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Tuesday, July 09, 2013

Geschwindigkeitsbegrenzungen auf deutschen Autobahnen

Immer mal wieder wird diese Sau durchs Dorf getrieben. Meist von irgendwelchen SPDler oder Grünen. Der Grund ist klar, der Stammwähler dieser Parteien sitzt in einer Großsstadt und fährt mit den Subventionen der Dörfler Zug (mach ich übrigens auch). Gleichzeitig kann er natürlich so egoistisch sein und andere dazu zwingen ihren Weg zur Arbeit zu verlangsamen.

Schon heute sind fast alle Autobahnen mit einem Tempolimit ausgestattet. Manche auf technisch neuem Niveau, wie die Strecke zwischen Stuttgart und München, die mit einem System ausgestattet ist, dass je nach Aufkommen eine 120 km/h Begrenzung anzeigt. Alles in allem würden jedoch die Japaner (welche eines der modernsten Verkehrsleitsysteme haben) über diese altertümliche Technik nur lachen. Weder funktioniert es sehr gut, noch wird hier wirklich nach wissenschaftlichen Linien geschaltet. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung, die Verkehrsaufkommen-abhängig ist, ist nur notwendig, weil Congestion Pricing in Deutschland verpöhnt ist. Es würde bedeuten, dass ähnlich wie bei anderen begrenzten Gütern, der Preis der Autobahn steigen würde, wenn sich mehr Leute darauf bewegen.

Doch alles in allem möchte ich wieder auf dir Argumentation zruück kommen, dass man doch ein Tempo 200 nicht braucht. Das ist gerne der Satz, den einem der gemeine Grüne entgegen wirft. So viel schneller kommt man dann doch auch nicht ins Ziel!
Nun ja, schauen wir uns es doch mal genauer an.

Ein durchschnittlicher Pendler macht auf einer Fahrt zwischen 40 und 80 km. Nehmen wir doch einfach die goldene Mitte mit 60 km. Am Tag macht das dann 120 km.
Wenn er das mit 120 km/h auf der Autobahn zurück legen würde, dann käme er ungefähr auf 60 min hin und zurück. Das entspricht im Durchschnitt dem, was deutsche Arbeitgeber annehmen.

Wie sähe das ganze denn bei der Möglichkeit des "Rasen" mit 200 km/h aus: 36 min für hin und zurück.
Ok, 200 kann man wahrscheinlich nicht durchfahren, also gehen wir von moderaten 180 km/h aus:
Es bleiben immer noch 40 min, d.h. 20 min Ersparnis am Tag.
20 min mehr, die ich für etwas nutzen kann, was mir wichtig ist (Familie, Freunde oder Sport - 20 min länger joggen, dass rechnet sich!).

Doch das bleibt ja nicht so. Ein Jahr hat 52 Kalenderwochen (KW), ziehen wir davon 6 Wochen Urlaub ab und wir haben noch 46 KW. Die meisten Pendler arbeiten 5 Tage die Woche. Dies macht nach Adam-Riese:
46 * 5 * 20 min = 4600 min = 76 h = 3,2 Tage!

Ich gewinne also 3 Freizeittage im Jahr dazu, wenn ich nicht gezwungen werde mit 120 km/h zu fahren.
Vielleicht ist den SPDlern und Grünen Ihre Freizeit egal, mir jedoch nicht. Ich lebe nicht nur um zu arbeiten, sondern reise gerne und habe auch sonst genug Beschäftigungen für meine Freizeit, wofür ich jede freie Minute brauche. In diesem Sinne, wider des Tempolimits.


Monday, April 22, 2013

Net Neutrality in Deutschland: Telekom schafft Flat Rates ab

Tja, jetzt ist es passiert, wovor viele in der linken Online-Sphäre gewarnt haben bzw. wovor sie selbst Angst hatten. Erst einmal zur Sachlage. Ab 2016 möchte die Telekom für Neukunden nur noch Flatrates mit max. Datenmenge pro Monat anbieten. Die maximale Datenmenge ist ähnlich wie bei Handyverträgen auch abhängig von der Geschwindigkeit (50 Mbit/s = 200 GB).

Wie kommt jetzt die Telekom zu diesem Schritt, besonders in Zeiten, in denen Google Breitband Gigabit Glasfaser-Internet für Festbeträge anbieten möchte (siehe hier)? Wirklich an der flächendeckenden Datenanbindung kann es nicht liegen, da hat es Deutschland mit seiner hohen Populationsdichte im Vergleich zum Ausland die Nase vorn; nur in Japan wäre es wohl noch einfacherer Infrastruktur bereit zu stellen. Auch könnte man per höheren Preisen für die bestehenden Verträge diese Ausbaumaßnahmen verteidigen.

Das steigenden Datenvolumen ihnen Probleme machen kann ich schon eher glauben, ob das wirklich so stimmt, weis ich nicht, da die Telekom recht intransparent ist, wenn es um Ihre Ausgaben und Nutzungsstatistiken geht. Ein möglicher Grund könnte es durchaus sein, denn müssen neben Leitungsnetzen auch Verteilstationen, Server u.ä. bereit gestellt werden. Genauso wenig wie man ein Recht auf freie Straßen hat bzw. auf Tempo 100 in den Wohngebieten, genauso wenig haben wir ein Recht darauf mit Tempo 50 Mbit/s zu surfen. Wenn man uns lässt und wir dafür bezahlen, dann ist das natürlich ok, d.h. das Internet bzw. der Provider kann die Ressourcen abgeben. Wenn diese Nachfrage allerdings so groß ist, dass die Provider die Bandbreite nicht liefern können, dann sollen Power-User die eben noch mehr Datenvolumen brauchen bei voller Geschwindigkeit auch dafür bezahlen. Die Frage stellt sich jedoch, warum bisher die Konkurrenz nicht mitspielt, liegt das eventuell daran das der Datenvolumendruck gar nicht sooo stark ist? Wir werden es sehen.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass hier die Telekom durchaus auch an größere Medialeprovider denkt, die hoffen mit allgemeiner Datenvolumenbeschränkung die Internetpiraterie einzudämmen. Denn wäre nicht mehr unbegrenzt Downloaden kann, möchte seinen restlichen Content vielleicht doch wieder bei Amazon/Entertain oder ähnlichen Konzernen kaufen.

Doch hiermit gibt es auch einige Probleme bzw. einige Contentprovider könnten sehr unglücklich sein. Was wird Spotify denn dazu sagen? Wer einen pro-Account bei Spotify hat, der bezahlt dort bis zu 10 Euro/Monat nur um Musik streamen zu können. Wie groß könnte so ein Datenvolumen werden? 2,8 GB pro Monat sind da schon drin, natürlich immer noch weit weg von den 50 ... 400 GB. Wie sieht es bei PC-Spielen aus, die man heute nicht nur von Steam runterladen kann (2-10 GB pro Spiel)?
Ach ja, viele Spiele haben heutzutage auch noch Alway-Online DRM, d.h. es werden dauernd Daten ausgetauscht. Das sind nicht viel, im Normalfall, aber trotzdem werden da wohl im Monat ein paar 100 MB bei kommen, wenn man es exzessive macht.

Und bis jetzt hat man noch nicht mal HD-Youtube geschaut. Das sollte man sich aber auch schnell abschminken, denn hier ist wirklich eine Datenfalle. Je nach Komprimierung sind das dann für 10 min von 100 MB bis 1 GB pro Film. Tja, nimmt man dann alles zusammen und schon haben wir schnell zumindest die 50 GB / Monat überschritten. Na dann Prost Mahlzeit!

Wären wir in Frankreich dann würde ich darauf pochen, dass die lokalen Glasfaserkonkurrenten aus der Kabel-TV Nnische dieser Praxis bald durch Konkurrenzkampf den Teppich unter den Füßen weggezogen hätten. In Deutschland haben lokale Dienste wie z.B. Kabel BW oder Kabel Deutschland immer noch nicht die Marktmacht, um der Telekom als quasi-Monopolist mit Recht auf das Telefonnetz Konkurrenz zu machen.

Es wird auf alle Fälle wieder spannend im Internet-Entwicklungsland Deutschland!

Thursday, February 28, 2013

Wo Grenzen in Europa noch trennen - Versicherungsedition

So, heute habe ich wieder einmal gelernt, dass es zwischen Deutschland und Frankreich, trotz EWG, trotz EU und trotz aller bilateralen Kontrakten, es immer noch einen großen Graben gibt. Es hat wenig mit Politik zu tun (denke ich zumindest) und viel mehr mit Kultur und Faulheit von Firmen.

Große Firmen sind oft behäbig und langsam und dank diverser Hürden werden sie auch vor forscher kleiner Konkurrenz geschützt. Dies zeigt sich besonders auch im Sektor der Versicherungen. Vor kurzem habe ich meiner Freundin dabei geholfen in Deutschland eine KFZ-Versicherung zu finden. Dabei habe ich in Deutschland diverse Versicherungen abgeklappert. Einige, wie die CosmoDirect haben gleich gesagt: Trotz 10 Jahre unfallfreiem Fahren in Frankreich würde eine Einstufung in SF1/2 notwendig sein.
Gelinde gesagt eine Frechheit!

Doch auch auf französischer Seite sind kulturelle Barrieren oder mangelndes Know-How und übertriebene Arroganz Hindernisse. So sieht sich eine multi-nationale Versicherung ausserstande eine englisch übersetzte Bestätigung über die Versicherungsdauer und die Konditionen des Versicherten auszugeben. Nur eine französische Minimalkopie war zu bekommen.
Wie kann es sein, dass 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg immer noch solche hirnverbrannten kleinlichen Hindernisse existieren, als ob NOCH nie jemand von Frankreich nach Deutschland seine Versicherung ändern wollte. Als ob es keine interkulturellen Paare gibt.

Letztlich werden wir wohl jetzt eine hier nicht genannte Versicherung so lange nerven, bis sie die franz. Kopie annehmen, immerhin haben sie nicht kategorisch nein gesagt.

Sunday, June 13, 2010

Deutsch-Amerikanische Kultur

Gerne hacken Deutsche auf den Amerikaner rum (das es auch anders herum geht, zeigt der “liebe” Herr Krugman hier) und viele machen sich über die Gesetzeslage dort lustig, andere empfinden das Verhalten der Amerikaner als verschwenderisch.

Auf alle Fälle wird immer gerne herausgestellt, wie viel besser doch Deutschland im Vergleich mit den USA ist. Das wir rationaler und vernünftiger sind im Vergleich zu den USA. Es muss doch schließlich an den Leuten dort liegen.

Nun, dabei sollte man jedoch eines nicht vergessen, dass ein Großteil der heute produktiven Amerikaner aus Deutschland kamen. Diese Leute dort sind mit uns eher verwandt als die Italiener. In weiten Teilen den USA findet man Ähnlichkeiten mit deutschen Namen, Visionen und Kulturstilen. Es gibt Orte in Texas in denen noch eine Mischsprache aus Englisch und Deutsch gesprochen wird. Insgesamt sind wir Deutschen einer der größten kulturellen Einflüsse auf die USA gewesen. Weder die zahlenmäßig heute weiter verbreiteten Spanier (aka Mexicans), noch die Iren, noch die Franzosen haben so viel kulturelle Ähnlichkeit mit den Amerikanern. Die Engländer sind (dank ihrer Besatzung) wohl noch die einflussreichste Nation neben dem Deutschen.

Das sollte man nicht vergessen, wenn man die USA kritisiert, denn teilweise ist das Selbstkritik. Erstaunlicherweise ist das wiederum für Deutsche ein Dauerzustand.

Wednesday, May 19, 2010

Deflation – Ein Problem?

In den Medien wird derzeit versucht die Gefahr der Inflation (bzw. der Hyperinflation) herunter zu spielen, und dafür das Gespenst der Deflation aufzubauen. Sinkende Preise würden wesentlich härter sein, da sie in eine Liquidity Trap führen.

Der normale Bürger denkt natürlich erst einmal, sinkende Preise, supi, hab ich mehr Geld und kann mir mehr kaufen. Dies ist intuitive richtig, jedoch setzen die Keynsianer und somit der Mainstream heute entgegen:

Das mag für einen kurzen Zeitraum stimmen, dann werden sich jedoch Unternehmen und Bürger denken: “Moment, das bedeutet ja dann, dass ich in 2 Jahren mehr Geld habe, wenn ich mein Geld jetzt NICHT ausgebe (also Währung in Waren umtauschen)”. Dies würde natürlich dazu führen, dass weniger Geld zirkuliert und die Nachfrage schwindet. Die Krise würde sich natürlich verschlimmern, gleichzeitig würde auch keiner mehr Kredite kaufen. Für vorher gekaufte Kredite wird es noch schlimmer, denn zusätzlich zu den zu bezahlenden Zinsen erhöhen sich die Kosten jährlich um die Deflationsrate. Nach allgemeiner Meinung kommt die Wirtschaft in eine Deflationsspirale und könnte zusammen brechen.

Doch ich glaube auch dies nicht, denn es gibt in der Geschichte genug Beispiele, in denen Deflation herrschte und TROTZDEM Wirtschaftswachstum anhielt, oft war dies jedoch mit harten Währungen wie Gold/Silber etc. verbunden.

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, dass Deflation entsteht: Bei harten Währungen durch technischen Fortschritt und damit der Verbilligung der Produkte, Bei Fiat-Währungen hauptsächlich durch Verknappung der umlaufenden Geldmittel und durch Halten von Währung bzw. einem Rückgang der Geschwindigkeit des Geldumlaufes.

Doch ich sehe das etwas differenzierter, da ich in erster Linie vom Konsumenten argumentiere und damit aus Keynsianischer Sichtweise. Das Groß der Bevölkerung wird die Grundmittel des Lebens trotz dem kaufen, d.h. sie werden weiterhin Essen kaufen, sie werden weiterhin Autofahren und weiterhin in Mietwohnungen wohnen. Man wird weiterhin heizen, elektrischen Strom nutzen und all das machen, was zum eingelebten Lebensstandard gehört. Unternehmen werden sicher stärker darauf achten, wie sie Ihr Vermögen verwalten, jedoch werden sie immer noch den Bedarf der Bevölkerung decken (den auch ihre Profite werden ja durch die Deflation erhöht). Die schwierige Frage ist, wie sieht es mit Luxusgütern und Finanzprodukten aus. Denn auf unnötige Dinge, wie einen Maybach oder ein Boot könnte durchaus verzichtet werden, um stattdessen mehr Geld zu sparen.

Kredite sind ein schwieriges Thema, jedoch denke ich, es ist nicht so schlimm, wie man es sich vorstellt. Es kommt auf folgendes an:

a) Die Höhe der Deflation, je niedriger, desto weniger Einfluss hat sie (gleiches gilt für die Inflation)

b) Das Verhalten der Banken bzw. die Möglichkeit ihr Kreditwesen daran anzupassen.

Wenn man Deflation hat, ist die Frage, ob man als Bank überhaupt noch groß jährliche Zinsen auf seine Kredite erheben mag, da sie ja quasi implizit sind. Man könnte sogar von einer Konkurrenzsituation sprechen, und sagen das man auch einen negativen Zins einführen könnte und immer noch “Gewinn” macht.

Alles hängt jedoch, wie bei der Inflation, vom Vertrauen in die Konstanz ab. Ist die Deflation über Jahre konstant, dann kann man damit planen und die Wirtschaft läuft weiter wie bisher (unter anderen Konditionen). Wenn jedoch die Zukunft als dynamisch und unvorhersehbar prognostiziert wird, dann kann dies durchaus dazu führen, dass Deflation die Wirtschaft erst einmal ins straucheln bringt und long-term Investment im Vergleich zu short-term Investment vernachlässigt wird.

Hier wären dann jedoch eindeutig harte Währungen im Vorteil, die weniger abhängig von diesen Fluktuationen sind, da ihnen dieselbigen schon immanent sind.

Wird dies Krisen und Bankrotte vermeiden? Nein, aber gleichzeitig ist Deflation, meiner Meinung nach, nicht so schlimm, wie es immer beschrieben wird. Es kommt nur auf die Rahmenbedingungen an.

Wednesday, April 14, 2010

Der Deutsche Exportüberschuss

Es wird immer gesagt, dass die Deutschen mehr konsumieren müssten und ihren Exportüberschuss abbauen sollten. Ich kann dem ganzen nicht ganz folgen, denn für mich stellt sich die Frage, warum muss sich das bessere System wandeln?

In Deutschland ist der Anteil der Sparrate wesentlich höher als in anderen Ländern, die wollen das sich Deutschland wandelt. Es wäre aber so gesehen auch möglich, dass sich die anderen Länder wandeln und dadurch den Exportüberschuss von Deutschland abbauen würden.

Ich finde es eher seltsam, dass der “Nicht-Verschwender” büßen muss und sich ändern soll (quasi als Bestrafung), während andere Länder diese Konsumverschwendung weiter betreiben. Und hier greif ich gerne einmal auf Umweltschützervokabular zurück und nenne die deutsche Variante “nachhaltigeres” wirtschaften, in dem man Exzesskonsum vermeidet.

Man sollte meinen, dass gerade Kriikter der “Konsumgesellschaft”, deren Kritik am Häufigsten von Links kommt, auch eherne Verfechter einer Gesellschaft mit höherem Sparanteil wären, scheinbar hab ich mich da aber ein bisschen geirrt.

Friday, February 12, 2010

Euro in der Eurozone

Tja, da haben wir den Salat, es ist passiert was Eurokritiker und Liberale schon seit Jahren vermuten. Die Griechen sind beinahe Pleite und wurden jetzt auch von den staatliche kontrollierten Ratingagenturen abgestraft. Jeder der nur ein bisschen auf Griechenlands politische Landschaft geschielt hat, der wusste, dass dies früher oder später passieren würde. Die Griechen sind sehr großzügig im Verteilen von sozialistischen Geschenken an ihr Volk, ohne dabei an die fiskalen Folgen zu denken. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Schuldenberg der europäischen Sozialdemokratien in einem Land so drückend wird, dass dieses ohne Sparvorhaben kollabieren wird.

Was also sind die Möglichkeiten der Griechen:

  1. Sie fangen an zu sparen, auch weil die EU sie massiv dazu zwingen wird – Verdict: unwahrscheinlich
  2. Sie verlassen die Eurozone und versuchen ihr Staatsdefizit per Inflation des Neo-Drachmen abzutragen – Verdict: unwahrscheinlich, das wird die EU nicht zu lassen
  3. Die Nordeuropäischen Staaten springen in die Bresche, versuchen ein Sparpaket in Griechenland zu oktroyieren und finanzieren das Staatsdefizit erst einmal mit. – Verdict: Wahrscheinlich

Warum die 3. Möglichkeit am wahrscheinlichsten ist? Es ist der leichteste Weg aus der Krise, ohne dabei tatsächlich Sparen zu müssen. Die Folgen sind jedoch für die Bevölkerungen der reichen Staaten tragisch und weitreichend.

Bisher wird die EZB in ihrer Zinspolitik von den zwei großen europäischen Staaten gedeckt: Deutschland/Frankreich. Dadurch ist es nicht möglich, dass die Griechen/Spanier/Italiener/Portugiesen mit politischem Druck das Gelddrucken ausweiten können und sich somit per Inflation von ihren Schulden zumindest teilweise zu lösen. Jedoch stehen auch die Nordeuropäischen Staaten, allen voran Frankreich, nicht gut da. Auch sie haben in der Krise massive Schulden aufgetragen und stehen damit vor einem langfristigen Problem. Wenn sie nun auch noch die Schuldenlast der Griechen übernehmen, werden auch sie in die gefährdete Zone rücken. Sollte dann noch Spanien oder Italien kippen, dann könnte auch Deutschland die Last nicht mehr tragen. Die Folge ist, dass der Schutz der EZB durch Deutschland wegfällt und sie sich massiven Druck zum Gelddrucken ausgesetzt sehen.

Und dies ist im Interesse aller Politiker, denn mit der dann kommenden Inflation können sie ihre Staatsschulden leichter abtragen und der Euro wird im Vergleich zur chinesischen und amerikanischen Währung wieder wettbewerbsfähiger. Für die Bürger bedeutet dies jedoch, dass mehr als die Hälfte ihres Vermögens in kurzer Zeit verloren geht und gleichzeitig die Preise für alle Produkte sehr stark ansteigen werden. Der Lebensstandard in Europa wird rapide fallen und das nicht nur kurzfristig. Dies werden die Länder natürlich ausnutzen und versprechen, dass der Staat das schlimmste auffängt, d.h. die Steuern werden weiter steigen. Es könnte also, wenn die Bürger bis dahin nicht aufbegehren zu einer Armutsspirale kommen.

Schöne Aussichten? Man kann nur hoffen, dass die Staaten sich dagegen entscheiden und stark bleiben.. man kann nur hoffen.

Thursday, January 14, 2010

Energiepreise – Es gibt keine Wunder

Es herrscht immer noch der weit verbreitete Irrtum, dass Privatisierung mit einer Senkung der Preise einhergehen muss. Dies ist natürlich vollkommener Unfug. In den USA sind z.B. die Energiepreise sehr gering, dafür ist die Versorgungssicherheit lächerlich, oder um es mal anders auszudrücken: Es kann einfach so mal dunkel werden.

Die Liberalisierung des Energiemarktes hat jedoch folgende Vorteile. Es ist einmal die Versorgungssicherheit zum geringstmöglichen Preis gesichert worden. Gleichzeitig hat sich gezeigt, wie viel Energie wirklich kostet. Dies ist für eine jede Diskussion darüber sehr sehr wichtig.

Anfänglich (Ende der 90er) sanken ja auch die Preise für Strom, doch was ist dann passiert. Es sind mehrere Dinge dazu gekommen, die jeden technischen und damit auch monetären Fortschritt in Deutschland zu Nichte gemacht haben. Für den ersten können weder die Bundesregierung, noch die Energiekonzerne etwas, der Weltmarkt hat sich auf China ausgerichtet. Denn China und Indien brauchen plötzlich die selben Rohstoffe, die auch die USA und Europa zur Energieerzeugung benötigen. Deshalb ist der Preis von Rohöl und auch von Kohle erheblich gestiegen. DA Deutschland nun mal von Kohle abhängig ist, da es keine neuen Kernkraftwerke mehr bauen konnte, war und ist der Energiepreis vom Kohlepreis abhängig.

Der Strom wurde also teurer, weil die Ressourcen dafür teurer wurden.

Dies alleine hätten die Energiekonzerne noch über kurz oder lang in den Griff bekommen, jedoch wurden sie dann noch durch zwei weitere Mechanismen gegängelt, für die jedoch der Staat zuständig ist. Er trägt hier und mit Ihm jene Mehrheit der Bundesbürger, die das gut heißen und sich deshalb nicht bescheren dürfen, die Hauptschuld. Denn einmal sind die Steuern gestiegen und damit die Preise künstlich erhöht worden, auf der anderen Seite wurden mehr und mehr regulierende Vorgaben entworfen, wie die Stromerzeugung von statten gehen soll.

Statt die Energieerzeugungsmethoden zu nehmen, die am günstigsten, effizientesten und preiswertesten je nach Anwendungsgebiet sind, wurden gewisse Quellen bevorzugt.

Die EVUs wurden gezwungen Storm aus Wind- und Solarparks abzunehmen, egal wie unrentabel und eigentlich schädlich für das Stromnetz dies war (Mehr dazu: hier und hier). Und gleichzeitig lief die CO2-Börse an mit der man die CO2-Effizienz verbessern wollte, was wiederum extra-kosten bei den EVUs verursachten.

Doch hier hört normalerweise die Denkweite eines Politikers, aber auch vieler nicht informierter Bürger auf. Die Zeche sollen die Konzerne bezahlen, die jedoch können nicht einfach aus Nichts Geld machen und geben deshalb die Kosten weiter an den Bürger. Man kann sich also bei diesem Wahnsinn weiter darauf einstellen auch in Zukunft steigende Stromrechnungen zu bekommen, egal zu wem man in D wechselt.

Das Problem mit zu vielen ökologischen Energiequellen wird jetzt erst sichtbar, denn die Verrechnung der ganzen Energieverteilungssysteme braucht normalerweise etwa 2 Jahre, d.h. der Energiemix von vor 2 Jahren wird jetzt sichtbar und da erst Ende 2005 mit der großflächigen Verbreitung von Windkraft und Solaranlagen in nennenswertem Umfang (über 5 %) zu rechnen war, kommen eben jetzt erst die ganzen Kosten und Veränderungen in den Bilanzen der Unternehmen an.

Zur Erklärung sollte man jetzt erst einmal einen idealen Zustand für die Energieherstellung beschreiben. Ideal wäre eine über den Tag gesehen konstante Nachfrage des Stromes durch die Kunden, dann müsste man nur eine konstante Anzahl an Grundlastanlagen einschalten und im optimalen Betriebspunkt durchfahren lassen (plus Systemreserve für Ausfälle). Leider ist die Wirklichkeit anders und der Konsum ist eben nicht konstant. Er hat einige Spikes am Tag, wenn privater und Industriekonsum zusammenfallen (später Nachmittag, später Morgen) und sinkt in der Nacht extrem ab. Smart-Grids wollen nun diesen Zustand verbessern, in dem sie zwei Sachen machen:

  • den aktuellen Strompreis Sekunden genau abgeben und dadurch den Konsumenten dazu bringen zu günstigen Zeiten in der Nacht energieintensive Tätigkeiten (Wäschewaschen etc.) zu tätigen.
  • Verbrauchsangaben auch beim Erzeuger besser verfügbar zu machen und eventuelle Abwesenheiten in Wohnungen zu erkennen.

Doch auch diese Smartgrids verfolgen wieder das eine Ziel, die Abfrage von Strom konstant zu halten, denn bisher war auf der Erzeugerseite immer eine konstante Verfügbarkeit möglich.

Grüne Energiequellen, die umweltabhängig sind (Solarstrom ist da noch relativ einfach), machen nun auch die Produktionsseite variable und erschweren es immer zur richtigen Zeit die richtige Menge Strom zu haben (und nicht zu viel). Ihre unbedingte Nutzung führt dazu, dass der Strommarkt stark schwankt und die Energieunternehmen statt billigem Grundlast- oder Mittelllaststrom vor allem Sekundenreserven abfragen müssen und diese sind teuer!

Ein volatileres Netz führt also auch wieder zu höheren Stromkosten. In der Zwischenzeit ist der Einfluss von “grünen” Energiequellen schon so gut quantifiziert, dass man sagt, es wird in der Zukunft wichtiger, sollte ein Wachstum bei Wind und Solar von mehr als 2 % pro Jahr eintreten, elektrischen Strom günstig zu speichern, als ihn in Grundlastkraftwerken billig zu produzieren.

Dies ist auch ein Grund, warum die großen EVUs immer weniger daran interessiert sind AKWs zu erhalten oder zu bauen, da diese in das neue Ineffizientere System nicht mehr hineinpassen.

Es ist also abzusehen, dass wir noch weit über 2020 mit steigenden Energiepreisen rechnen müssen, ganz im Gegensatz zu Frankreich, Schweden, Finnland etc. Schuld tragen jedoch nicht die Konzerne, sondern alle Wähler (keine Partei hatte im Programm etwas anderes!) und vor allem die Politiker und Medien.