Thursday, July 02, 2009
SpiegelWatch: Ökologie - Solarstrom - Unsinn
Hierbei möchte ich nur kurz auf zwei-drei Punkte eingehen, die in diesem Bericht von Greenpeace offensichtlich nicht verstanden wurden:
a) Ein Boom in einer Subventionierten Sparte ist kein Boom sondern eine Blase, denn beim Wegfall der Subventionen würde sie zusammenbrechen (siehe Dot-Com, siehe Housing Bubble)
b) Man kann nicht von einem netto Gewinn an Jobs sprechen, wenn für die Entstehung einiger "grüner" Jobs eventuell tausende andere Jobs eingehen (Abstieg der Atombranche).
c) Wann wird das Mär von dem kompletten Ersatz des konventionellen STroms durch regenerativen Solar-Strom endlich zu Grabe getragen?
Während a und b beinahe selbst erklärend sind, scheint c den meisten Journalisten zu entgehen...
Ein Solarkraftwerk in D schafft sein kW/p (kW Stunden peak Leistung) nur etwa 4 h pro Tag unter optimalen Bedingungen (richtig installiert etc.), danach fällt die Leistung rapide ab. Die Hälfte des Tages wird sogar gar keine Leistung generiert, da überhaupt kein Licht vorhanden ist. Jetzt kann man dagegen halten, dass ja auf der Erde immer irgendwo Sonne scheint, aber das ist erstmal irrelevant, weil nicht überall Solarstrom generiert wird und auch kein weltumspannendes Energienetz vorhanden ist. Es bleibt also nur D bzw. Europa. Im Ausland jedoch ist Solarstrom zur Zeit (abgesehen von Spanien) nicht gerade auf dem Vormarsch, weshalb wir uns hier auf D beschränken. Selbst mit billigen Solarzellen um die 1.80 €, die einen Strompreis von bis zu 12-15 cent/kWh erreichen würden, wäre eine komplette Substitution der fossilen Kraftwerke unmöglich, da auch nachts Versorgungssicherheit herrschen muss. Außerdem würde der Strompreis wahrscheinlich steigen, da Spitzen- und Mittellastkraftwerke teurer sind als Grundlastkraftwerke. Und diese Kraftwerke würden dann ja gebraucht für Nachtstrom und für die SR (Systemreserven im Ausfall). Auch um tagsüber auf der sicheren Seite zu sein müssten immer etwa die 6 - 8 fache Leistung verfügbar sein. Es zeigt sich also schnell, dass man hier in eine Kostenspirale rennt, die wohl das ZIel ganz und gar verfehlt billigen, grünen Strom zu erstellen.
Wenn man nämlich Subventionen von Solarzellen abzieht und denen die reinen Stromentstehungskosten von klassischen Kraftwerken gegenüberstellt, dann sind selbst 6 ct/kWh noch nicht konkurrenzfähig...
Wednesday, July 01, 2009
Spiegel-Watch: Sahara-Solarstrom und Politik
"Es ist ein fast unglaublicher Plan: Eine Gruppe von 20 Konzernen will sich im Juli zu einem Konsortium unter dem Namen Desertec zusammenschließen. Das Ziel: 400 Milliarden Euro in Solarkraftwerke in Nordafrika investieren, um damit 15 Prozent der Stromversorgung Europas zu decken."
Unglaublich ist es in der Tat das 20 Konzerne, Desertec, für 400 Milliarden ein riesiges Solarkraftwerk bauen wollen . Generell wäre dies zwar denkbar in einer politisch instabilen Region wie Afrika jedoch mit großen Hürden verbunden. Auch sind die 15 % der Stromversorgung natürlich der Peak-Wert, Nachts wird man von dem Kraftwerk nichts bekommen, was bedeutet: Durch den Bau dieses Kraftwerkes können zwar Grundlastkraftwerke abgeschaltet werden, müssen aber durch teurere Mittel- bis Spitzenlastkraftwerke nachts aufgefangen werden. Toller Plan und teuer.
Das Projekt ist die größte private Ökostrom-Initiative aller Zeiten und wertet die Solarenergie endlich auf.
Zum dem Wort "privat" kommen wir noch, denn die Energiekonzerne tun das nicht aus privatem Antrieb, sondern weil erwartet wird "go green" zu sein und weil sie hoffen möglichst wenig Geld investieren zu müssen und vom Bund ordentlich Geld in den A*sch geschoben zu bekommen. Es gibt den Solarstrom der Lächerlichkeit preis und wertet ihn nicht auf.
Das Vorhaben ist angesichts der steigenden Kosten für fossile Energieträger ökonomisch sinnvoll und angesichts des Klimawandels ökologisch geboten.
Oh je, oh je, gleich zwei Fehler in einem. Sicher steigen die Kosten für fossile Energieträger, sicher werden sie irgendwann so teuer, dass sich der Bau solcher Anlagen lohnen könnte. Es wird aber nicht mehr in diesem Jahrhundert passieren. Wie hoch sind denn die Kosten für dieses Solarkraftwerk und warum kann sie das Unternehmen nicht alleine tragen??
Zum Klimawandel mag ich nur so viel sagen, es ist ein Totschlag Argument, dass zu oft für unsinnige Vorhaben verwendet wird. Weder ist die Gefahr dringend, dass man dafür Milliarden ausgeben muss, noch ist er eine Tatsache (dazu mehr im Archiv auffindbar).
Endlich haben zumindest zwei der Energieriesen in Deutschland (E.on und RWE) offenbar die enormen Potentiale der erneuerbaren Energien erkannt und steigen richtig ein.
Naja, sie hoffen einen Reibach zu machen, in dem sie wenig für die Kosten zahlen und den Strom dann teuer einspeisen, nach dem EEG (Erneuerbare Energien GEsetz). GRundsätzlich wird der Bürger also die Kosten gleich doppelt bestreiten. Er wird für die Subventionen per Steuern aufkommen und die Kosten der Unternehmen durch höhere Preise tragen. Und das ist ein Fortschritt? Die Armen künstlich ärmer machen?
Aber Desertec ist auch außen- und sicherheitspolitisch eine enorme Chance: Das Projekt bindet das instabile Nordafrika an Europa, es schafft dort Arbeitsplätze und Wohlstand. In diesem Sinne ist Desertec auch eine Art Anti-Terror-Programm.Perspektivlosigkeit und Minderwertigkeitsgefühl vieler Menschen in Nordafrika - idealer Nährboden bei der Terrorrekrutierung - könnten sich durch die neue Zukunftschance verflüchtigen. Desertec kann europäische Nachbarschaftspolitik im besten Sinne des Wortes werden.
Wow, da militärischer Interventionismus in Europa auf taube Ohren fällt, will man nun merkantilistischen Imperialismus betreiben?! Es wird dort Arbeitsplätze schaffen, natürlich auf Kosten europäischer Arbeitsplätze, aber das interessiert keinen. Das wäre kein Problem wenn es ein 100% privates Vorhaben wäre, so jedoch subventioniert der arbeitsloswerdende Europäer einen Afrikaner, ob das wirklich zu einem "Zusammenrücken" führen wird?
Desertec ist nur dann eine Chance, wenn es von Beginn an politisch und diplomatisch flankiert wird. Nicht wir in Europa entscheiden darüber, ob die Wüste für Energiegewinnung genutzt wird, sondern souveräne Staaten in Nordafrika.
Hört sich lustig an, ist aber nicht die Arbeitsweise von franz./deutscher Aussenpolitik. Wohl eher die eherne Meinung des ein bisschen naiven und geblendeten Journalisten (kritischer Journalismus ist etwa so lebendig wie MJ). Wahrscheinlich wird man per Foreign Aid die nicht ganz demokratischen Staaten an der MIttelmeerküste schmieren um dann bauen zu können...
Das Vorhaben vermindert die einseitige Abhängigkeit von Öl und Gas. Den Lieferanten der fossilen Energien wird es erschwert, Preise zu diktieren oder ihre Ressourcen zur politischen Erpressung bei der Durchsetzung ihrer Interessen zu benutzen. Die Diversifizierung unserer Energieversorgung bringt uns in jedem Fall mehr Versorgungssicherheit.
Sollte man dann nicht lieber darauf pressen, dass sich Russland etc. demokratisieren und dem freien Markt mehr Platz lassen, denn dann würde der Preis nicht von politischen Entitäten wie Staaten diktiert. Andererseits kann man genau diese Argumente jetzt im Falle Afrikas anwenden. Was wenn die Nordküste entscheidet, dass sie EUropa heute mal keinen Strom liefern wollen?
In Nordafrika sind derzeit mehrere Atomkraftwerke geplant. Allein Ägypten will fünf davon bauen. Mit der Nutzung der Wüsten durch Solarthermie, Photovoltaik und durch die gewaltigen Windkraftpotentiale am Roten Meer oder in Marokko wird es möglich werden, den regionalen Bedarf ohne Kernkraft zu decken und so die Proliferation von Nukleartechnologie zu erschweren
Ist dem Journalist bewusst, dass Kerntechnologie != Waffenindustrie ist? Ich bezweifel, dass ohne SChmiergelder irgendeiner der Staaten trotz des Solar-Booms auf seine Kernreaktoren verzichten wird. Wieder einmal Wunschdenken eines grünen Weltverbesserers, der offensichtlich den Zynismus der Politik nicht sehen will. Realismus sieht anders aus. Desweiteren sind Kernkraftwerke wesentlich ausfallssicherer, weshalb sie ja eben von allen Staaten ausser D gerne gebaut werden.
Terroristen wird außerdem die Option genommen, gegen atomare Anlagen Anschläge mit grauenhaften Folgen zu unternehmen. Es verwundert, wenn Vattenfall-Chef Josefsson das Projekt Desertec aufgrund möglicher Terroranschläge gegen Solaranlagen in Nordafrika ablehnt, aber die weitaus größeren Gefahren durch die geplanten Nuklearanlagen nicht thematisiert.
Würden Terroristen wirklich ihr eigenes Land verseuchen wollen? Warum gab es dann in Israel noch keine Katastrophe oder in einem europäischen Land wie Frankreich, Spanien oder D? D hatte nachweislich mehrere terroristische Zellen im Land? Die Frage ist auch, wie solch ein Anschlag denn nun konkret aussehen soll, dass er gleich verheerende Wirkungen hat. Naja, für einen Privatinvestor wie Vattenfall wäre dämlich in einer instabilen Region ein solch teures Projekt abzusegnen. Es würde nur sinn machen, wenn man die Investitionen direkt vom Staat ersetzt bekommt...
Die deutsche Wirtschaft - von Münchener Rück über RWE, E.on, Siemens bis zur Deutschen Bank - hat endlich die Weichen für die Zukunft gestellt. Der Vorwurf, die großen Energieversorger und die Industrie im ganzen würden die erneuerbaren Energien nur als Alibi fördern, um ansonsten "business as usual" zu betreiben, wird durch das Wüstenprojekt widerlegt.
Die Wirtschaft fördert nichts nur als "Alibi", es sei denn der Staat ist beteiligt, dann kann es vorkommen. Das Wüstenprojekt ist das beste Beispiel dafür. Wenn sich regenerative Energiequellen schon lohnen würden, dann wären die EVU die ersten, die neue Anlagen bauen würden, selbst in gefährlichen Gebieten (siehe STEAG und Argentinien).
Neben diesen Politischen Problemen, gibt es natürlich noch eine Reihe technischer Probleme, deren Lösung noch lange nicht absehbar ist. Wie kühlt man die Kraftwerke, da Wasser dort unten traditionell rar ist? Wie lässt sich der Verschleiss durch Sand und Sandstürme möglichst gering halten? Wie lassen sich die Leitungen möglichst sicher verlegen?
Friday, June 05, 2009
Die Schweizer - ehemalig freisinnig, heute auf dem Weg in den Sozialismus
Der 62-Jährige schrieb unlängst, dass Sonderwohnzonen für Reiche "nichts anderes als Apartheid" seien. Und fragte: "Ist denn ein Autorennfahrer so viel nützlicher als eine Krankenschwester?
Was hat es denn mit nützlich zu tun, wo jemand wohnt? Wenn er fragen würde ob ein Autorennfahrer produktiver ist als eine Krankenschwester, dann müsste es wahrscheinlich heißen: Für die Wohngegend ja, bei der Arbeit nein. Denn er wird sich wesentlich mehr Luxus leisten und der kommt nicht von irgendwo, da werden dann Handwerker und Bauleute wesentlich mehr arbeiten können, als wenn eine Krankenschwester dort hinziehen würde. Aber das ganze kann man doch eigentlich nur debattieren, wenn man eine sehr neidische und eifersüchtige Ader in sich trägt. Ist denn auf dieser Welt nicht für jeden Platz?
Mit Apartheid hat das nichts zu tun, wenn man durch Frankreich fährt, dann kommt man auch an Monaco vorbei, wo "extra wohnplätze für reiche leute" geschaffen wurden. Oder schauen sie sich doch mal die Wohngegenden in Zürich an, wo auch kaum eine Krankenschwester leben kann. Apartheid ist das nicht, wohnen unter Gleichgesinnten wohl eher. Dies gilt aber im gleichen Maße auch Mittel- und Unterschicht. Wohnen denn nicht auch alternative zusammen in Kreutzberg? Studenten in Friedrichshain? Grüne im schönen Basel? Ingenieure in Erlangen?
Ist das alles Apartheid? Nein, weil niemand gezwungen wird oder davon abgehalten wird, solange er es sich leisten kann.
Das sich die meisten Schweizer und die Umweltminister-Blogger Socke über den kantonalen Wettbewerb echauffieren ist mir vollkommen unverständlich. Dieser Wettbewerb ist der einzige Grund, warum die Schweiz in den letzten Jahren nicht genauso nach unten gesegelt ist wie Deutschland. Das die Schweiz noch Wachstum und Wohlstand erfahren hat, wo andere europäische Staaten um 1 % Wachstum kämpfen mussten. Im Gegensatz zu Irland, hat die Schweiz nicht auf Pump gelebt. Jedoch hat sich dieses Bild in den letzten Jahren zu ungunsten der Schweizer weiter entwickelt. Das Bankgeheimnis ist adé und wird noch für böse Überraschungen bei den Schweizern sorgen. Die Annäherung an die EU bringt der reichen Schweiz höchstens Kosten und einen hohen Verlust an Unabhängigkeit bei gleichzeitig fast keiner Mitbestimmung.
Und jetzt die Aufgabe des kantonalen Föderalismus, um die Nöte und Besorgnissen in finanzieller Hinsicht der Bürger zu bereinigen. Damit folgt man Frankreich und Deutschland, die ja gerade dadurch glänzen, dass sie im Verlgeich zu dem etwas freieren USA noch tiefer in die Krise schlittern. Beide Staaten stehen vor riesigen Schuldenbergen und deren sozial Systeme stehen noch schlechter da. Und das wollen die Schweizer kopieren, in dem sie das einzige Instrument aufgeben, dass ihnen bisher Wohlstand gebracht hat?
Die Spinnen die Schweizer und ich hoffe sie sind nicht so naiv und sozialistisch, wie sie in der Deutschen Presse rüber kommen...
Dem Spiegel selbst kann man in seinem Bericht soviel ankreiden, dass es sich fast nicht lohnt ihn zu erwähnen. Selbst wenn durch Briefkastenfirmen keine Arbeitsplätze entstehen, so nimmt doch der Kanton dadurch Steuern aus dem Gewinn der Firmen ein. Auch ist eine Flat Tax keinesfalls ungerecht, wie es im Spiegel dargestellt wird, weil ein Reicher den selben Prozentsatz zahlt wie ein ärmer, sondern GERECHT. Ja, nach dem alten oft vergessenen Ausspruch: Vor dem Gesetz sind wir alle gleich. Das dies natürlich als sozial ungerecht ausgelegt wird ist klar, weil reiche Menschen = böse Menschen, die müssen auch mehr zahlen, weil sie es ja könnten und es ihnen (nach der Meinung der armen Menschen) nichts ausmacht, da sie ja immer noch gut leben...
Gleichfalls muss man natürlich anprangern: Das viele Steuern (u.a. Mehrwertsteuern) vor allem auch die ärmeren Leute überproportional treffen. Warum also nicht diese Steuern auch mal kappen?
"Das Nachsehen haben in diesem Fall die Luzerner: Ihre Stadt blutet in dem gnadenlosen Steuerwettbewerb aus, zurück bleiben die Gutmenschen, Studenten, Ausländer, Schlechtverdienende und Beamte mit Wohnsitzpflicht im Kanton. Sie dürfen die teuren Zentrumslasten mit vergleichsweise hohen Steuern bezahlen."
Oder, die Stadt Luzern könnte ihre Steuern senken! Undenkbar? Ja, unmöglich, nein!
Die Frage ist also, warum bleiben diese Leute in der Stadt und warum sind sie plötzlich Gutmenschen? Warum sind die Kosten in den Städten so hoch, wenn doch jeder nach draussen mag? Und wenn sie in Luzern einkaufen, die bösen Reichen, wo geht dann das Geld hin? Ahhh, nicht in die Stadtkasse, sondern in die Kasse von normalen Menschen.. schrecklich...
Schulpolitik Deutschland - Gedanken über Bildung
Auf der einen Seite kann ich die Denkweise der Frau loben, wenn sie neue Methoden versucht, da die alten bei den Schülern offensichtlich nicht funktionieren. Und auch gute Noten sind keine schlechte Sache, wenn sie denn begründet sind. Ob man jetzt Noten oder Beurteilungen schreiben sollte, ist schwer zu sagen. Im späteren Leben bekommt man beides (Gymnasium/Hochschule Noten und im Job Beurteilungen). Es ist also nicht so einfach zu entscheiden was besser ist.
Eines ist jedoch wichtig, es darf nicht bessere Noten für geringere Leistung geben! Denn wenn es eine sinnvolle Zeit in der verschulten Bildung Deutschlands gibt, dann ist das die Grundschulzeit. Hier werden die Grundlagen für die spätere Entwicklung gelegt. Lesen, Rechnen und Schreiben, keine späteren Fächer werden so wichtig sein wie diese 3.
Und genau hier hab ich so meine Zweifel über die liebe Lehrerin. Es kann schon sein, dass sie ihre Ansprüche senkt, im Vergleich zu anderen Klassen, und dadurch bessere Noten vergibt, was dann auf dem Gymnasium schnell zu einer Überraschung für die Kinder führen kann.
Man kann es leider aus dem Bericht nicht entnehmen, in welcher Weise ihr Unterricht anders war als der der anderen Lehrer. Wenn sie hingegen nur bessere Noten vergibt, weil sie Noten und Bewertungen für Böse hält, dann ist das keine Auszeichnung wert...
Thursday, May 28, 2009
Die Regierung und Fiskal Bilanzen
Das ist die Zahl, die jedem Schrecken einjagen sollte. Denn das ist die Summe Euro pro Kopf, mit der wir heute verschuldet sind. Jeder Staatsbürger hat 18.518 Euro Schulden, dank der Bundesregierungen (heute und früher - nicht wahr Herr Brandt).
Und diese Leute dürfen überhaupt irgendetwas entscheiden, was mit Geld zu tun hat? Jeder halbwegs gesunde Menschenverstand würde doch da eine Sache diktieren: SPAREN bis die Schulden zurückgezahlt sind. Nicht so in der Politik, dort ist fiskaler Sachverstand nicht gefragt, sind doch Wahlgeschenke definitiv wichtiger. Und Otto-Normal-Bürger (dem eine einfache Schätzung schon zu schwierig ist, und sich deshalb auf sein tägliche Dosis SpOn-Berechnung verlässt) glaubt diesen Schwachsinn auch weiter, ja begrüsst ihn sogar nach dem Motto:
Es sind ja die anderen, die für meine Vorteile mitzahlen! Hehe!
Tja, wie gesagt: Politik fördert immer assoziales Verhalten...
Climate Modelling
And here we see climate researchers professing a magnitude of knowledge about a chaotic highly complex and non-linear system that is incredibly high. I don't say that they are flat out wrong, but they are arguing on the level of percentages and claim that uncertainty is lower than a few percent.
I saw the perfection of several models in the last few years, electrical asynchronous machines only one example. But, researchers worked on those systems and models for more than 50 years and the perfection of the models is only possible because the system is closed. In a electrical machine you don't have as many uncontrollable influences as in really chaotic systems. Yes, you can have unwanted inductances or eddy currents, but those are already predictable.
And now we are at a level, where direct torque control without much measuring is possible, because simulation models have the quality and precision necessary.
So, it is not obvious to me, how anyone can claim a high precision of his models and a long-term accuracy, if there are still several unresolved issues like cloud forming...
Tuesday, May 05, 2009
EU-Wahl oder was soll man blos wählen?
Man könnte natürlich eine der kleinen Parteien wählen, die eh keine Chance auf einen Wahlsieg haben (oder eine nennenswerte Beteiligung), nur des Protests wegen. Viele wehren sich jedoch dagegen, weil diese Parteien oft einen Krudenmix aus anderen nicht wirklich liberalen Ideologiestücken neben der Ablehnung des Vertrages in sich vereinen.
Das geht von latenter Angst gegenüber Fremden (sprich: Immigranten) bis hin zu katholischer FAmilienpolitik. Alles nicht liberal, aber mein Gegenargument wäre: Was ist denn bitte an den Großen "Pro-Europa" Parteien jetzt so liberal und wieviel Gewicht haben jene nicht-liberalen Aspekte in einer europäischen Partei (gerade wenn man den Lissaboner Vertrag ablehnt)?
Für mich muss ich sagen, nicht wirklich viel. Der wirklich entscheidende Punkt ist, dass sie den Vertrag ablehnen, der Ihnen selbst in ihrem politischen Streben zu viel Legitimität auf Volkskosten geben würden. Ist es denn dann so wichtig, dass sie sich in einigen Punkten nicht besser verhalten wie die CDU oder SPD? Würde eine Koalition aus verschiedenen unterschiedlichen kleinen Parteien, nur durch das Verneinen des EU-Vertrages verbunden, nicht sogar positiver ausfallen, als wenn die FDP dagegen wäre?
Als Folge hiervon würde ich auch sagen, dass einzig die Frage:
Für oder Gegen den Lissabonner Vertrag für mich ein entscheidender Grund ist. Deshalb ist es auch Schade, dass es Libertas in Deutschland nicht geschafft hat. Auch wenn es nicht wirklich liberale Ansprüche verkörpert (dafür ist die Anhängerschaft zu vielschichtig), würde doch das Nein zu Lissabon ein klares Signal senden. Denn die anderen Standpunkte würden ja eh nicht durch irgendein Parlament kommen und wenn doch, wären sie so viel schlimmer wie der aberwitzige Regulierungswahn der zur Zeit abläuft?
Saturday, April 25, 2009
Liberal oder nicht - Replik zum Blog ohne Namen
Und damit hat er ein Problem, da er eine positivistische Definition bevorzugt, um "richtige" Freiheit zu haben.
Doch befassen wir uns erst einmal mit seiner Kritik:
"Ich persönlich halte eine positivistische Defintion von Freiheit für sinnvoll. Das bedeutet, dass ich davon ausgehe, dass Freiheit mehr bedeutet, als das Nichtvorhandensein von Verboten und direkt sichtbarem Zwang."
Tut es auch ganz sicher, nur ist bei positivistischer Definition immer ein ZWANG vorhanden, d.h. auch Leute die den eigenen Freiheitsbegriff nicht akzeptieren oder nicht daran glauben werden gezwungen ihn anzunehmen. Bestes Beispiel hier ist die Gleichstellungsbeauftragte und die Frauenquote, die es beide nicht geschafft haben den Anteil an Frauen zu erhöhen. Oder nehmen wir ein angelsächsisches Beispiel: Affirmative Action, bei dem farbige bevorzugt werden, ohne die gleichen Leistungen erbringen zu müssen, nur auf Grund ihrer Hautfarbe, Abstammung oder Rasse. Und das soll Freiheit sein? Ist doch sehr einseitig...
"Die libertäre Position ist meiner Meinung nach extrem idiologisch und dogmatisch. Den Grund hierfür sehe ich in dem rein negativistisch definierten Freiheitsbegriff ("Alles, was nicht verboten ist, ist erlaubt"). Damit wird viel von dem, was reale Freiheiten und Unfreiheiten ausmachen (Chancen, Bildung, Wohlstand auf der einen und z.B. Armut auf der anderen Seite) einfach ignoriert."
Wenn er mit dogmatisch konsequent meint, dann hat er recht. Aber gerade durch das Axiom ist es auch erheblich undogmatisch, da es dir nur eine Sache verbietet, gewaltsam friedliche Menschen zu stören, die dich nicht stören - "live and let live" quasi. Auch die Abkürzung "alles was nicht verboten ist, ist erlaubt" ist richtig und falsch. Ja, aber nur weil etwas erlaubt ist, sollte man es nicht unbedingt machen. Es ist auch erlaubt die Hand auf die Herdplatte zu legen, und trotzdem solltest du es nicht machen. Warum sind jetzt aber plötzlich "reale Freiheiten" etwas anderes? Was meint er damit? Chancen, wenn alle gleich vor dem Recht sind, brauchen keine positivistische Auslegung. Bildung? Jeder kann seine eigene Schule wählen, ist das jetzt nicht Freiheit (und das ohne Eingriff). Wohlstand? Wann hat denn bitte ein positivistischer Standpunkt Armut eliminiert? Gibt es denn in Europa keine Armut mehr? Oder in Kanada?
Man ignoriert die Freiheiten nicht, man masst sich aber auch nicht an genau zu wissen, wie man ein solches Gesetz praktisch umsetzen soll, ohne das es vielleicht auch negative Konsequenzen hat.
Beispiel gefällig? Das Verbot von DDT hat zwar die mögliche chemische Schädigung der Menschen reduziert und ihnen die Freiheit von einer toxischen Substanz gegeben, aber gleichzeitig Millionen Menschenleben gekostet.
Es hätte doch genügt die Bewohner dort selbst entscheiden zu lassen, was sie wollen. Oder glaubt man dass man ihnen geistig überlegen ist, dass es nur Dummköpfe sind die nicht wissen was gut für sie ist? Das ist nämlich der Standpunkt der positivistischen Freiheit: Ich weis es besser als du, deshalb zwinge ich dazu. Wie sich diese moralische Überlegenheit jetzt letztendlich legitimiert (Bildung? Ausbildung? Erfahrung? Auszeichnungen?) ist hier meistens nicht genau hinterfragt worden.
"Reale Freiheit bedeutet in der Realität nunmal nicht nur, dass mir etwas nicht verboten ist zu tun, ich muss auch die Möglichkeit dazu haben. Dem hungernden Kind in der Dritten Welt verbietet niemand aktiv, Millionär zu werden. Die Chancen dieses Kinds sind dennoch äußerst gering. Das ist real existierende Unfreiheit, die nicht ins ideologische Korsett der Libertären passt."
Ja, und was hindert dich daran? Das Axiom ist keine Handlungsaufforderung, aber sie ist auch keine Aufforderung nichts zu machen. Hier kommt das zweite Axiom dazu: freiwilliger nicht gewaltätiger Handel zwischen zwei Personen ist nicht vom 1. Axiom betroffen.
Wäre es nicht so, gäbe es keine libertären Professuren, keine Zeitschriften, keine Treffen und keine Unterstützung. Was er hier als Libertär suggeriert hat jedoch damit nichts zu tun. Sein Beispiel mit dem 3. Welt Kind hinkt auch, denn was wäre die positivistische Reaktion:
Jedes 3. Weltkind muss Millionäre werden?
Es ist keine Unfreiheit, es hat die Chance, wenn sie auch nur klein ist (zumindest am Anfang). Jedoch wird sie meist nicht von Libertärem "Nichthandeln" behindert, sondern entweder von den eigenen Ambitionen oder von den Ambitionen Dritter, wie zum Beispiel dem Staat. Auch verbietet libertäre "Doktrin" nicht dem Kind zu helfen. Libertäre erkennen vielleicht sogar besser als andere, das lokale Hilfe durch Parteien, die in die Person investiert haben (Eltern, Nachbarn, Freunde, Unternehmen, Hilfsorganisationen) meist effektiver ist als generelle staatliche "Freiheitshilfe". Die Unfreiheit passt sehr wohl in das Libertäre Denksprektrum, nur ist die Erklärung und die Suche der Ursachen eine andere, als das sie ihm passt. Er denkt in dem Muster: "Was kann der Staat für mich tun?" - ein Libertärer denkt "Was kann ich tun um mich und meine Umwelt besser zu machen".
Ausgehend von der rein negativistischen Position wird das Dogma des absoluten Nichteingreifens postuliert, das a priori und damit unabhähig von den jeweiligen Gegenbenheiten durchgesetzt werden muss. Es wird schlicht negiert, dass es auch Situationen geben kann, in denen Regulation mehr Freiheit bedeutet als Deregulation. Die Realität wird verleugnet, um eine eine extreme und wirlichkeitsfremden Ideologie zu erhalten.
Theoretisch möglich, aber wo sind die Beispiele? Welche freiheitliche Regulation führt denn direkt zu mehr Freiheit? Ohne Beispiele habe ich es sehr schwer eine direkte Antwort zu finden. Ist es Freiheit, wenn man vom realen Leben und seinen Risiken und GEwinnen abgeschottet wird, wie es mit der Arbeitslosenversicherung praktiziert wird. Letztlich ist das die Mentalität, die in manchen Großbanken eingezogen ist, die Freiheit von Verlusten und damit einem ewigen Gewinn. Ist das die Art von Freiheit die ihm vorschwebt, als "realistische Freiheit".
Deshalb kann es meiner Meinung nach eben durchaus liberal sein, um auf sofias Eingangsbemerkung einzugehen, Formen des Zwangs im Bereich der Wirtschaft zu dulden, um die Freiheit von Individuen zu vergrößern. Daher ist es meiner Meinung nach auch legitim, wenn ich als selbsternannter Liberaler Laissez-faire-Kapitalisten als wirtschaftsliberal bezeichne. ;)
Ja, es ist vielleicht in Europa liberal, aber sicher nicht libertär, aber welche Formen des Zwangs sind denn duldbar und welche nicht? Ach ja, das ist wieder eine ganz persönliche Präferenzpalette, die sich zum Beispiel bei Ihm stark von der Oskar Lafontaines unterscheiden würde. Dies bedeutet, dass immer der Herrscher seine moralische Zwangsregulierung durchsetzt, die ja in seinem Freiheitsbild als gut gilt, als notwendig. Das Problem ist, dass immer auch die Freiheit eines anderen beschränkt wird.
- Mindestlohn erhöht die Freiheit und die Möglichkeiten von qualifizierten Arbeitern in Jobs, aber gleichzeitig mindert es die Freiheit jener, die einen Job suchen oder nicht so gut qualifziert sind.
- Tarifverträge erlauben es allen Arbeitern die gleichen Vergünstigungen zu bekommen, aber was wenn jetzt unter 5 Arbeitern 3 sind, die viel schlechtere Arbeit machen als die anderen 2? Warum darf man dann die beiden anderen nicht belohnen? Was wenn man nur einen Job finden würde, in dem man ein bisschen weniger Gehalt oder sonstige Vergünstigungen verlangt?
- Warum sind Meister freier, wenn sie ihr Monopol auf das Handwerk haben und andere zwingen sich zu akkreditieren? Was wenn ein Meister seine Konkurrenten nicht mag und ihnen diese Möglichkeit verweigert?
Deshalb: positivistische Freiheit, nein danke.
Friday, April 24, 2009
Trains and Logistics in Europe
First of all, the situation in 2007 and the beginning of 2008 was a problem for many logistics companies though it was a problem other's would envy them for. They had too much business, which meant that distribution centers were high in demand and low in supply. To get trucks or trains for one's goods was clearly a critical problem.
The problem of logistic companies in Germany and all of europe was not that they couldn't find wares to transport, but where and how to transport wares. While construction of new distribution centers and storage facilities was on an all time high, this didn't include infrastructure. Actually, eco-policy made it worse and more costly to transport anything. Freight trains were pulled back in favor of uncompetitive and net cash draining passenger wagons. Which resulted in a flooding of high ways with trucks to make up for it. Port cities like Rotterdam or Hamburg were flooded with containers and couldn't expand fast enough.
All these problems disappeared when the economy slowed and came to a stand-still in late 2008. The actual usage of distribution centers fell from 125 % to 25% and now most of the companies in the distribution and storage sector of the economy live on the money they accumulated in prior years. Logistics and transport is the most volatile economy segment, because it readily replicates demand and supply.
However, the crisis also is an opportunity to work on something neglected for a long time:
Infrastructure!
It became apparent in the last years that the infrastructure may it be waterways, railroad, airways or high ways is insufficient for more growth. Europe has one of the most concentrated industrial economies. In France, Germany and Spain alone are more companies than in most bigger US states. However, unlike Japan, wares and products still have to be transported a long way in the same country. There are no concentrated super-hubs (except in the automobile industry) that do all the manufacturing. Instead, different producers in the supply chain are probably located in different parts of europe. Transportation remains one of the central goods of the european economy, but how to go about it?
Actually, trains and trucks are the only valid option for inter-europe transportation of wares and containers. Especially trains can do a huge job here since they could be automated and drive at high speeds. They could, but they can't because inefficient passenger train transportation is still a high priority for most european countries. Perhaps the crisis will reveal two things:
a) Infrastructure needs an update
and
b) Trains are better for transporting wares than people
Gleichstellung und Beschäftigtenzahlen
Frauen gehen in Richtung Ingenieurswissenschaften nur wenn es zumindest noch BWL dazu gibt, sonst ist es ihnen zu technisch. Natürlich gibt es die Ausnahmen, aber die gibt es auch beim Eventmanagement oder bei Medienkommunikation. Es soll nicht heißen, dass jetzt Frauen "Ihre" Fächer machen müssen, jedoch ist doch zu sehen, dass ich eine Vielzahl für Frauen schon seit Jahren bei gleichem Bildungsstand und gleichen Chancen für andere Felder entscheidet. Frauen und Männer sind nur vor dem Gesetz gleich, aber in der Natur doch sehr unterschiedlich. Nicht nur von den Fähigkeiten, sondern auch von den Zielsetzungen! Man sollte doch nicht zwanghaft versuchen jemanden in Positionen zu quetschen, wo sie eigentlich nicht unbedingt hin wollen!
Und wie steht es mit den "nicht gefüllten Jobs" in der Ingenieursbranche? Tja, auch hier handelt es sich wohl wieder um einen kleinen Betrug. Es kann nämlich durchaus sein, dass die ausgeschriebenen Stellen
a) nicht existieren und nur für die Statistik gedacht sind (machen vor allem große Unternehmen bisweilen)
b) zu schlecht bezahlt werden (nach 5 Jahren brotlosem Studium macht man keinen Job für 28000 € pro Jahr)
c) nicht die nötigen qualifizierten Ingenieure vorhanden sind bzw. eine Weigerung ältere oder unerfahrene Ingenieure zu nutzen.
Es ist ein Mär, dass hier nicht genug qualifiziertes und arbeitssuchendes Material in Deutschland vorhanden wäre. Was jedoch den Firmen fehlt sind mehr Top-Absolventen, leider schliesst sich das schon vom Begriff her aus: Es können nun mal nur ein kleiner Anteil Topabsolventen sein, sonst wären sie nicht mehr top.
Den Rest der Ingenieure möchte man natürlich nicht für den Job haben, da jeder der Unternehmen nur die besten der besten für sich haben möchte. So kommen dann Zahlenkonstrukte wie 50.000 fehlende Ingenieure (laut SpON) zusammen und trotzdem ist man weit von der Wahrheit entfernt. Ein bisschen mehr Engagement und Flexibilität in den Personalabteilungen (sorry: Human Ressources) würde hier ganz gut tun. Dann könnte man auch in Zukunft solche Enten ganz einfach vermeiden...