Tuesday, December 23, 2008
Douglas Adams and Democracy - A reminder
"Odd," said Arthur, "I thought you said it was a democracy?"
"I did," said Ford, "It is."
"So," said Arthur, hoping he wasn't sounding ridiculously obtuse, "why don't the people get rid of the lizards?"
"It honestly doesn't occur to them," said Ford. "They've all got the vote, so they all pretty much assume that the government they've voted in more or less approximates to the government they want."
"You mean they actually vote for the lizards?"
"Oh yes," said Ford with a shrug, "of course."
"But," said Arthur, going for the big one again, "why?"
"Because if they didn't vote for a lizard," said Ford, "the wrong lizard might get in."
Friday, October 17, 2008
SPON-WATCH
Ich sitze also bei meiner Friseurin, lasse mir die Haare schneiden - und von der koreanischen Immigrantin erklären, warum sie für John McCain stimmen wird.
In erster Linie, sagt sie, weil Obama "den Armen Geld geben will", was ihrer Meinung nach "Sozialismus" sei. Sie verrät noch, dass sie im Jahr brutto zwischen 30.000 und 40.000 Dollar verdient - und fängt dann überraschenderweise ein Plädoyer für den gutverdienenden Anwalt an, der 250.000 per annum verdient und mehr Steuern zahlen soll, wenn es nach Obama ginge. "Das sind immerhin meine Kunden. Die haben auch hohe Kosten, zwei oder drei Kinder im College, große Häuser, zwei Autos. Für die ist es auch hart."
Und der Spiegel-Redakteur hält das für Ignoranz, Verblendung und "Schmutztaktik der McCains", dabei zeigt sich doch, dass die Friseurin offensichtlich mal ein bisschen weiter gedacht hat als der Spiegel-Redakteur, der dem Klassenkampf treu bleibt...
Tuesday, October 14, 2008
Krisen: Bust and Booms
Doch kommen wir zum eigentlichen Thema, Boom und Busts und wer daran schuld ist, bzw. was man machen kann. In diesem Fall hab ich mir "The Hangover Theory" von Paul Krugman, bzw. seine Kritik am Austrian Business Cycle durchgelesen. Hey, immerhin ist der Mann jetzt Nobelpreisträger (wenn auch für etwas, was er lang vor seiner Pop-Journalismus-Karriere erschaffen hat). Hier im Slate kann man sich den Originaltitel mal durchlesen.
Auch wenn ich erstmal seinen Stil persönlich nicht so gut gewählt finde (da sehr verletzend und übeheblich) um sich auf eine rein argumentative Auseinandersetzung einzulassen, fangen wird doch mal oben an.
Er resümiert erstmal kurz und bündig, was er für die Essenz dieser Theory hält:
"Call it the overinvestment theory of recessions, or "liquidationism," or just call it the "hangover theory." It is the idea that slumps are the price we pay for booms, that the suffering the economy experiences during a recession is a necessary punishment for the excesses of the previous expansion."
Wenn auch etwas polemisch, so ist es im groben richtig, auch wenn man "price to pay" wohl nicht so sagen würde. Es ist auch kein necessary punishment, sondern eine necessary development. ABer wie gesagt, nett und förmlich wird ja nicht geschrieben =)
Dann holt er erstmal mit der moralisch-politischen Keule aus und schreibt etwas, das man so gar nicht vertreten kann:
The hangover theory is perversely seductive—not because it offers an easy way out, but because it doesn't. It turns the wiggles on our charts into a morality play, a tale of hubris and downfall. And it offers adherents the special pleasure of dispensing painful advice with a clear conscience, secure in the belief that they are not heartless but merely practicing tough love.
Naja, da er ja selbst gerne zu gibt, dass ein bisschen Psychologie in der Finanzwelt durchaus angebracht ist, möchte ich darauf mal so antworten. Erzieht man seine Kinder, in dem man ihnen auch für schwere Fehler Süssigkeiten schenkt, oder ihnen Hausverbot erteilt? Sagt man also "weiter so, das war nur diesemal so", oder sagt man "Junge du hast was falsch gemacht, denk drüber nach".
Recessions are not necessary consequences of booms. They can and should be fought, not with austerity but with liberality—with policies that encourage people to spend more, not less. Nor is this merely an academic argument: The hangover theory can do real harm.
Er geht also davon aus, dass in einer Krise zu wenig Geld für Investments zur Verfügung steht, weil man lieber "Liquidity" behält, anstatt Kapital zu binden. Er geht also davon aus, dass zu wenig Geld zur Verfügung steht, nicht das etwa am Ende des Booms zu viel Demand für Geld vorhanden ist und die Leute eventuell skeptisch werden und den Geldhahn zu drehen.
Fein spielen wir mal mit, immerhin kennt er die Daten besser als ich =)
Friedrich von Hayek and Joseph Schumpeter strenuously arguing, in the very depths of that depression, against any attempt to restore "sham" prosperity by expanding credit and the money supply. And these same views are doing their bit to inhibit recovery in the world's depressed economies at this very moment.
Leider schreibt er diesen Teil, ohne wirklich ein Gegenargument zu bringen bzw. ein Beweis warum.
The many variants of the hangover theory all go something like this: In the beginning, an investment boom gets out of hand. Maybe excessive money creation or reckless bank lending drives it, maybe it is simply a matter of irrational exuberance on the part of entrepreneurs. Whatever the reason, all that investment leads to the creation of too much capacity—of factories that cannot find markets, of office buildings that cannot find tenants. Since construction projects take time to complete, however, the boom can proceed for a while before its unsoundness becomes apparent. Eventually, however, reality strikes—investors go bust and investment spending collapses. The result is a slump whose depth is in proportion to the previous excesses. Moreover, that slump is part of the necessary healing process: The excess capacity gets worked off, prices and wages fall from their excessive boom levels, and only then is the economy ready to recover.
Hier zählt er mehrere Varianten für das Ende eines Booms auf, wobei er sich im Gegensatz zur eigentlichen Austrian Theory nicht auf deren Argumentation einlässt, sondern nur aufzählt, was alles so an Gründen vorhanden sein könnte. Er kommt hierbei jedoch schon recht nahe, wenn er dafür excessive lending und credit creation verantwortlich macht. Nur erzählt er nicht, von welcher Perspektive aus er es sieht: market-driven oder government-driven. ER zeigt auch auf, dass diese Kredite dann in Produktionsmittel landen, die eventuell nicht nachgefragt werden. Allerdings vermisse ich es zu erfahren, in welchen Richtungen er es vermutet und auf welchem Level. Produktionsanfänge oder gar deren Endphase?
Den Rest kann man erstmal so stehen lassen.
Except for that last bit about the virtues of recessions, this is not a bad story about investment cycles. Anyone who has watched the ups and downs of, say, Boston's real estate market over the past 20 years can tell you that episodes in which overoptimism and overbuilding are followed by a bleary-eyed morning after are very much a part of real life. But let's ask a seemingly silly question: Why should the ups and downs of investment demand lead to ups and downs in the economy as a whole? Don't say that it's obvious—although investment cycles clearly are associated with economywide recessions and recoveries in practice, a theory is supposed to explain observed correlations, not just assume them.
In der Tat, es wichtig so etwas auch empirisch zu untersuchen, allerdings ist eine Theorie auch erst dann widerlegt, wenn man den Gegenbeweis bringt. In Abwesenheit von Statistiken auch auf seiner Seite, werde ich mich jetzt auch nur mit dem logischen Gerüst befassen. Höhen und Tiefen im Investment kennzeichnen auch Höhen und Tiefen in der gesamten Wirtschaft, jedoch muss beides nicht unbedingt zeitgleich sein, bzw. das Feedback kann durch aus eine zeitlang warten. Es kommt auf die Länge, Höhe und Art der Schwingung an. Welche Produkte im Finanzsektor sind betroffen, sind Kredite weiter frei verfügbar und in welchen Branchen sieht man das Problem. Ist es branchenübergreifend, so wird in der Tat die ganze Wirtschaft im Gleichtakt reagieren, denn sie wird auf Sicherheit spielen und viele Cash-Rücklagen bilden.
Monsieur Krugman sieht jedoch das Problem wo anders, es geht ihm nicht darum warum das Investment stagniert oder fällt, sondern warum die Wirtschaft als ganzes folgt.
Here's the problem: As a matter of simple arithmetic, total spending in the economy is necessarily equal to total income (every sale is also a purchase, and vice versa). So if people decide to spend less on investment goods, doesn't that mean that they must be deciding to spend more on consumption goods—implying that an investment slump should always be accompanied by a corresponding consumption boom? And if so why should there be a rise in unemployment?
Dies ist ein wichtiger Absatz und sollte genauer untersucht werden. Das eine Transaktion (und das ist die gesamte Wirtschaft, ein System von Transaktionen) immer einen Übergang von Verkauf zu Kauf bildet und somit eine Ausgabe einer Einnahme gegenüber steht ist klar. Jedoch heißt es nicht, dass wenn man weniger für Investent goods (Aktien, Obligationen, Optionen etc.) gleich ein mehr für Konsumgüter (Waren) erwarten kann. Es könnte sein, dass viel Geld nicht im Umlauf auftaucht, weil es behalten wird (weniger in der Industrie, aber bei Privatvermögen). Generell ist eher das Verhalten so zu beschreiben: Aktien schlecht, Geld in Bargeld verwandeln, oder in wenige Wertartikel (Gold) und dann davon absehen es zu benutzen (Haushalten).
Es kann also durchaus einfach zu einer Stagnation, denn zu einem Boom auf der anderen Seite kommen. Ob es eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit gibt, hängt hiervon jedoch gar nicht ab. Wer sagt, dass ein boom im Gütermarkt automatisch Arbeitslosenzahlen beeinflusst? Zumindest behaupten es nicht die Austrian Theorists.
Auch haben die Finanzkrisen im späten 20. Jahrhundert keinesfalls zu "Massenarbeitslosigkeit" geführt, wie er hier offensichtlich suggeriert (was auch nicht von Austrian Economists behauptet wird). Deshalb kann man den folgenden Abschnitt über Arbeitslosigkeit auch erstmal getrost vergessen.
And anyway, this story bears little resemblance to what actually happens in a recession, when every industry—not just the investment sector—normally contracts.
Indeed, also vergessen wir sein Story gleich mal....
A recession happens when, for whatever reason, a large part of the private sector tries to increase its cash reserves at the same time. Yet, for all its simplicity, the insight that a slump is about an excess demand for money makes nonsense of the whole hangover theory. For if the problem is that collectively people want to hold more money than there is in circulation, why not simply increase the supply of money? You may tell me that it's not that simple, that during the previous boom businessmen made bad investments and banks made bad loans. Well, fine. Junk the bad investments and write off the bad loans. Why should this require that perfectly good productive capacity be left idle?
Jetzt gibt uns Krugman den Grund für eine Recession. Er scheint es recht einfach zu sehen falsch Investitionen zu beenden und schlechte Kredite abzuschreiben, aber genau das ist es ja nicht, wie wir in der heutigen Krise sehen. Welchen Anreiz bietet er den Unternehmen an, wenn er sie weiter mit Geld füttert? Es geht hier um die Frage was denn nun wirklich gefragt wird, ist zu wenig Geld im Umlauf, oder verlangt der Investor mehr Geld, weil zu wenig im Umlauf ist. Da jedoch vorher davon ausgegangen wurde, das zu viel Geld den Boom beendet hat, dann dürfte doch wohl eher zu viel im Umlauf sein.
Ein weiteres Problem ist seine Definition von was "perfectly good productive capacity" ist, wenn er damit meint, dass eigentlich gute Fabriken auf Grund vom Bust nicht mehr fertiggestellt werden, dann muss er erklären, nach welchen Kriterien sie "gut und ökonomisch" sind?
In einem Bust werden die Kriterien von den Banken höher gesteckt, um weiteres falsches Investieren zu vermeiden. Es kann also sein, dass plötzlich "gute" Fabriken für Todeskandidaten gehalten werden.
The hangover theory, then, turns out to be intellectually incoherent; nobody has managed to explain why bad investments in the past require the unemployment of good workers in the present.
Was? Vielleicht, weil in der jetzigen Situation der Job nicht mehr nachgefragt wird? Man kann nicht einfach Leute einstellen, weil sie "gut" sind, wenn man dafür das Geld nicht hat oder fürchtet es nicht zu haben. Auch dauert die "Transition" von einem Job zum anderen länger (Ausbildung, Mut zur Ausbildung, Eignung). Es ist keineswegs berechenbar und eine sehr menschliche Variable (chaotisch).
Danach folgt ein kleiner Absatz über Ideologie und welche Menschen seiner Meinung nach zu Austrianism neigen. Ich würde diesen jedoch eher einen Hang zu staatlichem Zwangshandeln unterstellen, da dieser mehr Möglichkeiten zur "Erziehung" hat.
Wenn ich sein Gegenargument jedoch richtig verstehe (nicht in diesem Artikel enthalten), dann möchte er in Krisen für mehr Geld sorgen, da er das Problem auf der supply-seite sieht. Er würde mit mehr Geld zwar einen Wertverlust (Infaltion) in Kauf nehmen, aber damit versuchen die "Handlungsfähigkeit" und die Kreditvergabe auf Unternehmensseite zu erhalten (Arbeitsplatzerhalt und Investitionsmöglichkeit). ER hofft dann, dass die Unternehmen von alleine die schlechten Investitionen entweder sofort über eine zeitlang abtragen bzw. abbauen.
Leider sind die Anreize dafür relativ gering, wenn dauernd GEld nachgeschüttet wird. Gleichzeitig muss man wissen, wie viel denn gebraucht wird, sonst trifft die Geldwertentwicklung (wie 1933) in einem Maße zu, dass für zu hohen Wertverlust sorgt. Es ist also ein Risiko-Ratespiel.
Hauptgegenargument sollte jedoch die Nicht-Bereinigung von schlechten Investitionen sein, die dadurch nicht gerade unterstützt wird.
Gleichfalls hat diese Betrachtung bisher noch wenig Gehalt für die heutige Krise, da sie bisher hauptsächlich den Finanzsektor trifft und bisher zwar lending nachgelassen, nicht aber ausgesetzt ist.
Friday, October 03, 2008
Tag der Wiedervereinigung
Es wird heute der Tag gefeiert an dem die Ostdeutschen von der BRD über die Ohren gehauen wurden. Ihnen wurde Land enteignet und neu verteilt, sie wurden mit Subventionszahlungen in die Abhängigkeit der Wessis geführt und stehen heute vor einem entvölkerten Land.
Es wird Zeit, dass man die Ostdeutschen endlich wieder alleine wirtschaften lässt, ohne sie in die Unmündigkeit zu subventionieren! Aufschwung Ost ist nicht durch Finanzspritzen sondern durch Eigenverantwortung zu schaffen, so wie in den 50ern, als Gesamtdeutschland vor einem Trümmerhaufen stand!
Thursday, October 02, 2008
Kompromisse
Es setzt sich eine Gruppe von Menschen zusammen und diskutiert ein Thema bzw. ein Problem, dabei bringt jeder seinen Erfahrungsschatz ein und die letztliche Kompromisslösung der Extremenpositionen bringt für alle einen Mehrgewinn. Eine solchen gewinnbringenden Kompromiss findet man in Expertenrunden zum Beispiel in einem Unternehmen, aber auch oft auf Grass-Root Veranstaltungen. Jeder trägt sein Wissen zum Gesamprojekt bei.
Soweit die Traumlandschaft-Theorie der Demokratie-Befürworter, jedoch gibt es noch eine andere Art Kompromis und das ist jener, dem gerne Liberale Freunde der Politik nachgehen.
Es etzt sich wieder eine Gruppe Menschen zusammen, diesmal jedoch Politiker, und jeder möchte seine Einzelinteressen einbringen. Es ist ihnen egal, ob das Gesamtkonzept gelingen wird, solange jeder seine Partisaninteressen bekommt, die ihm gerade nützen. Der Nutzen der Einzelpersonen ist hierbei nicht unbedingt Kongruent mit dem Willen das Projekt zu bestehen.
Es muss hier auch kein "Expertenwissen" zusammen kommen, was irgendwie nützlich ist.
Dieser "Stammtisch"-Kompromiss ist etwas sehr natürliches in der Politik. Der neuste Beweis ist wohl der Bailout in den USA, der nach der ersten Niederlage jetzt durch den Kompromiss-Generator gejagt wurde und mit Schmankerl für jeden einzelnen Politiker und seinen District versehen wurde, um ihn doch noch durchzudrücken. Was natürlich alles verwässert und solche Stilblüten bringt:
SEC. 503. EXEMPTION FROM EXCISE TAX FOR CERTAIN WOODEN ARROWS DESIGNED FOR USE BY CHILDREN.
(a) IN GENERAL.—Paragraph (2) of section 4161(b) is amended by redesignating subparagraph (B) as sub301 paragraph (C) and by inserting after subparagraph (A) the following new subparagraph:
(B) EXEMPTION FOR CERTAIN WOODEN ARROW SHAFTS.—Subparagraph (A) shall not apply to any shaft consisting of all natural wood with no laminations or artificial means of enhancing the spine of such shaft (whether sold separately or incorporated as part of a finished or unfinished product) of a type used in the manufacture of any arrow which after its assembly—
(i) measures 5⁄16 of an inch or less in diameter, and
(ii) is not suitable for use with a bow described in paragraph (1)(A).
EFFECTIVE DATE.—The amendments made by this section shall apply to shafts first sold after the date of enactment of this Act.
oder
* Sec. 105. Energy credit for geothermal heat pump systems.
* Sec. 111. Expansion and modification of advanced coal project investment credit.
* Sec. 113. Temporary increase in coal excise tax; funding of Black Lung Disability Trust Fund.
* Sec. 115. Tax credit for carbon dioxide sequestration.
* Sec. 205. Credit for new qualified plug-in electric drive motor vehicles.
* Sec. 405. Increase and extension of Oil Spill Liability Trust Fund tax.
* Sec. 309. Extension of economic development credit for American Samoa.
* Sec. 317. Seven-year cost recovery period for motorsports racing track facility.
* Sec. 501. $8,500 income threshold used to calculate refundable portion of child tax credit.
* Sec. 503 Exemption from excise tax for certain wooden arrows designed for use by children.
Alles sind Änderungen am Originaltext, um Abweichler ruhig zu stellen! Tja, die Politik kann auch die eigentlich guten Prozesse der demokratischen Wissensfindung zum schlechten Wenden. Das sollte wohl allen mal eine kleine Lehre sein, wird es aber wohl doch nicht.
Monday, September 29, 2008
Offener Brief an die Linken - Finanzkrise
Bofinger's schräge Welt
Anders lässt es sich nämlich nicht erklären, wie er zu diesen Argumenten findet.
Es werden typisch anti-kapitalistisch-deutsche Schlagwörter wie Turbokapitalismus gebraucht, die so weit von der WIrklichkeit entfernt sind, wie nur irgendmöglich, ohne gleich zu lügen.
Hätte er da sachlich richtig geantwortet, dann hätte man sogar mal von einem "Weisen" ausgehen können.
Leider ist in der Welt, wie auch in der USA, nirgendswo ein Turbokapitalismus zu sehen, wenn damit ein laissez-faire oder zügelloser Kapitalismus gemeint ist, also einer ohne Lenker bzw. Herrscher. Wenn man damit aber den Konsequenzlosen Kapitalismus meint, der à la Bundesregierung und US Regierung mit Bailout's praktiziert wird, dann mag er recht haben.
Vielleicht war ja auch fehlendes Misstrauen der Banken, eines der Probleme, doch HErr Bofinger sieht das eher als unerwünschte Folge des Zusammenbruchs. Aber ist Kritik und Mißtrauen vielleicht nicht gar ganz so schlecht für eine Branche in der es um Millionen geht???
Dann labert der Herr etwas von Siegeszug des angelsächsischen Kapitalismus und der Verbindung zur freien Marktwirtschaft. Mein Herr, weder ist das eine das andere, noch wurden letztere jemals wirklich zelebriert! Setzen 6 würde ich hier sagen und noch mal das 101 der Ökonomie studieren. Experte? Dieser Mann qualifiziert sich in seinen kurzen Sätzen selbst.
Auch die Argumentation, dass sich doch die freien Märkte und "ungezügelten" Spekulationen mit dieser Krise endlich falsifiziert hätten, als Freiheitsgarant, ist falsch. Dem steht doch die Realität gegenüber, in der man sieht, dass der Finanzmarkt durch ein undurchsichtiges Netz von Regeln und Regulationen "geschützt" wird. Freier Markt und freie Spekulationen sehen anders aus, mein Herr. Und das Versagen dieser Regulationen mag man jetzt der freien Marktwirtschaft anlasten.
Oh je, das ist verdammt nahe an einem Orwell-Szenario dran, bei dem Krieg als Frieden verkauft wird.
Danach geht es um Schulden und Abhängigkeiten, doch ist nicht das Problem,d ass man solche Banken immer geschützt hat, anstatt sie mal kaputt gehen zu lassen. Wo waren die Signalwirkungen, die dem Markt sagen: Hoppla, hier geht was falsch?!
Sich auf Rating-Agenturen und Computerprognosen zu verlassen zeugt wohl auch eher von mangelndem Fachwissen. Es wurde Zeit, dass einmal gezeigt wird, wie unsicher solche Ratings eigentlich sind und das man sich doch lieber auf seinen eigenen Erfahrungsschatz verlassen sollte. Gleichfalls geht jedoch diese Kritik an dem eigentlich Problem vorbei, denn nicht unbedingt Ratings waren das Problem
Herr Bofinger rügt die großzügigen Kredite, die in Amerika und England gemacht wurden, ohne jedoch zu erwähnen, dass diese durchaus vom Staat bewilligt wurden. Sogar erwünscht waren! Wird denn nicht immer von sozialistischer Seite gefordert, dass man Kredite einfacher vergeben sollte, auch an arme Leute, die weniger Bürgschaften haben. Man sollte hier nur einmal an die KfW verweisen.
Danach beginnt der Herr "Wirtschaftsweise" ein politisches Programm zu erörtern, in dem er Dinge vorschlägt, die in der Welt der Ökonomen schon lange bewiesenermaßen als nicht tauglich eingestuft wurden. Tja, wenn man halt Experten von vorgestern hat, dann braucht man sich nicht mit der Situation von heute auseinandersetzen.
Mindestlohn, abgehakt.
Auswirkungen der Globalisierung kanalisieren = bitte was?!
DAnn beschwert er sich über Protektionismus, nachdem er selbst Steilvorlagen dafür geliefert hat, nachdem er den globalen Güterverkehr als undurchsichtig und sozial unfair abgestempelt hat. Ja, schon unfair, wenn Chinesen die vor 20 Jahren noch mit 1 € leben mussten, jetzt endlich ein eigenes Haus beziehen können. Das kann man natürlich nicht zu lassen!!!
Ach ja, ein Bonmot zum Schluss von einem "Wirtschaftsweisen".
"Zu viele Politiker haben wie ein Herr Kirchhoff Steuersenkungen gefordert, damit sollte schluss sein", so Herr Bofinger.
Ja, gefordert wurde es, aber wurde auch nur eine umgesetzt? Nein! Und hier ist der Crux, jemandem vorwerfen liberales Gedankengut zu verbreiten, als ob es auch politischen Einfluss hätte, es also als Massenmeinung zu präsentieren, und dann den status quo doch bitte auszuweiten als Meinung der Minderheit, als Opfer, zu präsentieren.. Wow, wie dreist.
WEnn er Wirtschaftsweise ist, kann sich jeder Wirtschaftsweise nennen. Juhu, 60 Millionen Experten in Deutschland, wir sind gerettet.
Falcon 1 and Private Spaceflight
Plus es können in naher Zukunft auch Privatpersonen in den Raumanzug steigen, die nicht zu den hochbezahlten Elite-Astronauten der NASA gehören. Sehr schön!
Video hier.
Jetzt sind wir wirklich im 21. Jahrhundert angekommen.
Sunday, September 28, 2008
à France
Auch der laissez-faire Gedanke der Französischen Autofahrer hat mich schon ein bisschen gepackt, so sind hier rote Ampeln nicht immer auch im Auge des Autofahrers schon ganz rot. Ein nette Geschichte hierzu ist einem anderen Mitglied meiner Familie passiert, der doch Nachts tatsächlich wagte an einer roten Ampel zu halten. Einige Sekunden später machte es rums und ein Auto war im aufgefahren. Der erboste Autofahrer beschwerte sich, dass es doch nicht sein könnte, dass jemand an dieser Ampel nachts bei rot anhalten würde!
Bisher blieb ich vor solchen Ereignissen verschont, und durfte mich nur mit der Lyoner Tube (Metro) auseinander setzen und mich im Lyonaisisch einparken (rums hinten = passt, rums vorne = passt) üben.
Nebenbei habe ich auch gleich den VW vor Ort Service genutzt, um eine wackelnde Lambda-Sonde wieder in den Griff zu kriegen, wobei der freundliche Service-Mann mit einem netten "C'est la vie" dies unentgeltlich erledigt hat. Vielleicht hat er sich auch nur überlegt, dass die Sonde jetzt schon so kaputt ist, dass der bald wieder kommt um sie zu ersetzen.
So steht nun in den nächsten Tagen nur noch der Umzug mit meiner Freundin ins Haus, was hoffentlich reibungslos gehen wird. An dieser Stelle auch alles liebe an sie, dass sie mich für die nächsten 6 Monate aufnimmt und es mit mir aushalten muss *hehe* =)
EU und die Welle (Hörspiel)
Die Hörspielversion, die im Grunde die gesamte Handlung wieder gibt, ist nicht wirklich viel schlechter als der Film. Sie ist sicher nicht auf der Höhe der Zeit, wenn man sie mit anderen modernen Hörspielen vergleicht, wie z. B. Herrn der Ringe, was jeoch wohl eher an der Adaption des Filmes anstatt des Buches liegen mag.
Jedoch enthält diese Hörspielversion trotzdem eine interassante Stelle, die mir bei einem Klassifizierungsproblem geholfen hat. Ich habe mich schon seit geraumer Zeit gefragt, wie man denn die EU jetzt politisch einordnen kann. Sie fällt nicht klar in bestimmte Muster, denn sie ist keinesfalls eine United States of Europe und sie ist aber auch kein Staatenverbund, wie die ehemalige UdSSR. Gleichfalls ähnelt sie auch in ihren Grundstrukturen nicht älteren Konstrukten, wie beispielsweise dem heiligen Römischen Reich deutscher Nationen. Desweiteren ist auch die direkt-demokratische Idee der Schweiz in der EU nicht zu finden, auch wenn die hohe Unabhängigkeit der Einzelstaaten, dies eventuell nahelegen könnte.
Sie ist auch schon lange kein reines Freihandelsabkommen und/oder Militräbündnis.
Doch im Hörspiel kam mir dann die Antwort durch ein Frage- und Antwortspiel zwischen der Klasse und dem Lehrer, die sich mit dem Thema 3. Reich auseinander setzen. Keinesfalls gleicht die EU dem 3. Reich, allerdings stimmt die hier erörterte politische Kategorie mit der Funktionsweise der EU überein.
So fragt der Herr Lehrer:
Was ist Autokratie?Und die Antwort geht etwa wie folgt:
Die Herrschaft eines Einzelnen oder einer Gemeinschaft über alle, auch gegen deren Eigeninteressen.Tja, und man muss schon sagen, das stimmt durchaus mit der Situation überein. Wir haben eine Entität, die sich ereifert über alle zu bestimmen und dies auch noch ohne eine demokratische Kontrolle. Dabei zwingt sie dem, gemäß Ihrer Meinung, vertretenem Volk ihre eigene Kultur und Verbote auf, auch gegen die Einzelinteressen der einzelnen Mitglieder (siehe "Nein" des irischen Volks zur EU-Verfassung) und in Annahme einer eigenen Legitimation durch eine "Mehrheit".
Des weiteren bestimmt sich diese Klasse selbst und setzt sich selbst ein (siehe: keine direkten Wahlen von EU-Parlamentariern).
Und so hat mich das Hörspiel auf die eigentliche Kategorie gebracht, in welche die EU passt.