Tuesday, July 14, 2009
Desertec und Toll Collect
Der Unterschied zwischen Desertec und Toll Collect besteht jedoch in einem Punkt:
Bei Toll Collect war es sicher, dass es mal profitabel für den Autobahn-Betreiber wird, bei Desertec ist das nicht sicher.
Monday, July 13, 2009
Wut im Bauch: "Steuerüberraschung"
Die Krise belastet die öffentlichen Kassen offenbar weitaus stärker als bislang bekannt. Allein für Arbeitsmarkt-Ausgaben fehlen dem Bund einem Bericht zufolge fast 100 Milliarden Euro bis 2013. Das Finanzministerium meldet außerdem einen beispiellosen Einbruch der Steuereinnahmen.
Wow, das muss für diese Null-Nummern in Politik und den Medien natürlich wie eine Überraschung vorkommen. Wann mussten diese denn das letzte Mal Expertise zeigen und ein bisschen denken und rechnen und nicht nur einfach Pressemitteilungen abschreiben?
Tja, das bei steigender Arbeitslosigkeit, Stagnation bei Unternehmen und Aktienmärkten plötzlich das Abnehmen des Geldes bei der profitablen freien Wirtschaft nicht mehr funktioniert und deshalb Steuer-"Einnahmen" fallen und die Ausgaben explodieren, dass kann aber auch nur Dummköpfe überraschen. Warum ich so zornig bin?
Es sollte niemanden überraschen und es zeigt doch wieder einmal, dass offensichtlich weder in den Redaktionsstuben, noch im Bund irgendwo Leute mit einer anständigen Ausbildung sitzen, sei es ein nicht-sozial-wissenschaftliches Studium, oder eine anständige Kaufmännische Ausbildung oder auch nur eine gute Schulbildung.
Offensichtlich sind alle Lebemänner und Schlendriane schon lange in der Politik, anders lässt es sich nicht erklären, wie irgendjemanden so etwas auch nur ein bisschen überraschen könnte...
Mal zusammenfassen:
- Steuer einnahmen gehen runter (weniger Gewinne der Unternehmen, weniger Arbeitende)
- Steuerlast geht hoch (mehr Arbeitslose, mehr Serviceinanspruchnahme, höhere Kosten für Wohnungen etc.)
Und das soll plötzlich und aus heiterem Himmel erschienen sein und sowas von nicht planbar gewesen sein? Man hätte schon vor 10 Jahren damit planen können, aber stattdessen hat man in der Boom-Zeit Geld aus dem Fenster geschleudert und schmerzhafte Reformen verpasst. Eben typisch Demokratie, die offensichtlich immer eine katastrophale Umwälzung benötigen bevor sie sich mal in eine gesunde Richtung bewegen.
Sunday, July 12, 2009
Prophetisches Schicksal für GM?
Saturday, July 11, 2009
Defizit Ausgaben in den USA in Form eines Roadtrip
Besonders erstaunlich, die gerne als fiskal konservativ gehandelten Präsidenten Reagan und Bush sind weit hinter Clinton! Was wiederum zeigt, dass fiskalisches Augenmaß schon lange nicht mehr mit der Partei sondern der glücklichen Zusammensetzung des Kongresses und der Berater zusammenhängt.
Ein besonders interessanter Punkt ist, dass es in der gesamten Laufbahn alles Präsidenten nur einen einzigen gab, der tatsächlich Schulden zurück gezahlt hat: Harry Truman - Demokrat.
Friday, July 10, 2009
On renewable energy sources and their success
I assume that most people will think of me as a defender of coal and nuclear power above all else and in particular against "new" energy sources that are greener (though not all are really). However, I am more of a practical man. I want to have the best resources for the best application. If you live in the jungle of Amazonia and you will never have a connection to any kind of power grid. In this case, I think, it is a very good and efficient idea to use regenerative energy sources, which are more reliable and cheaper than to build a land line and a power plant next to you.
However, this is not so evident in densly populated Europe, where there is no longer any jungle and most communities are connected to a European power grid. However, even here regenerative energy sources might be a valid idea, however, we don't know it. We don't know it because subisidies screw up theh market pricing scheme. And I don't restrict myself to green subsidies, no, nuclear and coal power also have had their subsidies, especially during the costly construction process. How can anyone decide what a given technology costs and whether it is usefull, if the prices are distorted by politicians who want to support their pet projects, or activist groups who want to procure funding.
My idea is more of a free market approach in that no subsidies should be given. Perhaps this would present to us some very interesting results, where suddenly some renewable energy sources are not that bad a choice. Let the market decide is my idea of pricing and comparing technology. So that we get the best, most efficient and cheapest energy there is.
As a post-script I'd like to summarize a bit the pro's and con's of the Desertec project:
pro's:
- trade and cooperation always led to peace
- Use of land that is not "lost" to civilization (deserts)
- technological benefits by testing direct current long-range transmission into the european grid
- optimized green source in optimal spots
con's:
- dependency on non-democratic states
- probably expensive tax payer portion!!!
- technical difficulties (transformation etc.)
- unreliable
- diminishes return from smart grids
- sandy spots have high maintenance costs
- comparatibe advantage with other projects not look at/ opportunity costs disregarded
- more PR / companies are not really persuaded (or they would have already started)
All in all, I still don't see where the benefits are. Yes, the desert is mostly non-inhabitable for large human settlements, but they are none the less important biohabitats for animals. I don't understand why a 10x bigger power plant than a coal power plant gets a green thumb up, while it destroys a natural bio diversity 10 x bigger? Shouldn't there be outrage by greens about it? Or do they only cry when the animals killed are adorable?
On Oil speculation
Yes, the crisis also had an influence, but the drop in prices was temporary because the oil seller soon anticipated the difference and acted accordingly. It was a short-term effect that lasted from October 2008 until late June 2009, when gasoline prices were again on their old level.
Of course, one can believe that the coal market is similar to the oil market in its working since coal is also used in highly environmentally regulated power plants. Now, usually other industries (steel f.e.) are betting for coal shipments from Australia and the emerging nation China also has pushed prices up with their high demand. However, when the crisis hit, prices dropped because production rates dropped all over the board, at the same time energy companies continued producing almost the same amount of energy. So, their share of coal prices dropped and they got more coal than before for the same price. Why then did energy prices go?
It is because in the near future, nuclear energy is going to be forbidden and coal power will be more expensive. The companies anticipate this coal-unfriendly climate and try to amortize their plants in due time.
They see that with the current climate due to IPCC, Copenhagen etc. they will most likely pay a new premium in the future, so they can't drop prices now, because gains now is more valuable than payments in ten years. So, though ressources prices drop, government prices still rise and are anticipated to rise further.
Sources:
Coal prices (12 month)
Oil prices
Thursday, July 02, 2009
SpiegelWatch: Ökologie - Solarstrom - Unsinn
Hierbei möchte ich nur kurz auf zwei-drei Punkte eingehen, die in diesem Bericht von Greenpeace offensichtlich nicht verstanden wurden:
a) Ein Boom in einer Subventionierten Sparte ist kein Boom sondern eine Blase, denn beim Wegfall der Subventionen würde sie zusammenbrechen (siehe Dot-Com, siehe Housing Bubble)
b) Man kann nicht von einem netto Gewinn an Jobs sprechen, wenn für die Entstehung einiger "grüner" Jobs eventuell tausende andere Jobs eingehen (Abstieg der Atombranche).
c) Wann wird das Mär von dem kompletten Ersatz des konventionellen STroms durch regenerativen Solar-Strom endlich zu Grabe getragen?
Während a und b beinahe selbst erklärend sind, scheint c den meisten Journalisten zu entgehen...
Ein Solarkraftwerk in D schafft sein kW/p (kW Stunden peak Leistung) nur etwa 4 h pro Tag unter optimalen Bedingungen (richtig installiert etc.), danach fällt die Leistung rapide ab. Die Hälfte des Tages wird sogar gar keine Leistung generiert, da überhaupt kein Licht vorhanden ist. Jetzt kann man dagegen halten, dass ja auf der Erde immer irgendwo Sonne scheint, aber das ist erstmal irrelevant, weil nicht überall Solarstrom generiert wird und auch kein weltumspannendes Energienetz vorhanden ist. Es bleibt also nur D bzw. Europa. Im Ausland jedoch ist Solarstrom zur Zeit (abgesehen von Spanien) nicht gerade auf dem Vormarsch, weshalb wir uns hier auf D beschränken. Selbst mit billigen Solarzellen um die 1.80 €, die einen Strompreis von bis zu 12-15 cent/kWh erreichen würden, wäre eine komplette Substitution der fossilen Kraftwerke unmöglich, da auch nachts Versorgungssicherheit herrschen muss. Außerdem würde der Strompreis wahrscheinlich steigen, da Spitzen- und Mittellastkraftwerke teurer sind als Grundlastkraftwerke. Und diese Kraftwerke würden dann ja gebraucht für Nachtstrom und für die SR (Systemreserven im Ausfall). Auch um tagsüber auf der sicheren Seite zu sein müssten immer etwa die 6 - 8 fache Leistung verfügbar sein. Es zeigt sich also schnell, dass man hier in eine Kostenspirale rennt, die wohl das ZIel ganz und gar verfehlt billigen, grünen Strom zu erstellen.
Wenn man nämlich Subventionen von Solarzellen abzieht und denen die reinen Stromentstehungskosten von klassischen Kraftwerken gegenüberstellt, dann sind selbst 6 ct/kWh noch nicht konkurrenzfähig...
Wednesday, July 01, 2009
Spiegel-Watch: Sahara-Solarstrom und Politik
"Es ist ein fast unglaublicher Plan: Eine Gruppe von 20 Konzernen will sich im Juli zu einem Konsortium unter dem Namen Desertec zusammenschließen. Das Ziel: 400 Milliarden Euro in Solarkraftwerke in Nordafrika investieren, um damit 15 Prozent der Stromversorgung Europas zu decken."
Unglaublich ist es in der Tat das 20 Konzerne, Desertec, für 400 Milliarden ein riesiges Solarkraftwerk bauen wollen . Generell wäre dies zwar denkbar in einer politisch instabilen Region wie Afrika jedoch mit großen Hürden verbunden. Auch sind die 15 % der Stromversorgung natürlich der Peak-Wert, Nachts wird man von dem Kraftwerk nichts bekommen, was bedeutet: Durch den Bau dieses Kraftwerkes können zwar Grundlastkraftwerke abgeschaltet werden, müssen aber durch teurere Mittel- bis Spitzenlastkraftwerke nachts aufgefangen werden. Toller Plan und teuer.
Das Projekt ist die größte private Ökostrom-Initiative aller Zeiten und wertet die Solarenergie endlich auf.
Zum dem Wort "privat" kommen wir noch, denn die Energiekonzerne tun das nicht aus privatem Antrieb, sondern weil erwartet wird "go green" zu sein und weil sie hoffen möglichst wenig Geld investieren zu müssen und vom Bund ordentlich Geld in den A*sch geschoben zu bekommen. Es gibt den Solarstrom der Lächerlichkeit preis und wertet ihn nicht auf.
Das Vorhaben ist angesichts der steigenden Kosten für fossile Energieträger ökonomisch sinnvoll und angesichts des Klimawandels ökologisch geboten.
Oh je, oh je, gleich zwei Fehler in einem. Sicher steigen die Kosten für fossile Energieträger, sicher werden sie irgendwann so teuer, dass sich der Bau solcher Anlagen lohnen könnte. Es wird aber nicht mehr in diesem Jahrhundert passieren. Wie hoch sind denn die Kosten für dieses Solarkraftwerk und warum kann sie das Unternehmen nicht alleine tragen??
Zum Klimawandel mag ich nur so viel sagen, es ist ein Totschlag Argument, dass zu oft für unsinnige Vorhaben verwendet wird. Weder ist die Gefahr dringend, dass man dafür Milliarden ausgeben muss, noch ist er eine Tatsache (dazu mehr im Archiv auffindbar).
Endlich haben zumindest zwei der Energieriesen in Deutschland (E.on und RWE) offenbar die enormen Potentiale der erneuerbaren Energien erkannt und steigen richtig ein.
Naja, sie hoffen einen Reibach zu machen, in dem sie wenig für die Kosten zahlen und den Strom dann teuer einspeisen, nach dem EEG (Erneuerbare Energien GEsetz). GRundsätzlich wird der Bürger also die Kosten gleich doppelt bestreiten. Er wird für die Subventionen per Steuern aufkommen und die Kosten der Unternehmen durch höhere Preise tragen. Und das ist ein Fortschritt? Die Armen künstlich ärmer machen?
Aber Desertec ist auch außen- und sicherheitspolitisch eine enorme Chance: Das Projekt bindet das instabile Nordafrika an Europa, es schafft dort Arbeitsplätze und Wohlstand. In diesem Sinne ist Desertec auch eine Art Anti-Terror-Programm.Perspektivlosigkeit und Minderwertigkeitsgefühl vieler Menschen in Nordafrika - idealer Nährboden bei der Terrorrekrutierung - könnten sich durch die neue Zukunftschance verflüchtigen. Desertec kann europäische Nachbarschaftspolitik im besten Sinne des Wortes werden.
Wow, da militärischer Interventionismus in Europa auf taube Ohren fällt, will man nun merkantilistischen Imperialismus betreiben?! Es wird dort Arbeitsplätze schaffen, natürlich auf Kosten europäischer Arbeitsplätze, aber das interessiert keinen. Das wäre kein Problem wenn es ein 100% privates Vorhaben wäre, so jedoch subventioniert der arbeitsloswerdende Europäer einen Afrikaner, ob das wirklich zu einem "Zusammenrücken" führen wird?
Desertec ist nur dann eine Chance, wenn es von Beginn an politisch und diplomatisch flankiert wird. Nicht wir in Europa entscheiden darüber, ob die Wüste für Energiegewinnung genutzt wird, sondern souveräne Staaten in Nordafrika.
Hört sich lustig an, ist aber nicht die Arbeitsweise von franz./deutscher Aussenpolitik. Wohl eher die eherne Meinung des ein bisschen naiven und geblendeten Journalisten (kritischer Journalismus ist etwa so lebendig wie MJ). Wahrscheinlich wird man per Foreign Aid die nicht ganz demokratischen Staaten an der MIttelmeerküste schmieren um dann bauen zu können...
Das Vorhaben vermindert die einseitige Abhängigkeit von Öl und Gas. Den Lieferanten der fossilen Energien wird es erschwert, Preise zu diktieren oder ihre Ressourcen zur politischen Erpressung bei der Durchsetzung ihrer Interessen zu benutzen. Die Diversifizierung unserer Energieversorgung bringt uns in jedem Fall mehr Versorgungssicherheit.
Sollte man dann nicht lieber darauf pressen, dass sich Russland etc. demokratisieren und dem freien Markt mehr Platz lassen, denn dann würde der Preis nicht von politischen Entitäten wie Staaten diktiert. Andererseits kann man genau diese Argumente jetzt im Falle Afrikas anwenden. Was wenn die Nordküste entscheidet, dass sie EUropa heute mal keinen Strom liefern wollen?
In Nordafrika sind derzeit mehrere Atomkraftwerke geplant. Allein Ägypten will fünf davon bauen. Mit der Nutzung der Wüsten durch Solarthermie, Photovoltaik und durch die gewaltigen Windkraftpotentiale am Roten Meer oder in Marokko wird es möglich werden, den regionalen Bedarf ohne Kernkraft zu decken und so die Proliferation von Nukleartechnologie zu erschweren
Ist dem Journalist bewusst, dass Kerntechnologie != Waffenindustrie ist? Ich bezweifel, dass ohne SChmiergelder irgendeiner der Staaten trotz des Solar-Booms auf seine Kernreaktoren verzichten wird. Wieder einmal Wunschdenken eines grünen Weltverbesserers, der offensichtlich den Zynismus der Politik nicht sehen will. Realismus sieht anders aus. Desweiteren sind Kernkraftwerke wesentlich ausfallssicherer, weshalb sie ja eben von allen Staaten ausser D gerne gebaut werden.
Terroristen wird außerdem die Option genommen, gegen atomare Anlagen Anschläge mit grauenhaften Folgen zu unternehmen. Es verwundert, wenn Vattenfall-Chef Josefsson das Projekt Desertec aufgrund möglicher Terroranschläge gegen Solaranlagen in Nordafrika ablehnt, aber die weitaus größeren Gefahren durch die geplanten Nuklearanlagen nicht thematisiert.
Würden Terroristen wirklich ihr eigenes Land verseuchen wollen? Warum gab es dann in Israel noch keine Katastrophe oder in einem europäischen Land wie Frankreich, Spanien oder D? D hatte nachweislich mehrere terroristische Zellen im Land? Die Frage ist auch, wie solch ein Anschlag denn nun konkret aussehen soll, dass er gleich verheerende Wirkungen hat. Naja, für einen Privatinvestor wie Vattenfall wäre dämlich in einer instabilen Region ein solch teures Projekt abzusegnen. Es würde nur sinn machen, wenn man die Investitionen direkt vom Staat ersetzt bekommt...
Die deutsche Wirtschaft - von Münchener Rück über RWE, E.on, Siemens bis zur Deutschen Bank - hat endlich die Weichen für die Zukunft gestellt. Der Vorwurf, die großen Energieversorger und die Industrie im ganzen würden die erneuerbaren Energien nur als Alibi fördern, um ansonsten "business as usual" zu betreiben, wird durch das Wüstenprojekt widerlegt.
Die Wirtschaft fördert nichts nur als "Alibi", es sei denn der Staat ist beteiligt, dann kann es vorkommen. Das Wüstenprojekt ist das beste Beispiel dafür. Wenn sich regenerative Energiequellen schon lohnen würden, dann wären die EVU die ersten, die neue Anlagen bauen würden, selbst in gefährlichen Gebieten (siehe STEAG und Argentinien).
Neben diesen Politischen Problemen, gibt es natürlich noch eine Reihe technischer Probleme, deren Lösung noch lange nicht absehbar ist. Wie kühlt man die Kraftwerke, da Wasser dort unten traditionell rar ist? Wie lässt sich der Verschleiss durch Sand und Sandstürme möglichst gering halten? Wie lassen sich die Leitungen möglichst sicher verlegen?
Friday, June 05, 2009
Die Schweizer - ehemalig freisinnig, heute auf dem Weg in den Sozialismus
Der 62-Jährige schrieb unlängst, dass Sonderwohnzonen für Reiche "nichts anderes als Apartheid" seien. Und fragte: "Ist denn ein Autorennfahrer so viel nützlicher als eine Krankenschwester?
Was hat es denn mit nützlich zu tun, wo jemand wohnt? Wenn er fragen würde ob ein Autorennfahrer produktiver ist als eine Krankenschwester, dann müsste es wahrscheinlich heißen: Für die Wohngegend ja, bei der Arbeit nein. Denn er wird sich wesentlich mehr Luxus leisten und der kommt nicht von irgendwo, da werden dann Handwerker und Bauleute wesentlich mehr arbeiten können, als wenn eine Krankenschwester dort hinziehen würde. Aber das ganze kann man doch eigentlich nur debattieren, wenn man eine sehr neidische und eifersüchtige Ader in sich trägt. Ist denn auf dieser Welt nicht für jeden Platz?
Mit Apartheid hat das nichts zu tun, wenn man durch Frankreich fährt, dann kommt man auch an Monaco vorbei, wo "extra wohnplätze für reiche leute" geschaffen wurden. Oder schauen sie sich doch mal die Wohngegenden in Zürich an, wo auch kaum eine Krankenschwester leben kann. Apartheid ist das nicht, wohnen unter Gleichgesinnten wohl eher. Dies gilt aber im gleichen Maße auch Mittel- und Unterschicht. Wohnen denn nicht auch alternative zusammen in Kreutzberg? Studenten in Friedrichshain? Grüne im schönen Basel? Ingenieure in Erlangen?
Ist das alles Apartheid? Nein, weil niemand gezwungen wird oder davon abgehalten wird, solange er es sich leisten kann.
Das sich die meisten Schweizer und die Umweltminister-Blogger Socke über den kantonalen Wettbewerb echauffieren ist mir vollkommen unverständlich. Dieser Wettbewerb ist der einzige Grund, warum die Schweiz in den letzten Jahren nicht genauso nach unten gesegelt ist wie Deutschland. Das die Schweiz noch Wachstum und Wohlstand erfahren hat, wo andere europäische Staaten um 1 % Wachstum kämpfen mussten. Im Gegensatz zu Irland, hat die Schweiz nicht auf Pump gelebt. Jedoch hat sich dieses Bild in den letzten Jahren zu ungunsten der Schweizer weiter entwickelt. Das Bankgeheimnis ist adé und wird noch für böse Überraschungen bei den Schweizern sorgen. Die Annäherung an die EU bringt der reichen Schweiz höchstens Kosten und einen hohen Verlust an Unabhängigkeit bei gleichzeitig fast keiner Mitbestimmung.
Und jetzt die Aufgabe des kantonalen Föderalismus, um die Nöte und Besorgnissen in finanzieller Hinsicht der Bürger zu bereinigen. Damit folgt man Frankreich und Deutschland, die ja gerade dadurch glänzen, dass sie im Verlgeich zu dem etwas freieren USA noch tiefer in die Krise schlittern. Beide Staaten stehen vor riesigen Schuldenbergen und deren sozial Systeme stehen noch schlechter da. Und das wollen die Schweizer kopieren, in dem sie das einzige Instrument aufgeben, dass ihnen bisher Wohlstand gebracht hat?
Die Spinnen die Schweizer und ich hoffe sie sind nicht so naiv und sozialistisch, wie sie in der Deutschen Presse rüber kommen...
Dem Spiegel selbst kann man in seinem Bericht soviel ankreiden, dass es sich fast nicht lohnt ihn zu erwähnen. Selbst wenn durch Briefkastenfirmen keine Arbeitsplätze entstehen, so nimmt doch der Kanton dadurch Steuern aus dem Gewinn der Firmen ein. Auch ist eine Flat Tax keinesfalls ungerecht, wie es im Spiegel dargestellt wird, weil ein Reicher den selben Prozentsatz zahlt wie ein ärmer, sondern GERECHT. Ja, nach dem alten oft vergessenen Ausspruch: Vor dem Gesetz sind wir alle gleich. Das dies natürlich als sozial ungerecht ausgelegt wird ist klar, weil reiche Menschen = böse Menschen, die müssen auch mehr zahlen, weil sie es ja könnten und es ihnen (nach der Meinung der armen Menschen) nichts ausmacht, da sie ja immer noch gut leben...
Gleichfalls muss man natürlich anprangern: Das viele Steuern (u.a. Mehrwertsteuern) vor allem auch die ärmeren Leute überproportional treffen. Warum also nicht diese Steuern auch mal kappen?
"Das Nachsehen haben in diesem Fall die Luzerner: Ihre Stadt blutet in dem gnadenlosen Steuerwettbewerb aus, zurück bleiben die Gutmenschen, Studenten, Ausländer, Schlechtverdienende und Beamte mit Wohnsitzpflicht im Kanton. Sie dürfen die teuren Zentrumslasten mit vergleichsweise hohen Steuern bezahlen."
Oder, die Stadt Luzern könnte ihre Steuern senken! Undenkbar? Ja, unmöglich, nein!
Die Frage ist also, warum bleiben diese Leute in der Stadt und warum sind sie plötzlich Gutmenschen? Warum sind die Kosten in den Städten so hoch, wenn doch jeder nach draussen mag? Und wenn sie in Luzern einkaufen, die bösen Reichen, wo geht dann das Geld hin? Ahhh, nicht in die Stadtkasse, sondern in die Kasse von normalen Menschen.. schrecklich...
Schulpolitik Deutschland - Gedanken über Bildung
Auf der einen Seite kann ich die Denkweise der Frau loben, wenn sie neue Methoden versucht, da die alten bei den Schülern offensichtlich nicht funktionieren. Und auch gute Noten sind keine schlechte Sache, wenn sie denn begründet sind. Ob man jetzt Noten oder Beurteilungen schreiben sollte, ist schwer zu sagen. Im späteren Leben bekommt man beides (Gymnasium/Hochschule Noten und im Job Beurteilungen). Es ist also nicht so einfach zu entscheiden was besser ist.
Eines ist jedoch wichtig, es darf nicht bessere Noten für geringere Leistung geben! Denn wenn es eine sinnvolle Zeit in der verschulten Bildung Deutschlands gibt, dann ist das die Grundschulzeit. Hier werden die Grundlagen für die spätere Entwicklung gelegt. Lesen, Rechnen und Schreiben, keine späteren Fächer werden so wichtig sein wie diese 3.
Und genau hier hab ich so meine Zweifel über die liebe Lehrerin. Es kann schon sein, dass sie ihre Ansprüche senkt, im Vergleich zu anderen Klassen, und dadurch bessere Noten vergibt, was dann auf dem Gymnasium schnell zu einer Überraschung für die Kinder führen kann.
Man kann es leider aus dem Bericht nicht entnehmen, in welcher Weise ihr Unterricht anders war als der der anderen Lehrer. Wenn sie hingegen nur bessere Noten vergibt, weil sie Noten und Bewertungen für Böse hält, dann ist das keine Auszeichnung wert...