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Thursday, February 28, 2013

Wo Grenzen in Europa noch trennen - Versicherungsedition

So, heute habe ich wieder einmal gelernt, dass es zwischen Deutschland und Frankreich, trotz EWG, trotz EU und trotz aller bilateralen Kontrakten, es immer noch einen großen Graben gibt. Es hat wenig mit Politik zu tun (denke ich zumindest) und viel mehr mit Kultur und Faulheit von Firmen.

Große Firmen sind oft behäbig und langsam und dank diverser Hürden werden sie auch vor forscher kleiner Konkurrenz geschützt. Dies zeigt sich besonders auch im Sektor der Versicherungen. Vor kurzem habe ich meiner Freundin dabei geholfen in Deutschland eine KFZ-Versicherung zu finden. Dabei habe ich in Deutschland diverse Versicherungen abgeklappert. Einige, wie die CosmoDirect haben gleich gesagt: Trotz 10 Jahre unfallfreiem Fahren in Frankreich würde eine Einstufung in SF1/2 notwendig sein.
Gelinde gesagt eine Frechheit!

Doch auch auf französischer Seite sind kulturelle Barrieren oder mangelndes Know-How und übertriebene Arroganz Hindernisse. So sieht sich eine multi-nationale Versicherung ausserstande eine englisch übersetzte Bestätigung über die Versicherungsdauer und die Konditionen des Versicherten auszugeben. Nur eine französische Minimalkopie war zu bekommen.
Wie kann es sein, dass 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg immer noch solche hirnverbrannten kleinlichen Hindernisse existieren, als ob NOCH nie jemand von Frankreich nach Deutschland seine Versicherung ändern wollte. Als ob es keine interkulturellen Paare gibt.

Letztlich werden wir wohl jetzt eine hier nicht genannte Versicherung so lange nerven, bis sie die franz. Kopie annehmen, immerhin haben sie nicht kategorisch nein gesagt.

Wednesday, April 14, 2010

Der Deutsche Exportüberschuss

Es wird immer gesagt, dass die Deutschen mehr konsumieren müssten und ihren Exportüberschuss abbauen sollten. Ich kann dem ganzen nicht ganz folgen, denn für mich stellt sich die Frage, warum muss sich das bessere System wandeln?

In Deutschland ist der Anteil der Sparrate wesentlich höher als in anderen Ländern, die wollen das sich Deutschland wandelt. Es wäre aber so gesehen auch möglich, dass sich die anderen Länder wandeln und dadurch den Exportüberschuss von Deutschland abbauen würden.

Ich finde es eher seltsam, dass der “Nicht-Verschwender” büßen muss und sich ändern soll (quasi als Bestrafung), während andere Länder diese Konsumverschwendung weiter betreiben. Und hier greif ich gerne einmal auf Umweltschützervokabular zurück und nenne die deutsche Variante “nachhaltigeres” wirtschaften, in dem man Exzesskonsum vermeidet.

Man sollte meinen, dass gerade Kriikter der “Konsumgesellschaft”, deren Kritik am Häufigsten von Links kommt, auch eherne Verfechter einer Gesellschaft mit höherem Sparanteil wären, scheinbar hab ich mich da aber ein bisschen geirrt.

Tuesday, December 22, 2009

soziale Gerechtigkeit

Zu diesem Thema möchte ich jetzt noch auf einen Text in der neuen eigentümlich frei verweisen, was ja in der letzten Zeit relativ selten geschieht. Es ist schade, dass dieses vormals erzliberale Blatt sich so gewandelt hat, dass ich bei vielen Autoren nur noch den Kopf schütteln kann. Die letzten fünf Ausgaben waren voll mit christlich-konservativen Schriften und auch wenn ich mal die Auseinandersetzung über den Tellerrand gut heiße, so ist das doch immer noch ein Blatt der Freiheit! Jedoch ist die Fixierung auf die christliche Vorstellung der Familie und sogar die Einführung einer Rubrik “christlich fundiert” mir schon bald zu viel.

Der Artikel, den ich jedoch interessant fand, war das Interview mit Götz Alys und dessen Beschreibung der 68er. Wesentlich ruhiger und sachlicher ging der Herr die Geschichte an, denn einige andere Autoren in dieser Zeitschrift. Auch übt scharfe Kritik an den 68er, aber man nimmt es ihm nicht übel, da er nicht die Personen beleidigt, sondern die Umstände charakterisiert und zeigt was falsch gelaufen ist. Das Interview ist sehr zu empfehlen, doch ich möchte mich hier auf einen Abschnitt beschränken in dem es um die soziale Gerechtigkeit geht. Er sagt dabei folgendes:

Ich würde nicht von einem deutschen Sonderweg sprechen, wenn ich zu unseren französischen Nachbarn schiele. Ich würde sagen: Die Idee der Freiheit wird bei uns immer wieder gerne zugunsten der Idee der Gleichheit geopfert, wobei die Gleichheit nicht im Sinne der Französischen Revolution verstanden wird. Da bedeutet Gleichheit die Gleichheit des Bürgers vor dem Gesetz. Wir Deutschen verstehen darunter soziale Gerechtigkeit.

Es stimmt zwar das wir Deutschen darunter soziale Gerechtigkeit verstehen, aber das machen in der Zwischenzeit auch die Franzosen. Auch bei Ihnen wird soziale Gerechtigkeit groß geschrieben, vielleicht sogar noch größer als in Deutschland. Denn wenn es eine rigide Gesellschaft gibt, die Angst vor jeglichem Risiko hat, dann ist das die französische. Gerechtigkeit ist dort gleichgesetzt mit risikolosem Leben. Vielleicht kommt daher die Ansicht der Engländer und Amerikaner, dass Franzosen “Whimpy” sind. Wobei man sagen muss, dass unheimliche Courage dazu gehört, im französischen Wirtschaftssystem ein Unternehmen privatwirtschaftlich zu führen.

Die Gleichheitsgedanken von der franz. Revolution sind also leider auch in Frankreich schon lange vergessen.

Friday, July 25, 2008

35 plus h in Frankreich und die deutsche Linke

Weg mit der 35 h Woche sagte Sarkozy, um seinen Franzosen ein bisschen mehr Freiheit zu geben und den verstopften und stetig kleiner werdenden Arbeitsmarkt ein bisschen zu beleben.
Merke, er hat niemals gesagt "Du musst 40 h" arbeiten, sondern "du darfst jetzt mehr oder weniger als 35 h arbeiten!".

Es ist ein großer Unterschied in kleinen Worten, die aber wohl nur von aufmerksamen Lesern beachtet werden. Zu groß ist da erstmal der Aufschrei von der siegesgewissen Linken, die sich doch ach so gerne für die französischen Arbeitsverhältnisse freut (ohne dabei selbst in den "Genuss" zu kommen, selbst sich einmal in einem solchen System bewerben zu müssen!!!!).
Zeter und Mordio wird dort geschrien, zur Revolution aufgerufen:

Che2001:
Wie zu erwarten war, wird in Frankreich jetzt die neoliberale Agenda gnadenlos durchgedrückt. Bin ja schon gespannt, wie die CGT darauf reagiert. Allons, enfants!

Dr.Dean:
Ich vermute, Sarkozy ist derart populistisch, dass ein breit angelegter und ausdauernder öffentlicher Protest seine Sozialingenieure ausreichend bremsen wird.

Was bitte hat das mit Sozialingenieuren zu tun? Wenn hier wer Sozialingenieur ist, dann doch bitte Ihr Linken, da ihr Freiheit an jeder Stelle mit einem "muss" in die Knie zwingt!
Wenn hier einer Sozialingenieur ist, dann doch eher jener, der festlegt das 35 h das Maximum sind. Dies ist eine Ingenieurhafte Sichtweise, nicht jedoch der Sarkozische Ausspruch "Man darf mehr als 35 h arbeiten"....

Wie auf dieser Seite des Politischen Spektrums wieder einmal gerne der Sinn der Worte verdreht wird um ein bisschen politischer Ideologienrevisionismus zu betreiben.. Sorry, das geht nicht!