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Thursday, May 27, 2010

Der Spiegel und Rechtsextreme

Ein alternativer Titel wäre: Der Spiegel kennt schon nicht mehr den Unterschied zwischen Konservativen und Rechtsextremen.

Sicher, wenn man die deutsche Betrachtung des “Rechtsextremismus” anschaut (alles links von der SPD), dann ist so ziemlich jeder Amerikaner rechtsextrem. Hier greift der Spiegel aber mal wieder zur Ignoranzkeule und vergießt Angst und Häme über ein Konglomerat von Konservativen, Libertären und Idioten, ohne dabei zu differenzieren oder das Problem überhaupt zu verstehen.

Es ist für nicht sehr belesene Europäer schwer die USA und ihre Geschichte zu verstehen. Die wenigsten Leute wissen heute noch, dass die Demokraten früher in den Südstaaten dominierten und für die Sklavenhaltung waren. Aber das hindert offensichtlich gewisse Leute nicht, trotzdem einfach mal als “Experte” aus den USA zu schreiben.

Es wird wieder die Tea Party Bewegung angegriffen (eine der friedlichsten Bewegungen der letzten 30 Jahre) und der Konservative Grass-Root Kentucky-Gewinner Rand Paul. Natürlich ist er den Spiegel-Redakteuren und Big Government-Fans ein Dorn im Auge, will er doch eine Art Lean State einführen, der ähnlich zu Toyotas Lean Production in erster Linie den Staat verschlanken, optimieren soll und mehr Eigeninitiative und Verantwortung an seine Bürger geben will (Eben das was das Toyota Produktionssystem auch macht, nur eben industriell).

Es wird ein Einzelfall zitiert, in dem ein Idiot und sein Sohn eine Polizeikontrolle angreifen und erschossen werden. Hierbei wird dann, ähnlich wie bei Computerspielen, die Vergangenheit des Täters durchleuchtet und alles auf seine Anti-Staatshaltung projiziert. Jetzt sind natürlich alle ähnlichen Personen genauso im Visier und das obwohl sie immer friedlich waren.

Aus Einzelfällen eine Epidemie zu konstruieren, darin sind die Medien und besonders auch der Spiegel gut, sei es nun H1N1 oder Computerspiele oder Gotcha/Paint Ball Spieler. Und so wird auch dieser Einzelfall wieder unwirklich aufgebauscht. Dabei geht eine ganz reale Gefahr unter: Polizeikontrollen sind in den USA tatsächlich gefährlicher geworden, was am War on Drugs liegt und der Militarisierung der Polizei (Wenn man schönes neues Spielzeug hat, möchte man es auch einsetzen).

Dann werden im Artikeln kurz noch die Gesundheitsreform-Gegner als Verrückte dargestellt, weil sie einen “Armageddon” befürchten, was sich aber nicht auf den Untergang des Menschen, sondern auf den Zusammenbruch der Staatsfinanzen bezieht. Und in der Tat sollten hier Europäer den Mund halten, sehen doch unsere Renten- und Gesundheitssysteme alles andere als robust aus!

Es ist interessant zu sehen, wie sehr sich der Spiegel in den USA auf eine Fringe-Bewegung einschwingt, die in dieser Form von einer Minderheit befürwortet wird. Die Mehrheit der Tea Party Leute sind friedlich und wollen nur Ihre Sorgen zu gehör bringen.

Monday, March 15, 2010

Rand’scher Moment – According to their Need

Wow, der SpOn startet die Woche ja schön mit einem Artikel, der könnte direkt aus Atlas Shrugged kommen.

Kurze Zusammenfassung:

Frankreich (stellvertretend) möchte das Deutschland weniger exportiert, weil das starke und übermächtige Deutschland damit die minderbemittelten Staaten in Europa benachteiligt! Deutschland hätte ein nicht-nachhaltiges Modell aus kompetitiven Marktmaßnahmen, liberalerem Arbeitsmodell usw.

Das Deutschland jedoch die niedrigsten Arbeitskosten hat, ist Schwachsinn, allein Polen hat niedrigere Arbeitslohnkosten, sind sie deshalb Hauptexporteur?

Hier sollte man eindeutig auf Don Boudreaux verweisen (@Cafe Hayek), der mit solchem Schmarrn schon länger aufräumt. Ein Handelsdefizit (d.h. ob man Export- oder Importnation ist) ist schon oberflächlich in einer Freihandelszone schwer auszumachen. Erstens werden für die Handelsbilanz hauptsächlich Sachgüter verwendet, d.h. man kann Nettoexporteur sein und trotzdem Geld “verlieren”, da Investitionsgüter hier nicht berücksichtigt werden. Die USA ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass zwar Jahr für Jahr negative Bilanzen aufweist, aber TROTZDEM wächst! Die USA verlieren kein Geld, weil globale Konzerne länderübergreifend arbeiten. Dieses Problem wäre akut, wenn die USA hohe Arbeitslosigkeit hat (> 50%), aber stattdessen sind die meisten in der Serviceindustrie angestellt, die generell KEINE Güter produziert, dennoch bekommen die Arbeiter ihren Lohn, meist von Unternehmen, die Güter auch im Ausland einkaufen. Man kann also durchaus eine negative Handelsbilanz haben und damit gut leben.

Das Problem jedoch, dass sich daraus ergeben kann, ist das der Dollar abgewertet werden muss gegenüber den Exportwährungen (was auch passiert). Dies würde über kurz oder lang die Handelsbilanz wieder ausgleichen. Dies ist jedoch im Euroraum nicht möglich (wie auch INNERHALB der USA nicht, trotzdem funktioniert es) und führt gerade bei Krisen und weiteren ökonomischen Problemen der Länder zu Spannungen. Dies liegt jedoch nicht an der Handelsbilanz, sondern am starren Euroverhältnis.

Es ist also Schwachsinn Deutschland für seine Exportleistung zu bashen, wenn man Deutschland für andere Dinge viel eher zur Verantwortung ziehen sollte (warum Griechenland bail-outen?!).

Thursday, December 17, 2009

Leserbrief – Spiegel

So, da hier die Heizung zur Zeit nicht geht, habe ich mich an einen Leserbrief gesetzt, damit zumindest meien Finger warm bleiben. Anlass ist ein recht polemischer Bericht auf SpiegelOnline über die Strommisere in France.

Sehr geehrter Herr Simons,

sie scheinen kein Fan von Atomstrom zu sein, wie man dem Artikel entnimmt. Trotzdem ist schon ihre Überschrift nicht ganz richtig. Erstens ist kaltes Wasser für die Produktion von Atomstrom besser als wärmeres Wasser (größeres deltaT und dadurch besserer Wirkungsgrad). Das Kraftwerke Probleme bereiten ist gänzlich unabhängig von Atomstrom ein Fakt mit dem auch Deutschland zu kämpfen hat (sei es bei Wasserkraftwerken mit Turbinenproblemen bis hin zum Windkraftwerken bei zu hohen Windstärken).

Normalerweise sollten natürlich Atomkraftwerke im Sommer in Revision gehen und notwendige Wartungsarbeiten durchführen, da jedoch die Vorschriften für Atomkraftwerke doppelt so streng sind, wie für alle anderen Kraftwerke, kann hier schon eine Sache wie z.B.: "Hausmeister vergisst Schlüssel abzuziehen" zu einem Stillstand des Kraftwerkes führen (nur ein wenig übertrieben).


Ähnlich lapidar, wie sie, hätte man auch argumentieren können, dass durch mehr CO2, die Temperatur (nach IPCC) um bis zu 6 °C steigen soll und es somit nicht zu solchen Problemen kommen würde. Es ist sogar ein sehr gutes Beispiel dafür, warum kältere Temperaturen für den Menschen viel gefährlicher sind.


Man sollte ausserdem darauf hinweisen, dass Deutschland übers Jahr gesehen ein Netto-STromimporteur aus Frankreich ist und das mit der Schließung unserer AKWs nur noch verschärft wird. Letztlich werden wohl die EVUs in Deutschland doch noch ihre Rücklagen für die Endlagerbildung ausbauen müssen, da die Franzosen uns ihren Atommüll aufdrängen werden, da wir ja ihren Strom auch mitnutzen. Das sich dies jetzt einmal umkehrt und vor allem hier auch die Schweizer sich ins Fäustchen lachen (kassieren sie ja bei den Deutschen schon normalerweise doppelt ab), da diese einfach ihre Stauseewasserlaufwerke einschalten und den Spitzenstrom zu Spitzenpreisen abgeben können.


Im nächsten Artikel sollten sie weniger Schadenfreude präsentieren als die Dinge hintergründiger zu untersuchen. Denn eine Alternative zur Elektroheizung heißt Gas- und Erdöl und das wollen sie damit ja sicher nicht suggerieren.


Mit freundlichen Grüßen,


M.S.