Thursday, July 30, 2009

Gesetzesentwürfe

Tja, ich kann es nicht sein lassen und blogge doch nochmal mitten in meine Essay-Besprechungen ;)

Es geht um die Struktur von Gesetzesentwürfen, die oft nur mit Hilfe von Anwälten lesbar sind. In den USA gibt es ja zur Zeit einen Aufschrei, dass Abgeordnete die Gesetze gar nicht lesen, über die sie streiten und die sie verabschieden. Tja, die neue Health Care Bill ist auch zum Beispiel lustige 1000 Seiten lang und nach Angaben einiger Kongressabgeordneter auch nicht in 2 Tagen lesbar ohne 2 Anwälte.

Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, ist das in Deutschland anders? Aber wenn ich mir das so anschaue, dann muss ich klar sagen: Nein, es ist genauso schlimm oder schlimmer. Ich glaube auch das in Deutschland die bearbeitenden Staatssekretäre mehr über die Gesetze wissen, als ihre Volksvertreter, die Abgeordneten.

Was könnte man nun ändern? Einfacher wäre es, das nur die Gesetze verabschiedet werden, die auch von den Abgeordneten gelesen wurden, wie das zu überprüfen ist, weis ich jetzt auch nicht (Fragen stellen?) und das sie diese richtig an ihre Arbeitgeber (das Volk) erklären können. Sollten sie das nicht schaffen, dann ist da Nachbesserungsbedarf. Überhaupt, wenn man es einfacher und kürzer erklären kann, warum schreibt man es dann nicht so? Die Antwort dazu sieht meistens so aus, dass im Gesetzentwurf noch viele Kleinigkeiten und Sonderlösungen bearbeitet werden. Das in der Realität natürlich ganz andere Sonderfälle auftreten schreckt die Herren nicht ab (immerhin geht es um die Interessen von irgendwelchen Lobbygruppen).

Eine Vorgabe Gesetze so zu verfassen, dass sie einfach, prägnant und verständlich sind, wäre schon einmal ein schöner Anfang, jedoch wahrscheinlich nicht durchsetzbar (schon wegen der Anwaltslobby :) ). Wie kann man auch von einem Staat erwarten, dass er seine Gesetze lesbar macht, wenn er es nicht mal schafft das bei seiner Verfassung zu tun…

George Orwell – Bookshop Memories (1936)

Dieser Essay ist eine amüsante, unaufgeregte und doch sehr einsichtsreiche Schilderung seiner Zeit als Arbeitskraft in einem Buchladen, genauer, einem “Second-Hand” Buchladen. Es gibt wenig anzumerken, man sollte es einfach lesen und genießen, wie verschiedene Menschentypen auseinander genommen werden und ganz skurrile bis lustige Neigungen aufgedeckt werden.

Ein paar Bemerkungen sind zu diesem Essay doch zu machen. Ich kann seine Liebe für alte Bücher nachvollziehen, auch der Geruch ist es den ich bei viel gelesenen Büchern liebe. Es ist einfach ein ganz besonderes Gefühl, dass er leider bei seiner Arbeit verloren hat. Er beschreibt auch recht schön, die ökonomischen Schwierigkeiten eines Buchhandels, der sich meistens durch andere Geschäftsideen über Wasser hält (ob er jetzt Schundromane verkauft, oder Bücher verleiht oder ganz andere Dinge verkauft). Was ich nicht ganz verstehen kann, ist sein Entsetzen über Peter Pan, außer vielleicht, dass Kinder hier eine falsche Vorstellung der Realität bekommen. But so what? Das haben viele Kinderbücher gemein.

Wie so viele Intellektuelle beklagt sich auch Orwell über das Leseverhalten seiner Kontemporären, die lieber “2pence”-Schund lesen oder Western als einen guten englischen Klassiker. Er ist überrascht und doch amüsiert, dass man hier den wirklichen Geschmack der Leute sieht, die sonst immer vorgeben ihren “Dickens” gelesen zu haben. Er ist auch ein bisschen erstaunt darüber, dass keiner Kurzgeschichten lesen mag, was wohl daran liegt, dass keiner viel Geld für eine kurze Geschichte haben möchte (a little story).

Auch erkennt Orwell schnell an, dass man zwar mit einem Buchhandel Geld macht, so viel das es zum Leben reicht, es einen aber doch nicht reich macht und eine Menge Zeit in Anspruch nimmt (16 h pro Tag).

Fascism

Eine kurze Unterbrechung der Orwell-Reihe für dieses kleines Juwel von Steve Horwitz, der Goldberg’s Buch bespricht. Ich bin ja immer wieder entsetzt über das mangelnde Wissen, vieler selbsterklärter Linker in Bezug auf Faschismus, was wohl hauptsächlich aus der schlechten Definition im deutschen Schulwesen resultiert. Hier wird Faschismus als eine typische Eigenschaft rechts-konservativer Politik bezeichnet, manifestierend in Mussolini oder Hitler (zumindest am Anfang).

Dabei wird leicht vergessen, dass viele Linke selbst Vorreiter waren und in der geistigen Haltung nahe am Faschismus waren und heute auch sind (mangelnde Aufarbeitung?!). Das Diktat des  technokratischen aufgeklärten Intellektuellen, das sich hinter dem Spruch: “Wenn nur die besseren Leute an der Macht wären, wäre alles endlich gut!” Die diesem ingenieurmäßigen Ansatz bezüglich einem Gesellschaftssystem anhaftende Ideologie ist jene, die heute Europa für Obama jubeln lässt, die heute der Piratenpartei oder den Grünen mehr und mehr Wähler zu trägt, ohne das sich etwas ändert.

Zu Ende gedacht war es diese Ideologie, die Eugenik überhaupt erst in den Fokus der Gesellschaft brachte, damals Anfang des 20. Jhdt., aber auch heute, wenn auch in abgeschwächter Form. Keiner will heute mehr einen Menschen sterilisieren oder umbringen, weil er die “Gesellschaft” rassisch verschmutzt (außer einigen Idioten aus der Nationalistischen Dummheitsfront), jedoch möchte man den Menschen zu einem “gesunden” Mitglied der Gesellschaft “risikofrei” “erziehen”. Man möchte also immer noch das Verhalten der Menschen maßgeblich vorgeben (nicht einschränken). Deshalb treffen es Begriffe wie “Gesundheitsnazis”, “Erziehungsfaschisten” doch meistens recht gut. In D werden sie nur härter aufgenommen als sie sind, weil immer noch fälschlicher Weise geglaubt wird, dass Hitler DER Repräsentant des Faschismus ist, was er nicht einmal war…

Tuesday, July 28, 2009

George Orwell – A Hanging (1931)

Der erste Essay stammt aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise, das Britische Empire war zwar schon angeknackst, aber weigerte sich noch zu fallen. Die Engländer okkupierten immer noch Indien und genau hier spielt der Essay.

Der Essay ist eigentlich recht unscheinbar, erzählt er doch nur eindrücklich den Vorgang der Hinrichtung. Der Gang zum Schlagbaum, die Ankunft des Henkers und die Vollstreckung, sowie die Freude, die danach ausbricht. Er schildert es so eindrücklich, dass man glauben könnte, er wäre dabei gewesen. Ich bezweifele es nicht mal, ist er ja selbst in Indien für den Staat angestellt gewesen, wie man in einer späteren Geschichte erfährt.

Das Krude ist jedoch, dass alle Anwesenden angespannt waren, bis der Gefangene endlich tot war, dass es wie eine feierliche, aber peinliche, Zeremonie zelebriert wurde, danach aber gefeiert wie ein Fest. Wenn der Hauch des Todes von den Mitprozessierenden abgefallen ist, dann muss ein Scherz, ein Mahl die Stimmung auflockern, vielleicht einfach, weil man sonst damit nicht leben kann. Es kommt zwar nie die Schuld oder das Gewissen direkt rüber, dazu ist die Erzählung zu distanziert und abstrahiert, jedoch zeigt sich hier in den Taten die Gefühlswelt der Teilnehmer.

Selbst der Gefangene fällt mit in den Trott ein, hat er doch scheinbar schon einige Zeit gehabt, um sich darauf vorzubereiten. Wo am Anfang Angst und Verzweiflung waren, ist am Ende eine Abgeklärtheit, eine Seelenruhe und vor der Vollstreckung ein Bitten an Gott.

Es zeigte sich auch der Aberglauben bei den Einheimischen, die merklich schlechtere Laune kriegen als ein toller Hund den Gefangenen anspringt und damit ein nicht gerade gutes Omen bei den Hindus herbei ruft.

Was jedoch faszinierend ist, dass selbst Orwell als Betrachter quasi paralysiert ist von dem Schauspiel und von der Ergebenheit dieser Inder. Schön an der Geschichte ist, dass nirgendwo bestimmte Kritik laut wird, ob jetzt Todesstrafe gut oder schlecht ist, sondern einfach nur die Situation selbst beschrieben wird. Es ist wesentlich eindringlicher und man kann sich selbst eine Meinung bilden.

George Orwell – Short Stories

Ich lese zur Zeit viele Kurzgeschichten, da mir die Zeit für eine Novelle vor dem Schlafen Gehen einfach fehlt. Da ich von Orwell keine Kurzgeschichten kannte, habe ich mir von der australischen Gutenberg-Bibliothek seine 50 Essays geladen (< 1950 und Tot deshalb kein Copyright) und lese diese gerade mit Begeisterung.

Ich konnte bisher wenig mit solchen Realstücken, die quasi einen “kontemporären” Rahmen beschreiben anfangen. Oft waren sie langweilig, oder einfach schlecht geschrieben und haben es mir deshalb nicht sonderlich angetan.

Aus irgendeinem Grund jedoch finde ich die Schilderungen Orwell’s besonders schön und verschlinge eine Kurzgeschichte nach der anderen. Ich möchte hier an dieser Stelle einmal ein bisschen Abschied vom Tagesgeschehen nehmen und den Blog etwas anders führen. Deshalb werde ich im folgenden meine Eindrücke zu den verschiedenen Essays schildern und sie ein bisschen auch aus liberaler Sichtweise interpretieren (Ob das jetzt jemanden interessiert oder nicht – pfff, ist nicht meine Lesezeit :D)

Etwas zu Orwell’s Person, der wohl den meisten Menschen hauptsächlich durch 1984 (das Buch) bekannt geworden ist, findet man natürlich am Besten auf der Wikipedia. Ein Grundverständnis seines Lebens, Schaffens und Reisens ist daher unerlässlich, weil wir heute in einer doch sehr anderen Zeit leben. Vieles lässt sich nur dann besser verstehen, wenn man den Zeitrahmen einordnen kann und auch ein bisschen etwas über sein Leben (das den Zeitrahmen vom Empire bis zur Nachkriegszeit des 2. WK umspannt) weis.

Sehr interessant ist auf alle Fälle, wie differenziert er selbst seinen eigenen sozialistisch (linken) Glauben sieht und wie groß seiner Meinung die Unterschiede sind. Dies ist interessant, da man in der heutigen Zeit im Mainstream eigentlich nur noch 2 Unterschiede kennt: Links und Rechts (Sozialist oder Konservativer). Allein die Tatsache, wie nahe Orwell die Kommunisten und die Konservativen (oder Neo-Cons) mit den Faschisten zusammen rückt ist hier sehr erleuchtend..

Monday, July 27, 2009

Finanzkrise und private Banken

Ja, gerne schimpfen zur Zeit alle möglichen Kommentatoren des Zeitgeschehens auf private Banken, Bänker und Spekulanten, die wohl die Wurzel allen Übels sind. Gleichzeitig wirft man dem freien Markt ein Versagen vor, dass überall her kommt nur im Grunde nicht vom Markt.

Der Banken ist einer der Sektoren mit der höchsten Staatskontrolle, eben weil er für die Staaten überlebenswichtig ist. Es gibt Zentralbanken, die den Geldstrom anpassen, in dem sie den Zinsspielraum ausnutzen. Es gibt eine Bankenaufsicht, die ein Desaster wie bei der HRE oder der Commerzbank verhindern soll. Es gibt Börsenaufsichten, die falsches Verhalten oder unfaires Verhalten einzelner Banken auf dem internationalen Finanztransfermarkt verhindern sollen. Es gibt tausende Regelwerke und Sicherheitsangeln mit denen Wiederholungen von vergangenen Katastrophen verhindert werden sollen.

Das klingt schon nicht mehr ganz so nach freiem Markt, sondern eher nach einem eher staatlichen Konstrukt. Die Nähe zum Steuerwesen kommt nicht von ungefähr, denn in ihrer Komplexität nehmen sich die beiden Konstrukte nicht mehr viel. Auch das Steuerwesen ist komplex, unübersichtlich und zwar in einem Maße, dass man selbst mit Steuerberater oft nicht ganz sicher sein kann, nicht etwas falsch zu machen.

Tja, und dann wären da noch die Arten von Unternehmen, die in dieser Krise so schnell als “private Banken” kaputt gegangen sind:

AIG (privatisierte Staatsbank), Lehman Brothers (auch Hauptkunde verschiedener Staaten), HRE (dank des irischen Zukaufs auch ein Kunde vieler Staaten und gleichzeitig ein Staatsprodukt bei dem die BRD 10 % hält) und natürlich die Commerzbank, die sich überhoben hat

Wenn man sich jetzt mal die Leidensgeschichte der HRE ansieht, dann ist das ein Klamauk aus privaten und vor allem staatlichen Fehlentscheidungen. Auch die Einschätzung, dass die HRE in der jetzigen Form für das Überleben des Finanzsystems ausschlaggebend ist, sieht etwas überzogen aus. Nicht einmal die Lehman Brothers waren so wichtig und auch beim “Tod” von Enron hat dies das Wirtschaftsgefüge nicht aus dem Lot gebracht. Sicher hätte es einen Slump gegeben, aber den haben wir auch mit Rettung gesehen…

Die Frage ist, wie der Steuerzahler die verschleuderten Steuergelder jemals wieder sehen wird. Wenn die Geschichte ein guter Indikator ist, dann wahrscheinlich nie wieder. Aber hey, wenn damit illusorisch mal das “Bankensystem” gerettet wird, dann sind doch ein paar Milliönchen nichts schlimmes. Immerhin geht um das Geld von uns allen (oder zumindest um die Bezüge der Angestellten der Bank und deren Kundenkapital). Das für diese Art von Rettungsaktionen natürlich Menschen aufkommen, die sich solche Fehlspekulationen nicht leisten könnten, ist eine traurige Folge, die aber nichts mit freiem Markt und sehr viel mit Regulation und Staatseingriffen zu tun hat.

Die Linken und Gewalt

Es ist immer wieder erschreckend und unglaublich bizarr, wie sich die Linken vom “Kriegsgegner” hin zum Gewaltbefürworter wandeln, wenn es nur den “Richtigen” trifft. So mal wieder bei auf einem Blog geschehen (und selbst mancher Kommentator sieht in Gewalt in der richtigen Dosis eine gute Sache).

Richtig, es geht um den gewaltsamen Arbeitskampf in Frankreich, bei dem Angestellte Angestellte einsperren, wobei der einzige Unterschied das Gehalt ist (ja, meine Lieben Linken: Manager sind nur höhere Angestellte). Und dann ist man auf der Linken entsetzt, dass ein Rechtsstaat der Gewalt gegen Menschen (ausser staatlicher) in der Verfassung ächtet und deshalb eine Polizei aufgebaut hat, dies verurteilt.

Es ist schön zu sehen, das “echte” Liberale (d.h. keine Parteiliberale oder versteckte Konservative) beim Thema Aggression und Gewaltanwendungen prinzipieller entscheiden! Sie ist einfach nicht erlaubt und durch eigentlich nichts moralisch zu rechtfertigen, ausser man nutzt sie als Selbstverteidigung.

War dies nun Selbstverteidigung? Sicher, es war in Verteidigung ihres Arbeitsplatzes (den sie übrigens nur durch den freiwilligen Vertragsabschluss des Unternehmers bekommen haben, sonst gäbe es ihn gar nicht), aber sie wurden nicht körperlich bedroht, noch wurden sie gezwungen irgendetwas zu machen. Es handelt sich also um eine Verteidigung einer positiven Rechts, dem Recht auf Arbeit auch gegen den Willen des Arbeitgebers. So gesehen ist also der Arbeiter der Aggressor und der Unternehmer eben nicht. Den der Arbeiter hat mit physischer Gewalt angefangen, auch wenn bisher noch keiner verletzt wurde…

Es überrascht mich aber nicht, dass die neue Linke wieder in alte Muster verfällt. Denn wie die Konservativen haben sie keine Probleme Gewalt dann einzusetzen, wenn es ihren Zielen und Wertevorstellungen genügt. Dieser Blogeintrag von Che war nur eine Bestätigung dafür.

Sunday, July 26, 2009

Spiegel-Leserbrief

Um es mal wie Don Boudreaux zu machen, habe ich auch mal an den Spiegel einen kleinen Leserbrief geschrieben bezgl. dieses Beitrags aber nicht exklusive nur dieses einen Beitrags:

Liebe Spiegel-Redaktion,

bitte nehmen sie mehr Rücksicht auf ihre Untertitel, sie sind faktisch nicht ganz richtig. In den Ingenieurswissenschaften gibt es prozentual in den Professuren genauso viele Frauen wie in den Hörsälen Studentinnen.

Es gibt viele Gründe, warum bei den Professuren in den Naturwissenschaften mehr Männer als Frauen sind (nicht zu letzt die Studentenverhältnisse), aber auch das Frauen öfter in der freien Wirtschaft bleiben und ihre Alterszeit nicht mit einer Professurstelle abschließen wollen, wie einige Männer.
Auch sind generell mehr Doktoranten als Doktorantinnen an den Universitäten, was vielleicht auch eher einer persönlichen Vorliebe, denn einem sexistischen Problem vorzuziehen ist.
Genauso wie George Orwell schon bemerkte, dass es kaum Frauen gibt, die Postmarken sammeln, so ist auch das Puzzeln an abstrakten Problemen eine Sache, die Männern mehr liegt an Frauen (deshalb sind Männer vielleicht auch autistischer veranlagt).

Frauen können (wenn sie wollen) sich besser in Unternehmen einbringen, in denen auch soziales Verständnis wichtiger ist. Denn genau hier liegen ja traditionell (wie auch gerne im Spiegel geschwärmt wird) die Stärken der Frauen, wenn sie sich denn darauf einlassen auch mal ein starkes Kreuz zu machen und sich durchzusetzen.

Leider werden diese Punkte nie beachtet oder besprochen, sondern lieber von vermeintlichen Schwächen in der Auswahl der Professuren gesprochen oder über Förderprogramme für Frauen nachgedacht. Vielleicht, aber nur vielleicht, haben jetzt aber die Frauen einen ganz anderen Plan? Vielleicht, aber nur vielleicht sind Frauen keine Sklavinnen sondern können sogar Denken und selbst entscheiden (Steine werden ihnen kaum noch in den Weg gelegt) und entscheiden sich eben für den Beruf in der freien Wirtschaft anstatt für eine Professur?

Oder (Gott bewahre) sie gehen für ein paar Jahre in den Beruf entscheiden sich dann erstmal ein Kind zu bekommen und kommen dann zurück an den Arbeitsplatz.. Schock schwere Not, damit würden sie ja ganz gegen den Willen so vieler Schreiberlinge hier agieren. Und das vielleicht auch ganz ohne die Unterdrückung durch den Mann, denn dem ist das normalerweise herzlich egal für was sich die Frau entscheidet. Ob wir jetzt mit Männern oder Frauen um einen Platz konkurrieren müssen, ist in letzter Instanz gleich: Konkurrent bleibt Konkurrent ob mit doppel XX oder mit einem Y Chromosom...

Mit freundlichen Grüßen,

Max S.

Leben heute und vor 30 Jahren – Wider dem Gutmenschentum

Ja, der Kapitalismus wird gerne für alles schlechte in der Welt verantwortlich gemacht. Die freie Marktwirtschaft hat unser Leben in den letzten Dekaden unerträglich traurig, teuer und arm gemacht. Oder etwa nicht?

Steve Horwitz von Austrian Economist vergleicht einen Roadtrip in den 70ern mit einem heute. Allein die Unterschiede im Aufwand sind erstaunlich. Damals gab es kein GPS, kein Mp3-player, kein Internet, kein Handy und man hatte stattdessen einen Haufen Karten und viele Telefonate zu führen.

Aber natürlich ist aus der Sicht der heutigen Linken (etwa 80 % Europas und 65 % der US Bevölkerung) und Marktgegner alles schlechter geworden, schon von wegen der Schere zwischen Armut und Reichtum. Doch wenn ich es mir anschaue, dann haben es die Armen heute viel viel besser als damals und liegt nicht an besserer Sozialleistung, sondern an den Möglichkeiten die der freie Markt (selbst in der heutigen eingeschränkten Variante) über die Jahre gebracht hat. Welcher Arme in den 50er-60er Jahren konnte einen Fernsehr und eine PS2 sein eigenen nennen? Oder in einem Lidl für kleines Geld alles bekommen, was man zum Leben braucht.

Das sein Leben nicht noch besser ist, das liegt einzig und allein an der sozialistischen Kulturneigungen, sogar meist derer die Dank gutem Studium und gutem Job sich das “nobelsein” und “Gutmensch” sein leisten können, denn sie können die 10 ct mehr für Essen und Benzin locker wegstecken und dann auch noch 10 ct gemeinnützig an die Armen abdrücken (was nicht gerade dem Selbstwertgefühl des sozial Schwachen hilft)…

Stattdessen wird das Geld jährlich um etwa 2% entwertet, was dazu führt das damals 10 Pfennig 1970 20 % mehr wert waren als 1990. Jeder kennt noch die Geschichten: Früher in den 80ern hab ich mir Wassereis für 1 Pfennig gekauft, heute zahle ich 20 ct. Doch bei der Inflation hat es nicht aufgehört, auch die Mehrwertsteuer beraubt vor allem die Geringverdiener und Unterqualifizierten. Er beraubt Familien und Alleinerziehende mehr als Singles und ist dadurch noch unsozialer als so manche andere Steuer.

staatliche Vorschriften in der Forschung verhindern Quantensprünge in der Biomedizin, die einem gesunden Ingenieur oder Soziologe egal sein können, aber eine Frage des Überlebens für den Krebspatient ist.

Und da schimpfen die Linken und Gutmenschen in Europa darüber, ob man jetzt die paar ct Mindestlohn für das und dies ausweiten möchte, während an anderer Stelle das Leben der Menschen wesentlich einfacher wesentlich leichter und besser werden könnte…

Vielleicht bin ich ja zu pessimistisch und sollte an dem Beispiel Horwitz sehen, dass trotz der Versuche dieser eigentlich Anti-“Gutmenschen”, wir immer noch dank dem freien Markt ein besseres Leben geniesen können als vor 30 Jahren..

Brüno: Ein Nachtritt

Eine einzige Szene hat mir dann doch gut gefallen, wenn ich so noch einmal zurück blicke. Brüno hatte sich auf dem Rückweg von "Middle Earth" (Mittlerer Osten) ein Baby in Nairobi "adoptiert" und in den USA in eine schwarze Talkshow gezogen (der Moderator war übrigens weiß.. Imperialistischer Rassimus?). Wenn man jetzt immer den abwegigen Elitismus der Europäer mitbekommt, dann müsste man glauben das die amerikanische Unterschicht das kool fände oder zumindest nichts besonderes daran befinden würde.

Hört man denn nicht immer von den kontemporären Idioten in Europa, wie schlimm und degeneriert in den USA die Menschen sind, dass sie ihre Kinder so und so nennen oder das und das schlimmes mit ihnen machen (ob jetzt schreckliche namen oder "bibelzwang" und "jesuscamp").
Dafür fande ich aber die Aufregung des Publikums sehr aufgeklärt und intelligent. Sie haben ihn gleich ausgebuht und sich beschwert. Und gejubelt als das Kind dem Idioten Sascha Baron Cohen weggenommen wurde (wahrscheinlich gestaged). Dazu beigetragen haben geschmacklose Bilder mit dem BAby bei einer Swinger-Party mit Pot und einige Darstellung des Babys am Kreuz!!!

So gesehen hat diese Szene zumindest eines für mich entlarvt, die dummen Vorurteile vieler Europaer über die US amerikanische Unterschicht.