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Saturday, May 15, 2010

Zuflucht vor der Krise

Ich höre immer wieder: “Investier in Gold, dass ist in der Krise sicher!” Oder wenn dann nicht Gold, dann doch Silber oder andere Edelmetalle. Ich bin vorsichtig dabei, denn sollte der Staat und die Währung zusammenbrechen, wer glaubt dann, dass vorher nicht alles Gold von den Staaten oktroyiert wird?

Nein, viel sicherer erscheint mir die Anlage des Vermögens in anderen Währungen, besonders in Kronen und Schweizer Franken. Beides sind relativ stabile Währungen und dürften auch eine große Inflation im Euro-Raum sehr gut überstehen. Solange Deutschland nicht wieder versucht in die Schweiz einzumarschieren…

Friday, February 12, 2010

Euro in der Eurozone

Tja, da haben wir den Salat, es ist passiert was Eurokritiker und Liberale schon seit Jahren vermuten. Die Griechen sind beinahe Pleite und wurden jetzt auch von den staatliche kontrollierten Ratingagenturen abgestraft. Jeder der nur ein bisschen auf Griechenlands politische Landschaft geschielt hat, der wusste, dass dies früher oder später passieren würde. Die Griechen sind sehr großzügig im Verteilen von sozialistischen Geschenken an ihr Volk, ohne dabei an die fiskalen Folgen zu denken. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Schuldenberg der europäischen Sozialdemokratien in einem Land so drückend wird, dass dieses ohne Sparvorhaben kollabieren wird.

Was also sind die Möglichkeiten der Griechen:

  1. Sie fangen an zu sparen, auch weil die EU sie massiv dazu zwingen wird – Verdict: unwahrscheinlich
  2. Sie verlassen die Eurozone und versuchen ihr Staatsdefizit per Inflation des Neo-Drachmen abzutragen – Verdict: unwahrscheinlich, das wird die EU nicht zu lassen
  3. Die Nordeuropäischen Staaten springen in die Bresche, versuchen ein Sparpaket in Griechenland zu oktroyieren und finanzieren das Staatsdefizit erst einmal mit. – Verdict: Wahrscheinlich

Warum die 3. Möglichkeit am wahrscheinlichsten ist? Es ist der leichteste Weg aus der Krise, ohne dabei tatsächlich Sparen zu müssen. Die Folgen sind jedoch für die Bevölkerungen der reichen Staaten tragisch und weitreichend.

Bisher wird die EZB in ihrer Zinspolitik von den zwei großen europäischen Staaten gedeckt: Deutschland/Frankreich. Dadurch ist es nicht möglich, dass die Griechen/Spanier/Italiener/Portugiesen mit politischem Druck das Gelddrucken ausweiten können und sich somit per Inflation von ihren Schulden zumindest teilweise zu lösen. Jedoch stehen auch die Nordeuropäischen Staaten, allen voran Frankreich, nicht gut da. Auch sie haben in der Krise massive Schulden aufgetragen und stehen damit vor einem langfristigen Problem. Wenn sie nun auch noch die Schuldenlast der Griechen übernehmen, werden auch sie in die gefährdete Zone rücken. Sollte dann noch Spanien oder Italien kippen, dann könnte auch Deutschland die Last nicht mehr tragen. Die Folge ist, dass der Schutz der EZB durch Deutschland wegfällt und sie sich massiven Druck zum Gelddrucken ausgesetzt sehen.

Und dies ist im Interesse aller Politiker, denn mit der dann kommenden Inflation können sie ihre Staatsschulden leichter abtragen und der Euro wird im Vergleich zur chinesischen und amerikanischen Währung wieder wettbewerbsfähiger. Für die Bürger bedeutet dies jedoch, dass mehr als die Hälfte ihres Vermögens in kurzer Zeit verloren geht und gleichzeitig die Preise für alle Produkte sehr stark ansteigen werden. Der Lebensstandard in Europa wird rapide fallen und das nicht nur kurzfristig. Dies werden die Länder natürlich ausnutzen und versprechen, dass der Staat das schlimmste auffängt, d.h. die Steuern werden weiter steigen. Es könnte also, wenn die Bürger bis dahin nicht aufbegehren zu einer Armutsspirale kommen.

Schöne Aussichten? Man kann nur hoffen, dass die Staaten sich dagegen entscheiden und stark bleiben.. man kann nur hoffen.

Wednesday, December 09, 2009

Ein Gespenst geht um – Währungsschwankung

Gerade noch habe ich einen Post über die Probleme Griechenlands und Frankreichs und Spaniens in der Währungsunion gemacht, da wird das Rad des Problems schon weiter gedreht und der Blickwinkel verändert sich wieder einmal.

Der Spiegel lamentiert jetzt, dass auf Grund des starken Euros und des schwachen Dollars viele Firmen in die USA gehen. Nun kann man sagen, dass das eventuell blauäugig von den Firmen ist, aber insgesamt sind eben Investitionen in den USA gerade billiger. Allerdings ist das für die Amis auch notwendig, sind sie gerade doch in einer Krise und oft ohne Job.

Dieser Mechanismus wurde mit dem Euro und der EZB in Europa faktisch außer Betrieb gestellt, d.h. einer der wichtigen Gründe für Fiat-Money wurde verhindert und tut jetzt nicht nur Deutschland weh, sondern eben vor allem den oben genannten Wirtschaftsverlierern.

Doch hat diese Verlagerung auch etwas problematisches. So spekulieren die Unternehmen zwar, dass die Wirtschaftslage in den USA besser wird, es kann jedoch auch passieren, dass der Dollar ganz tankt. Die USA ist eben nicht mehr der Konsummarkt, der sie noch vor einigen Jahren waren. Darauf muss sich Europa jetzt einstellen.

Bedeutet dies jetzt harte Zeiten für die europäischen Exportweltmeister? Ja, natürlich, Deutschland wird sich anpassen müssen. Wird es ein Untergang sein? Nein, wir werden uns ähnlich wie die USA in eine noch stärkere Dienstleistungsgesellschaft verwandeln. Die Jobs, die jetzt in den USA entstehen sind meist Arbeiterjobs, während die Jobs, die jetzt in Europa entstehen besser bezahlt werden. Denn mit einem starken Euro sind wir das Verkaufsland Nummer 1. Hier kann man Geld machen, aber natürlich nur, wenn man die richtigen Strukturen hat und jemanden findet, der kauft.

Die Import/Export-Bilanz wird sich umdrehen. Deutschalnd wird ein Handelsdefizit bekommen, aber wie immer ist das Handelsdefizit in Deutschland nicht wirklich verstanden. Bisher galt: Export gut, Import schlecht. Ich nenne das einmal die Nationalsozialistische Sichtweise, denn von diesem Autakiebestreben stammt sie ab. Das es ist nicht leicht wird sich anzupassen, ist klar, deshalb auch die Demonstrationen zur Zeit.

Die Veranschaulichung von Import vs. Export ist jedoch verfälschend, da hier zwar Warenein- und ausgänge verglichen werden, aber z.B. Investitionen vernachlässigt werden. Im Vertrieb oder Marketing wird auch eigentlich “nichts” produziert, trotzdem sind die Jobs nicht schlecht bezahlt. Diese Jobs würden jedoch nie für Import oder Export sorgen, dennoch kommen sie den Deutschen zu Gute.

Man sollte hier viel stärker differenzieren und nicht alles immer gleich schwarz malen. Es zeigt oft auch ein ungenaues Verständnis von Marktwirtschaft, was für Journalisten, die über solche Themen schreiben, meiner Meinung nach ein K.O. Kriterium ist.

weitere Quellen:

Stop Worrying About the Trade Deficit – Donald Boudreaux

Drückende Last – SpiegelOnline