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Tuesday, October 12, 2010

Wenn die Qualitätssicherung schlampt…

… dann kommt so etwas dabei raus wie der neue Corsa. Nicht das von der fahrmotorischen Leistung viele seiner Konkurrenten besser sind, keineswegs. Ich kann mich damit abfinden bei einem Mietwagen auf Leistung zu verzichten und eben nicht mit 180 auf der Autobahn zu fahren.

Ich kann sogar verschmerzen, dass die Klimaanlage immer noch nicht beim Kleinwagen angekommen ist und das Dämpfung dort immer noch zu wörtlich genommen wird.

Was man jedoch nicht verzeihen kann und wo gleich 3 Sparten der Opel-Entwicklungsabteilung geschlampt haben, ist der Blinker!

Wirklich, Leute, was habt ihr Ingenieure und sonstigen schlauen Leute euch dabei gedacht dieses Produkt serienreif zu machen. Entweder er wurde nie erprobt, oder die Versuchs-, Proto- und QS-Leute haben allesamt geschlafen und der Entwickler wohl zu viel geraucht.

Was ist denn nun das Problem?

Nun, die verwegenen Ingenieure bei Opel haben sich gedacht den altertümlichen mechanischen Schiebehebel mit 3 Stellungen für den Blinker abzuschaffen. Stattdessen wurde ein elektrischer Wippschalter mit nur einer stationären Position verbaut. Dies bedeutet, dass man zum blinken nach links, den Hebel kurz nach unten drücken muss und für blinken nach rechts kurz nach oben. Das Prinzip ist auch gar nicht schlecht, wenn man ein Kurve fährt. Einmal den Hebel nach oben gedrückt, das Licht fängt an nach rechts zu blinken und hört auf, wenn das Lenkrad von der Drehung zurück kommt.

Das Problem fängt jedoch an, wenn man einmal nicht kurvt sondern nur kurz einen Spurwechsel macht. In diesem Fall bleibt das Licht nämlich angeschaltet, da man nicht den Grenzdrehwinkel für das Ausschalten durch Gegendrehen erreicht hat. Man überholt also rechts und das Licht blinkt wild weiter. Aus Verzweiflung drückt man den Hebel nach unten und hofft, dass das Auto so klug ist dies als Stopp für die Blinkanlage zu erkennen. Weit gefehlt, plötzlich blinkt man in die Gegenrichtung! Nach mehrmaligem Probieren hilft dann nur ein sanfteres Probieren bis man den nötigen sensiblen Druck ausübt, um tatsächlich eine Arretierung hin zu bekommen.

Manchmal, aber nur manchmal, geht das Blinken alleine dadurch weg, dass man längere Zeit geradeaus fährt, aber das is mehr oder weniger Zufall.

Gelinde gesagt ist das jedoch ein QS-reinfall, wie er im Buche steht und es ist unerklärlich, wie dieser durch die QS und FMEA bei Opel gehen konnte, ohne entdeckt zu werden…

Vielleicht sollte Opel mal über Beta-Tester nachdenken, die so etwas Probe fahren. Andererseits hat Opel schon seit Jahren Probleme mit Ihren Blinkern und Lenkradhebeln. Mal ist es ein sogen. verrückter Blinker, der zu schnell blinkt, obwohl er nicht defekt ist oder der rechte Knickhebel geht nach der Hälfte der Lebenszeit auf Grund schlechter Verarbeitung kaputt…

Friday, December 04, 2009

"Ein Fall für die EU" - Betriebsrat bei Opel

Ich habe ja generell nichts dagegen, wenn sich der Betriebsrat für die Erhaltung eines Standorts einsetzt, Kommunikation kann da nicht schaden (weshalb ich das Modell Betriebsrat ein bisschen zielführender finde als das Modell Gewerkschaft). Es ist auch nicht überraschend, dass der Betriebsrat hier im Sinne der Belegschaft argumentiert und herausstreicht um wieviel effizienter der eigene Standort ist (wobei natürlich wenig über Methoden der Messung u.ä. gesagt wird, jedoch das Untersuchungspaper von GM etwa das selbe sagt, was wiederum bei GM nichts zu sagen hat ;) ).

Das wirklich problematische ist jedoch diese überzogene Reaktion gegenüber der staatlichen Förderung eines konkurrierenden Werkes in Österreich. Natürlich hat er Recht, dass dies schlecht ist, aber er würde das selbe nicht zu einer Förderung in D sagen. Gleichfalls sollte er sich überlegen, was normalerweise eine solche Subvention nach sich zieht. Der Fall des Nokia-Werkes, lustigerweise auch in Bochum, zeigt doch das eine Firma solche Werke, die nur mit Subvention überhaupt entstanden sind, als erste schließt.
Es zeigt sich das eben nur solche Investitionen überleben, die auch ohne fremden Eingriff profitabel sind, gerade dann wenn mal schlechte Zeiten angesagt sind.

Natürlich kann man argumentieren, dass einmal Subventionen durchaus einen kurzfristigen Wettbewerbsnachteil ausgleichen können, d.h. das nach einiger Zeit ein so subventioniertes Werk sich als profitabel herausstellt. Die Anzeichen für so etwas sind aber gering, denn auch das Nokia-Werk war keine Dauerfortzahlung. Nach dem Aufbrauchen der Subvention für das Werk in Österreich, würde sich also herausstellen, dass man entweder jetzt Überkapazitäten hat oder plötzlich die Kosten so hoch sind, dass es nicht mehr profitabel sein wird. Die Folge wäre eine verspätete, dafür aber um so drastischere Kürzung.

Ich denke der Betriebsrat hat dies nicht deutlich gemacht um damit generell Subventionen an Standorte zu verbieten. Sie verzerren immer das Marktbild und führen zu viel Gram im Nachhinein.