene, jedoch nicht die einzelnen Staffeln. Auch passen einige alte Szene nicht mehr in das Kostüme der letzten 2 Staffeln und es gibt viele kleine Unstimmigkeiten, die man nicht einfach mit der mythischen Energie der Insel erklären kann.

Es ist in seiner ausgeklügelten Gestalt kein Babylon 5 geworden, keine Geschichte über 5 Jahre, die in seiner Gesamtheit ein koheräntes Werk präsentiert, klassische dramatische Kunst, wie sie schon in Büchern von Schiller zelebriert wurde.

Nein, Lost ähnelt eher einem H.P. Lovecraft Roman oder einem Tarantino-Werk. Philosophisch geht es um die Frage “Tod und wie verarbeiten wir ihn”. Wer die letzte Folge gesehen hat, der kann dies bestätigen, genauso wie die Tatsache, dass es realistisch das Leben wieder gibt: Auf eine Frage folgen viele weitere Fragen, aber kaum Antworten.

Ein Beispiel für eine Antwort aus der letzten Folge: Warum zog Desmond den “Stöpsel” erst heraus und wurde dann wieder rückgängig gemacht. Nun, nur durch das entfernen des Stöpsel konnte das “Black Smoke Monster” verwundbar werden, darauf wurde in der Episode auch mehrmals angespielt (genauere Infos findet man auf der Lostpedia!").

Doch wer Lost als Gesamtwerk sehen möchte, der muss sich auf die Nicht-lineare Erzählweise einstellen und einlassen. Wenn man im Nachhinein die Story chronologisch ordnen würde, dann würde sich ein kohärenteres Bild darstellen:

Hintergrundgeschichte –> gestrandet auf der Insel –> Versuch von der Insel zu gehen –> Was wäre wenn es nie passiert wäre –> H-Bombe –> Finale –> Alternate Universe

Neben dem nicht-linearen Handlungsstrang der Flash-Backwards/-Forwards/-Sidewards wurden in fast jeder Episode viele klassische Literaturtechniken eingesetzt. Neben Referenzen zu anderen populären und klassischen Serien/Filmen/Büchern wurden immer Metaphern, Ironie, Wiederkehrende Elemente, Foreshadowing, Symbolismus, Juxtaposition. Es ist keinesfalls eine Ansammlung abgeschlossener Episoden, quasi einer Markow-Kette der Serienstruktur, die allein auf die Zukunft zielen. Lost befindet sich eher in der Tradition intelligenter Serien, die immer wieder von der Vergangenheit leben und nur durch sie verstanden werden können. Hier ein paar Beispiele aus der letzten Folge:

  • Verweis auf The Incident Part 2: Jack erzählt Desmond, dass die Geschichte nicht veränderbar ist und er es in der Vergangenheit mehrmals versucht hat.
  • Verweis auf die erste Episode, in der Jack seine Augen öffnet und sich an der selben Stelle befindet, wie am Ende der letzten Folge, nur diesmal schließt er die Augen. Selbst die Wunde ähnelt der Wunde in der ersten Episode. – Pilot, Part 1
  • Fake Locke und Jack schauen in die Höhle des goldenen Lichts auf Desmond hinunter, was der selben Kameraeinstellung ähnelt, die es bei der Bunkeröffnung gab (damals auch Locke und Jack und Desmond im Bunker). – Exodus Part 2

Dies sind nur Auszüge, und wenn man die Episoden durchgeht, dann findet man wirklich hunderte dieser Verweise/Anspielungen und Symmetrien.

Wenn man also eine Serie braucht, mit der man gerne mal einen besserwisserischen Bücherwurm oder Intellektuellen davon überzeugen möchte, dass TV Serien schon lange nicht mehr die Trash-Kultur der 90er ist, dann ist LOST eines der besten Beispiele!