Saturday, April 25, 2009

Liberal oder nicht - Replik zum Blog ohne Namen

Auf dem Blog ohne Namen hat sich Doener mit dem Freiheitsbegriff bzw. dem Grundstein des Libertarismus auseinander gesetzt (schon etwas länger her). Das erste Axiom, dass allen Libertären Ideen zu Grunde liegt, die Non-Aggression Idee, ist "nur" eine negativistische Definition der Freiheit.
Und damit hat er ein Problem, da er eine positivistische Definition bevorzugt, um "richtige" Freiheit zu haben.

Doch befassen wir uns erst einmal mit seiner Kritik:

"Ich persönlich halte eine positivistische Defintion von Freiheit für sinnvoll. Das bedeutet, dass ich davon ausgehe, dass Freiheit mehr bedeutet, als das Nichtvorhandensein von Verboten und direkt sichtbarem Zwang."


Tut es auch ganz sicher, nur ist bei positivistischer Definition immer ein ZWANG vorhanden, d.h. auch Leute die den eigenen Freiheitsbegriff nicht akzeptieren oder nicht daran glauben werden gezwungen ihn anzunehmen. Bestes Beispiel hier ist die Gleichstellungsbeauftragte und die Frauenquote, die es beide nicht geschafft haben den Anteil an Frauen zu erhöhen. Oder nehmen wir ein angelsächsisches Beispiel: Affirmative Action, bei dem farbige bevorzugt werden, ohne die gleichen Leistungen erbringen zu müssen, nur auf Grund ihrer Hautfarbe, Abstammung oder Rasse. Und das soll Freiheit sein? Ist doch sehr einseitig...

"Die libertäre Position ist meiner Meinung nach extrem idiologisch und dogmatisch. Den Grund hierfür sehe ich in dem rein negativistisch definierten Freiheitsbegriff ("Alles, was nicht verboten ist, ist erlaubt"). Damit wird viel von dem, was reale Freiheiten und Unfreiheiten ausmachen (Chancen, Bildung, Wohlstand auf der einen und z.B. Armut auf der anderen Seite) einfach ignoriert."


Wenn er mit dogmatisch konsequent meint, dann hat er recht. Aber gerade durch das Axiom ist es auch erheblich undogmatisch, da es dir nur eine Sache verbietet, gewaltsam friedliche Menschen zu stören, die dich nicht stören - "live and let live" quasi. Auch die Abkürzung "alles was nicht verboten ist, ist erlaubt" ist richtig und falsch. Ja, aber nur weil etwas erlaubt ist, sollte man es nicht unbedingt machen. Es ist auch erlaubt die Hand auf die Herdplatte zu legen, und trotzdem solltest du es nicht machen. Warum sind jetzt aber plötzlich "reale Freiheiten" etwas anderes? Was meint er damit? Chancen, wenn alle gleich vor dem Recht sind, brauchen keine positivistische Auslegung. Bildung? Jeder kann seine eigene Schule wählen, ist das jetzt nicht Freiheit (und das ohne Eingriff). Wohlstand? Wann hat denn bitte ein positivistischer Standpunkt Armut eliminiert? Gibt es denn in Europa keine Armut mehr? Oder in Kanada?
Man ignoriert die Freiheiten nicht, man masst sich aber auch nicht an genau zu wissen, wie man ein solches Gesetz praktisch umsetzen soll, ohne das es vielleicht auch negative Konsequenzen hat.

Beispiel gefällig? Das Verbot von DDT hat zwar die mögliche chemische Schädigung der Menschen reduziert und ihnen die Freiheit von einer toxischen Substanz gegeben, aber gleichzeitig Millionen Menschenleben gekostet.
Es hätte doch genügt die Bewohner dort selbst entscheiden zu lassen, was sie wollen. Oder glaubt man dass man ihnen geistig überlegen ist, dass es nur Dummköpfe sind die nicht wissen was gut für sie ist? Das ist nämlich der Standpunkt der positivistischen Freiheit: Ich weis es besser als du, deshalb zwinge ich dazu. Wie sich diese moralische Überlegenheit jetzt letztendlich legitimiert (Bildung? Ausbildung? Erfahrung? Auszeichnungen?) ist hier meistens nicht genau hinterfragt worden.

"Reale Freiheit bedeutet in der Realität nunmal nicht nur, dass mir etwas nicht verboten ist zu tun, ich muss auch die Möglichkeit dazu haben. Dem hungernden Kind in der Dritten Welt verbietet niemand aktiv, Millionär zu werden. Die Chancen dieses Kinds sind dennoch äußerst gering. Das ist real existierende Unfreiheit, die nicht ins ideologische Korsett der Libertären passt."


Ja, und was hindert dich daran? Das Axiom ist keine Handlungsaufforderung, aber sie ist auch keine Aufforderung nichts zu machen. Hier kommt das zweite Axiom dazu: freiwilliger nicht gewaltätiger Handel zwischen zwei Personen ist nicht vom 1. Axiom betroffen.
Wäre es nicht so, gäbe es keine libertären Professuren, keine Zeitschriften, keine Treffen und keine Unterstützung. Was er hier als Libertär suggeriert hat jedoch damit nichts zu tun. Sein Beispiel mit dem 3. Welt Kind hinkt auch, denn was wäre die positivistische Reaktion:
Jedes 3. Weltkind muss Millionäre werden?

Es ist keine Unfreiheit, es hat die Chance, wenn sie auch nur klein ist (zumindest am Anfang). Jedoch wird sie meist nicht von Libertärem "Nichthandeln" behindert, sondern entweder von den eigenen Ambitionen oder von den Ambitionen Dritter, wie zum Beispiel dem Staat. Auch verbietet libertäre "Doktrin" nicht dem Kind zu helfen. Libertäre erkennen vielleicht sogar besser als andere, das lokale Hilfe durch Parteien, die in die Person investiert haben (Eltern, Nachbarn, Freunde, Unternehmen, Hilfsorganisationen) meist effektiver ist als generelle staatliche "Freiheitshilfe". Die Unfreiheit passt sehr wohl in das Libertäre Denksprektrum, nur ist die Erklärung und die Suche der Ursachen eine andere, als das sie ihm passt. Er denkt in dem Muster: "Was kann der Staat für mich tun?" - ein Libertärer denkt "Was kann ich tun um mich und meine Umwelt besser zu machen".

Ausgehend von der rein negativistischen Position wird das Dogma des absoluten Nichteingreifens postuliert, das a priori und damit unabhähig von den jeweiligen Gegenbenheiten durchgesetzt werden muss. Es wird schlicht negiert, dass es auch Situationen geben kann, in denen Regulation mehr Freiheit bedeutet als Deregulation. Die Realität wird verleugnet, um eine eine extreme und wirlichkeitsfremden Ideologie zu erhalten.


Theoretisch möglich, aber wo sind die Beispiele? Welche freiheitliche Regulation führt denn direkt zu mehr Freiheit? Ohne Beispiele habe ich es sehr schwer eine direkte Antwort zu finden. Ist es Freiheit, wenn man vom realen Leben und seinen Risiken und GEwinnen abgeschottet wird, wie es mit der Arbeitslosenversicherung praktiziert wird. Letztlich ist das die Mentalität, die in manchen Großbanken eingezogen ist, die Freiheit von Verlusten und damit einem ewigen Gewinn. Ist das die Art von Freiheit die ihm vorschwebt, als "realistische Freiheit".

Deshalb kann es meiner Meinung nach eben durchaus liberal sein, um auf sofias Eingangsbemerkung einzugehen, Formen des Zwangs im Bereich der Wirtschaft zu dulden, um die Freiheit von Individuen zu vergrößern. Daher ist es meiner Meinung nach auch legitim, wenn ich als selbsternannter Liberaler Laissez-faire-Kapitalisten als wirtschaftsliberal bezeichne. ;)


Ja, es ist vielleicht in Europa liberal, aber sicher nicht libertär, aber welche Formen des Zwangs sind denn duldbar und welche nicht? Ach ja, das ist wieder eine ganz persönliche Präferenzpalette, die sich zum Beispiel bei Ihm stark von der Oskar Lafontaines unterscheiden würde. Dies bedeutet, dass immer der Herrscher seine moralische Zwangsregulierung durchsetzt, die ja in seinem Freiheitsbild als gut gilt, als notwendig. Das Problem ist, dass immer auch die Freiheit eines anderen beschränkt wird.

  • Mindestlohn erhöht die Freiheit und die Möglichkeiten von qualifizierten Arbeitern in Jobs, aber gleichzeitig mindert es die Freiheit jener, die einen Job suchen oder nicht so gut qualifziert sind.
  • Tarifverträge erlauben es allen Arbeitern die gleichen Vergünstigungen zu bekommen, aber was wenn jetzt unter 5 Arbeitern 3 sind, die viel schlechtere Arbeit machen als die anderen 2? Warum darf man dann die beiden anderen nicht belohnen? Was wenn man nur einen Job finden würde, in dem man ein bisschen weniger Gehalt oder sonstige Vergünstigungen verlangt?
  • Warum sind Meister freier, wenn sie ihr Monopol auf das Handwerk haben und andere zwingen sich zu akkreditieren? Was wenn ein Meister seine Konkurrenten nicht mag und ihnen diese Möglichkeit verweigert?
Ich könnte noch eine Weile weiter diese Aufzählung fortführen, aber ich glaube man erkennt ein bisschen die Stoßrichtung. Regulierungen sind hier die politische Folge von Lobbyarbeit, egal ob es jetzt Unternehmen, Interessensgrupppen oder NGOs sind, es geht immer darum jemandem Freiheit zu geben, und jemanden anderen einzuschränken.
Deshalb: positivistische Freiheit, nein danke.

Friday, April 24, 2009

Trains and Logistics in Europe

While on the other side of the Atlantic the Coyotes indulge themselves in a reading of "The Box", a book about containers and their triumph in shipping, on this side of the Atlantic I am confined to a mere "Logistics and the Flux of materials", which is not that interesting though the guy who gave it to me had some real interesting words to say about the current situation in logictics and distribution.

First of all, the situation in 2007 and the beginning of 2008 was a problem for many logistics companies though it was a problem other's would envy them for. They had too much business, which meant that distribution centers were high in demand and low in supply. To get trucks or trains for one's goods was clearly a critical problem.
The problem of logistic companies in Germany and all of europe was not that they couldn't find wares to transport, but where and how to transport wares. While construction of new distribution centers and storage facilities was on an all time high, this didn't include infrastructure. Actually, eco-policy made it worse and more costly to transport anything. Freight trains were pulled back in favor of uncompetitive and net cash draining passenger wagons. Which resulted in a flooding of high ways with trucks to make up for it. Port cities like Rotterdam or Hamburg were flooded with containers and couldn't expand fast enough.

All these problems disappeared when the economy slowed and came to a stand-still in late 2008. The actual usage of distribution centers fell from 125 % to 25% and now most of the companies in the distribution and storage sector of the economy live on the money they accumulated in prior years. Logistics and transport is the most volatile economy segment, because it readily replicates demand and supply.

However, the crisis also is an opportunity to work on something neglected for a long time:

Infrastructure!

It became apparent in the last years that the infrastructure may it be waterways, railroad, airways or high ways is insufficient for more growth. Europe has one of the most concentrated industrial economies. In France, Germany and Spain alone are more companies than in most bigger US states. However, unlike Japan, wares and products still have to be transported a long way in the same country. There are no concentrated super-hubs (except in the automobile industry) that do all the manufacturing. Instead, different producers in the supply chain are probably located in different parts of europe. Transportation remains one of the central goods of the european economy, but how to go about it?

Actually, trains and trucks are the only valid option for inter-europe transportation of wares and containers. Especially trains can do a huge job here since they could be automated and drive at high speeds. They could, but they can't because inefficient passenger train transportation is still a high priority for most european countries. Perhaps the crisis will reveal two things:

a) Infrastructure needs an update

and

b) Trains are better for transporting wares than people

Gleichstellung und Beschäftigtenzahlen

Was haben Girls-Day und die neusten veröffentlichten Arbeitsplatzzahlen in der Ingenieurbranche gemeinsam? Ja, es sind beide Events, die wenig mit der Wahrheit und wenig mit der REalität zu tun haben.

Frauen gehen in Richtung Ingenieurswissenschaften nur wenn es zumindest noch BWL dazu gibt, sonst ist es ihnen zu technisch. Natürlich gibt es die Ausnahmen, aber die gibt es auch beim Eventmanagement oder bei Medienkommunikation. Es soll nicht heißen, dass jetzt Frauen "Ihre" Fächer machen müssen, jedoch ist doch zu sehen, dass ich eine Vielzahl für Frauen schon seit Jahren bei gleichem Bildungsstand und gleichen Chancen für andere Felder entscheidet. Frauen und Männer sind nur vor dem Gesetz gleich, aber in der Natur doch sehr unterschiedlich. Nicht nur von den Fähigkeiten, sondern auch von den Zielsetzungen! Man sollte doch nicht zwanghaft versuchen jemanden in Positionen zu quetschen, wo sie eigentlich nicht unbedingt hin wollen!

Und wie steht es mit den "nicht gefüllten Jobs" in der Ingenieursbranche? Tja, auch hier handelt es sich wohl wieder um einen kleinen Betrug. Es kann nämlich durchaus sein, dass die ausgeschriebenen Stellen

a) nicht existieren und nur für die Statistik gedacht sind (machen vor allem große Unternehmen bisweilen)

b) zu schlecht bezahlt werden (nach 5 Jahren brotlosem Studium macht man keinen Job für 28000 € pro Jahr)

c) nicht die nötigen qualifizierten Ingenieure vorhanden sind bzw. eine Weigerung ältere oder unerfahrene Ingenieure zu nutzen.

Es ist ein Mär, dass hier nicht genug qualifiziertes und arbeitssuchendes Material in Deutschland vorhanden wäre. Was jedoch den Firmen fehlt sind mehr Top-Absolventen, leider schliesst sich das schon vom Begriff her aus: Es können nun mal nur ein kleiner Anteil Topabsolventen sein, sonst wären sie nicht mehr top.

Den Rest der Ingenieure möchte man natürlich nicht für den Job haben, da jeder der Unternehmen nur die besten der besten für sich haben möchte. So kommen dann Zahlenkonstrukte wie 50.000 fehlende Ingenieure (laut SpON) zusammen und trotzdem ist man weit von der Wahrheit entfernt. Ein bisschen mehr Engagement und Flexibilität in den Personalabteilungen (sorry: Human Ressources) würde hier ganz gut tun. Dann könnte man auch in Zukunft solche Enten ganz einfach vermeiden...

Friday, March 13, 2009

Bankgeheimnis

Während die Krise in Europa kräftig an fahrt gewinnt und damit sogar die USA überbiete(was wohl nicht überraschend kommt, haben doch Japan und Europa schon vor den USA gekriselt), fällt in Europa noch eine zweite Institution: Das Bankgeheimnis.

Der komparative Vorteil von kleinen Staaten wie Luxemburg, Andorra, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz war schon immer das Bankengeheimnis (und einer der Hauptgründe warum diese ökonomisch überlebt haben). Mit dem Fall haben sie ihren großen Vorteil eingebüsst (mal abgesehn von einzelnen Steuervorteilen in ein paar Kantonen in der Schweiz).
Zwar wackelte das Bankgeheimnis schon länger und war auch nie ganz dicht, aber bei einem Großteil der Kunden war es doch wasserdicht. Auf Druck der Totalitären EU und der nicht minder aggressiven Deutschen undFranzoesn ändert sich dies nun auch für den Großteil der Kunden.

Damit verliert die Schweiz und der Rest der Steueroasen ihren großen Wirtschaftlichen Vorteil. Gleichzeitig bietet sich die einmalige Chance für die restlichen europäischen Staaten selbst in diese Richtung vorzustossen. Denn die jetzt vergraulten Kunden werden einen neuen Hafen suhen, vielleicht kommen sie aber auch auf die Idee in ihrem Heimatland mehr für Freiheit und Privatssphäre zu kämpfen.

Gleichzeitig hat die EU mal wieder gezeigt, dass nicht nur die USA gut sind ihre Nachbarn zu unterdrücken und gewaltsam vorzugehen. Auch Europa und besonders Deutschland und Frankreich sind in der Wirtschaftskriegsführung keinesfalls besser als die USA. Nach Bush stelle ich hier ohne Probleme Merkel + SPD und Sarkozy auf die gleiche Höhe.
Noch bombt die EU keine Hochzeiten in Afghanistan, dafür fangen wir an die Peripherie Europas noch Sowjet und US Vorbild unserem Willen zu unterwerfen... Das ist der Anfang eines jeden Grossreiches (man erinnere sich nur an die Römer)...

Der Fall des Bankgeheimnis ist nur der erste Schritt und auch der erste Schritt für die Schweiz in die Bedeutungslosigkeit...

Tuesday, January 27, 2009

Achtung Polemik: Klimawandel

"Unsere Welt trägt ein gefährliches Erbe. "Man hat geglaubt, bei einem Stopp des CO2-Ausstoßes würde sich das Klima in 100, 200 Jahren wieder normalisieren. Das ist aber nicht wahr", sagt Susan Solomon. Die Klimaforscherin ist Hauptautorin einer Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht wurde, und die diesen Zusammenhang eindrucksvoll belegt. Das Problem sind die Langzeitfolgen durch bereits jetzt im System befindlicher Treibhausgase."


So steht es im Spiegel Online. Sieht so etwa ABM in der Wissenschaftswelt aus? Möchte da jemand seine Fördergelder auf unbestimmte Zeit erweitern? Solche oder ähnliche Zeilen müsste sich jeder "Skeptiker" gefallen lassen (neu-englisch: Denialist). Wenn also eine Klimastabilisierung nicht möglich ist, wie die junge (hoffentlich intelligenter als in diesem Artikel) Frau mitteilt, dann kann es uns doch eigentlich egal sein CO2 zu limitieren. Sollte man stattdessen nicht nach aktiven Massnahmen anstatt passiven suchen? Für mich sieht es so aus, als wäre nach Meinung dieser Frau jegliche passive Regelung gescheitert und man müsste aktive Mechanismen suchen.

CO2 und Methan-Sequestierung; Aktive Eingriffe in Wolkenbildung und Ozean-Luft-Austauschverhalten; Sonneneinstrahlung ändern etc.

Dieser für das Weltklima derzeit sehr vorteilhafte Effekt wird aber mit der Zeit immer schwächer - bis ab einem gewissen Punkt die Ozeane den Planeten sogar aufwärmen, indem sie die gespeicherte Wärme wieder an die Luft abgeben.


Natürlich, jeder Speicher ist irgendwann voll. Jedoch ist die Frage wann und wie sich bis dahin das gesamte Ökosystem verändert hat, denn im Gegensatz zu den Berechnungen bleiben die Austauschverhalten nicht konstant und können auch nicht komplett durch Sensibilitäten eingefangen werden, die nicht bekannt sind.

Während ich nicht bezweifeln mag, dass es eventuell wirklich zu 800 ppm CO2 in der Atmosphäre kommen wird, so halte ich die Effekte daraus für übertrieben, da sie von einer viel höheren Wirkung des CO2-Effekts ausgehen, als bisherige Temperaturverläufe vorhersagen.
Einen positiven Feedback von 2,5 und mehr ist einfach unrealistisch, erst recht fuer ein so stabiles System wie das Erdklima.

Thema: falsche Anreize in der Erziehungspolitik

Offensichtlich möchte man in einem kleinen Kaff ein paar "schlechte" Kinder erziehen und die Familien, "Rabeneltern", die nicht auf ihre Kinder aufpassen, gleich mit. Problem ist, die Kinder kommen zu spät oder gar nicht zum Schulunterricht.
Wir kennen das Problem, jeder hat es wohl irgendwann mal gemacht (wenn er nicht ganz der Spiesser war), ob jetzt absichtlich oder unabsichtlich (verschlafen :P).

Nur, sind wirklich in allen Fällen (auch bei chronischen) die Eltern schuld, oder vielleicht doch manchmal die Kinder. Was können Eltern machen, wenn Ihre Kinder trotz Belehrung und Hausarrest auf die Schule pfeifen? Man kann Kinder im Schulalltag nicht mehr 24/7 überwachen, das ist einfach unpraktisch. Eine gewisse Selbständigkeit sollte bei Kindern in diesem Alter wohl vorhanden sein (wenn nicht kann man die Schuld durchaus beim Staat suchen, der ein solches Verhalten fördert).

Mal davon abgesehen, spiegelt sich in der Stadt-Initiative jedoch ein grundsätzliches Missverständnis von Ökonomie und Anreizsystemen wieder, wie hier beim Spiegel zu lesen.
Man möchte Eltern von Problemkindern belohnen in dem man ihnen Essens-Rabattmarken gibt, wenn das Kind pünktlich ist.

Nicht nur das dies im Selbstwertgefühl der Eltern abwertend ist, ganz zu schweigen von der Schmach für die Kinder, nein, es ist auch aus wirtschaftlicher Sicht Unsinn. Man fördert hiermit eine Kultur der gratis-Geldabzocke zusätzlich zu Harz IV. Denn, jede Einkommenschwache Familie würde doch gerne solch ein Zubrot haben. Was also tun, um selbst in den Genuss des Geldes zu kommen? Genau, man hält die Kinder erstmal dazu an unpünktlich zu sein und sich dann zu bessern.

Ach ja, und wie lange sitzt man dann in diesem Programm? Wie lange kann man diese Karten beziehen, was sind die Kriterien keine "Problemfamilie" mehr zu sein?

Polemischer SChwachsinn, man muss nicht jeden Scheiß aus den USA kopieren...

Konjunktur-Paket

Auch wenn ich generell gegen das Konjunktur-Paket bin, so wird es doch in der einen oder anderen Form durchkommen. Während man bei Marginal Revolution dabei ist Investitionen in Infrastruktur zu verdammen, da sie kurzfristig keine Erleichterung bringen, muss ich dem teilweise wiedersprechen.

Sicher, sie werden kurzfristig nicht helfen, und viele der Projekte werden in den Sand gesetzt (halbfertige Brücken, Straßen ins nirgendwo), man muss nur mal nach Japan gehen um das zu sehen. Aber, da fast alle Straßen in Deutschland in staatlicher Hand sind, ist dies die einzige Chance den desolaten Stand mal ein bisschen zu verbessern. Ich sehe es nicht grundsätzlich als falsche Reaktion in einer Krise ökonomisch langfristig zu denken, das machen Unternehmen auch nicht anders.

Und was macht ein Unternehmen, wenn es gerade Flaute an Aufträgen hat, sicher es beginnt damit bestehende Infrastruktur zu reparieren und intern zu investieren. So gesehen macht der Staat also nicht viel anderes, nur wesentlich ineffizienter.

Zwar wären Steuererleichterungen und Privatisierung von Staatseigentum besser, als wieder nur Millionen an Leute zu überreichen, die gerade die Mehrheit verspielt haben oder nicht vorrausschauend planen konnte. Allerdings ist das wohl liberales Wunschdenken und wird sich nicht umsetzen lassen.

Stattdessen hoffe ich, dass langfristig investiert wird, denn kurzfristige Ausgaben machen jetzt auch kaum oder keinen Unterschied mehr (wenn man das Preis/Leistungsverhältnis betrachtet).

Monday, January 26, 2009

Unterschied Sexismus und Diskriminierung an Auslaendern

.. naja eigentlich geht es mehr um die Reaktionen und das Selbstverständnis. In einer neuen Studie um Chancen von Auslaenderkindern in der deutschen Gesellschaft, wurden diesmal auch Auslaender nach Herkunft aufgeschluesselt. So zeigte sich, das 30 % der jungen Türken keinen Schulabschluss und nur 14% einen Gymnasialen Abschluss machten.

Waere dies jetzt mit Frauen gewesen, saehe die Reaktion der Medien und der Frauenrechtler wie folgt aus:

Wir armen Frauen werden von der patriachialen Gesellschaft unterdrueckt und die Politik tut nicht genug um dies zu aendern! Wir fordern das alles gleich gemacht wird.

Die Reaktion des tuerkischen Moscheen-Dachverbandes sieht jedoch so aus (zwischen den Zeilen gelesen):

Was soll das denn? Ihr haltet uns fuer dumm? Wir moechten euch beweisen, das ist nicht so, es gibt bestimmt einen Fehler in der Studie. Wir sind besser als unser Ruf. Wir brauchen keine Almosen oder besondere Behandlungen!

Es zeigt sich ein grundsaetzlich anderes Selbstverstaendnis und mir persönlich gefaellt letztere Haltung mehr, als erstere. Sie zeugt von einem ambitionierten und positiven Selbstverstaendnis. Erstere moechte eine natuerliche Ungleichheit ausgleichen auch auf Kosten anderer (oder gerade dadurch). Die tuerkischen Mitbuerger jedoch scheinen mehr daran interessiert zu sein, ihren eigenen Wert zu behalten, aus dem was sie koennen und nicht grace à nous.

Tuesday, January 13, 2009

Neuverschuldung

Bis zu 130 Milliarden Euro Neuschulden (6 % des BIP) sollen es laut ZEIT werden, na dann kann sich der Steuerzahler und dessen Kinder freuen. Interessant ist hierbei, dass

a) In der EU geregelt ist nicht mehr als 3 % des BIP zu erlauben, sonst gibt es Strafen ( was nie durchgesetzt wurde)

b) Die grosse Verschwenderkoalition einsieht, dass das eventuell etwas viel ist und deshalb beschliessen will den Nachfolgern nur noch 0.5 % Neuverschuldung zu erlauben

und
C) Es offensichtlich niemandem auffaellt, das hier nur ueber die Neuverschuldung gesprochen wird. Es wird nicht einmal erwaehnt, das man SCHULDEN hat (inkl. Zinsen), welche vielleicht auch irgendwann einmal abgebaut werden muessten Oo

Was hier so nicht dramatisch klingt, muss man sich doch mal vorstellen. Der Staat schafft es nie (oder zumindest ganz selten) auch NUR ein ausgeglichenes Budget zu praesentieren. Und gleichzeitig mahnt er an, dass doch der Buerger gefaelligst beachten soll, das der Staat weis was gut fuer ihn ist. Aber eine ausgeglichene Bilanz bekommt Vater Staat nicht einmal in Zeiten des Booms hin, geschweige denn die Schulden einmal abzubauen.

Irgendwo liegt doch hier eine kleine Realitaetsverschiebung vor, die jedoch offensichtlich ausser Liberalen keinem Menschen auffaellt, oder zu gunsten von Geschenken (Sozialleistungen, Mindestlohn, Monopolisierung) 'vergessen' wird.

Friday, January 09, 2009

Legend of the Seeker und Autorendummheiten

So, ich habe mir jetzt mal die "Schwert der WAhrheit" Verfilmung (in Serie) angetan. Als erstes hat man das ganze Umgetauft in "Legend of the Seeker" wahrscheinlich um gleich am Anfang auf die vielen Änderungen hinzuweisen. Für eine Disney-Network-Produktion ist sie qualitativ hochwertig gemacht, leider jedoch von den Herkules/Xena-Machern, was bedeutet, dass das Look-and-Feel etwa das selbe ist, sans Humor und leider ernst gemeint.

Auch scheinen die SChreiberlinge fuer Abweichungen vom Buch mehr bezahlt zu werden, was zumindest die vielen Änderungen an Charakteren und Plot erklärt. Jedoch leider auch zeigt, dass die SChreiber entweder schlecht sind, oder Fernsehzuschauer generell fuer dumm halten. Letzteres ist ein Trugschluss wenn man die vielen intelligenten, liebevollen und detaillreichen SEndungen auf HBO oder Showtime anschaut (oder auch HEROES auf NBC).

Es ist umso ärgerlicher, da man dort abgewichen ist, wo die Buchvorlage hervorragende, intelligente HAndlungen hatte. Auch hat man viele Steilvorlagen des Buches, die sich für eine Erstellung von Einzelepisoden, die von der Buchhandlung abweichen oder diese Ergänzen, hervorragend eignen.

Ein Beispiel: rote Früchte sind in den Midlands generell tödlich bzw. ungesund, eine Steilvorlage fuer eine Episode darüber, wurde es doch im Buch nur kurz behandelt.
Auch die Tatsache, dass nur Confessoren lange Haare tragen, hätte man nutzen können. Um den Angsteffekt eines Confessors rueber zu bringen oder gar eine Episode darum zu stricken.

Stattdessen hat man aus der teilweise sehr interessanten abwechslungsreichen und intelligenten HAndlung des Buches ein generic-Fantasy Marke "Jordan" und Konsorten gestrickt....