Die Spiegel-Meinungsbildner zeigen mal wieder was sie können und was nicht. Es überrascht mich immer wieder wie intolerant Menschen sind, die für Toleranz streiten. Da reden diese von Diversifizierung und Meinungsvielfalt, aber die einzige Meinung, die sie zulassen, ist die eigene.
Das beste Beispiel findet sich hier. Die Autorin beschwert sich darüber, dass Europa immer stärker bürgerlich-konservative Parteien bzw. liberale Parteien wählt, anstatt die freischaffenden Spinner aus dem linken Spektrum. Dies merkt man auch, wenn Sie eben jene aufzählt, die sie nicht mehr sieht, ihrer Meinung nach:
gäbe es doch sicher für jeden Geschmack etwas, ein wenig Christentum und Tierschutz, eine Frauenpartei und eine für Rentner, junge Nazis und stramme Linke, ein wunderbares Gemisch, in dem sich die Zusammensetzung der Bevölkerung spiegeln würde.
Diese Parteien gibt es, meine liebe ungebildete Frau. Diese Parteien sind nur partikulärinteressiert und somit für die große Mehrheit uninteressant. Deshalb wählen auch gestandene Kommunisten manchmal SPD oder Grüne anstatt die Linke. Es nennt sich Pragmatismus und der kleinste gemeinsame Nenner. Mathematik ist hier allerdings vielleicht etwas fehl am Platze, würde es doch eine gewisse Grundausbildung voraussetzen.
Stattdessen kritisiert sie die Schweizer und Österreicher Konservativen und versteift sich natürlich mal wieder auf Haider und Blocherianer. Was sie dabei jedoch nicht sieht, ist das es auch rechts vom linken Rand viele unterschiedliche Meinungen gibt, die genauso ein Recht darauf haben als unterschiedlich und wichtig wahrgenommen zu werden. Natürlich kann das die Frau nicht abhaben, dazu müsste man wahrlich tolerant sein und so wird das ganze wieder in die braune Nazi-Ecke gedrängt.
Doch zwischendurch versteigt sie sich dann auch noch in ein paar mutige Behauptungen. So würden ebene jene rechten Regierungen besonders Diktatoren begünstigen und milde Gesetze für Organisationen wie die Fifa erlassen. Wenn das tatsächlich die einzigen Probleme von konservativen Regierungen sind, dann können wir uns glücklich schätzen und werde sie jeden Tag vor Regierungen bevorzugen, die uns in den realen Sozialismus geführt haben und Diktatoren vorbringen anstatt nur mit Geld zu zuschmeißen.
Denn weder haben die linken Parteien die Abschaffung der Entwicklungshilfe gefordert (welche nachweislich Diktaturen und Unrechtsstaaten unterstützt), noch haben Sie die Fifa in die Schranken geworfen, als sie an der Macht waren.
Ich nenne so etwas: Auf einem Auge blind Frau Sibylle.
Setzen 6.
Monday, June 15, 2015
Sunday, November 16, 2014
Merkel's Verständnis für Marktwirtschaft - Das Verständnis der Deutschen?
Der Spiegel hat ein interessantes Stück Essay heute, dass viel über Merkel, aber auch viel über die Journalisten beim Spiegel aussagt. Dort bemängelt ein Journalist das VErständnis Merkels für die Wirtschaft. Er hält ihr vor, dass sie glaubt das die Wirtschaft mechanistisch und deterministisch ist, wobei er letzteres nicht wörtlich erwähnt. Sein eigenes Verständnis krankt jedoch auch und wirft ein falsches Licht auf den Stand des Wissens in den Wirtschaftswissenschaften.
Selbst ein Amateur wie ich, der eigentlich von Beruf Ingenieur ist, sieht wo hier die Fehler liegen und wie schlecht doch die Journalistenzunft ausgebildet wird, oder wie sehr Confirmation Bias und Ideologie Fakten verdrängen. Es ist erschreckend, dass dieser Mangel jedoch schon bei Professoren des Journalismus anfängt.
Sehr früh in dem Artikel kommt das Thema Mindestlohn hoch. Nun gibt es ein Haufen Theorien darüber, was ein Mindestlohn bedeutet, wissenschaftlich fundiert und mit Daten belegt sind jedoch nur diese:
Dieser Satz ist einfach nicht wahr. Die Beschäftigung kann nicht steigen, wenn die Produktivität gleich bleibt und die Kosten steigen. Wenn der Arbeiter Mehrwert in Höhe von 10€ produziert ist es nur diese 10€ - Profit als Lohn wert. Wenn er mehr kostet, muss er entweder mehr einspielen, oder er ist zu teuer. Kein Unternehmer oder Unternehmer wird aus eigener Tasche seine Arbeit bezahlen. Gewinne für die kleinen Unternehmen sind so oder so nicht sehr hoch, was gerne im Angesicht von Google, Deutsche Bank oder Porsche vergessen wird.
Letztlich wird jedoch durch den Mindestlohn nicht die Beschäftigung steigen, nur weil der Beschäftigte mehr kostet, das ist einfach nicht wahr. Auch der Konsument wird bei teureren Preisen nicht öfter zum Friseur gehen oder mehr Päckchen bestellen! Jeder der selbst ein monatliches Budget verwaltet, weis das!!!
Etwas anderes zu behaupten kratzt dann nur am Prestige des jeweiligen Wortführers, in diesem Fall eines Professors.
Letztlich führt jedoch das Thema Mindestlohn zur Agenda 2010 und ihren Konsequenzen. Es ging dabei immer um zwei große Widersprüche. Entweder wir haben weniger Beschäftigte mit höheren Löhnen oder mehr Beschäftigte mit niedrigeren Löhnen. Jemand der einen Job hat, wird natürlich für ersteres plädieren, jemand der einen Job sucht wäre über letzteres wohl mehr erfreut.
Das Problem hierbei ist jedoch der 3. Faktor, der vergessen wird: Der Staat.
Dieser besteuert die Arbeiter, sorgt dafür das die Inflation die Löhne senkt und das Wirtschaftswachstum so niedrig ist, dass man meint, dass Land stagniert seit Jahren.
Die Deutschen sind jedoch ein langatmiges Volk, dass viel aushält, weshalb sich auch bisher wenig Widerstand gezeigt hat, wenn man mal von der erstarkenden AfD absieht. Dies wird aber in den kommenden Jahrzehnten nicht so bleiben. 20 Milliarden € wurden für nichts in die Energiewende verpulvert, ausser das die Stromkosten steigen. Was hätte man mit dem Geld doch stattdessen machen können? Vielleicht sogar Steuern einmal senken?
Das Gesundheitssystem ist ein Geldgrab mit einer Ineffizienz das eigentlich die Verantwortlichen nachts in der Zimmerecke heulen sollten.
Die Rente ist unbezahlbar und wird es auch in Zukunft nicht werden, es sei denn man schafft die staatliche ab.
Und die Verkehrsinfrastruktur wird auf Grund der Fixierung auf Bahn und Straßenbahn in Zukunft weiter zusammen brechen. Besonders prägnant: Deutsche Autobahnen benötigen 17 Jahre um gebaut zu werden! Bestes Beispiel hier ist die A8 zwischen Karlsruhe und München. Seit dem ich Autofahren kann, wird dort 3-spurig ausgebaut, dazu kommt noch der Ausbau des Bahnhofs in Stuttgart und er Bahnstrecke Richtung Ulm und Augsburg und das Chaos ist perfekt. Die Folge sind für die Größe von Stuttgart nicht angemessene Staus.
Aber letztlich haben ja die Deutschen mit Merkel die Kanzlerin die sie verdienen. Ich habe sie nicht gewählt, weshalb ich einer der wenigen bin, die sich hier herzlich und ehrlich beschweren können.
Selbst ein Amateur wie ich, der eigentlich von Beruf Ingenieur ist, sieht wo hier die Fehler liegen und wie schlecht doch die Journalistenzunft ausgebildet wird, oder wie sehr Confirmation Bias und Ideologie Fakten verdrängen. Es ist erschreckend, dass dieser Mangel jedoch schon bei Professoren des Journalismus anfängt.
Sehr früh in dem Artikel kommt das Thema Mindestlohn hoch. Nun gibt es ein Haufen Theorien darüber, was ein Mindestlohn bedeutet, wissenschaftlich fundiert und mit Daten belegt sind jedoch nur diese:
- Mindestlohn führt zu Einstiegshindernissen für schlecht ausgebildete Arbeiter (sprich: Hauptschule und Immigranten)
- Mindestlohn führt zu Arbeitslosigkeit bzw. Teilzeitarbeit um Kosten zu senken
- Mindestlohn führt zu höheren Preisen (siehe Friseur oder Taxifahren), wenn die Preise auf den Konsumenten umlegbar sind!
- Mindestlohn führt zu weniger Jobs in der Zukunft, da Unternehmen versuchen entsprechend "unproduktive" Jobs durch Automation zu ersetzen
- Mindestlohn ist nur ein zeitlich begrenzte Maßnahme, solange er absolut und statisch erlassen wird. Inflation zerstört den negativen Effekt des Mindestlohns auf lange Zeithorizonte
Was jedoch nicht stimmt, ist das unklar ist, was passiert bzw. die zweite Argumentationskette des Autors:
Möglich aber auch, dass die Beschäftigung am Ende steigt, weil Verbraucher bereit sind, für einen Haarschnitt oder eine Paketzustellung mehr zu zahlen als bislang, und der höhere Lohn gleichzeitig Arbeit am unteren Ende der Skala attraktiver macht.
Dieser Satz ist einfach nicht wahr. Die Beschäftigung kann nicht steigen, wenn die Produktivität gleich bleibt und die Kosten steigen. Wenn der Arbeiter Mehrwert in Höhe von 10€ produziert ist es nur diese 10€ - Profit als Lohn wert. Wenn er mehr kostet, muss er entweder mehr einspielen, oder er ist zu teuer. Kein Unternehmer oder Unternehmer wird aus eigener Tasche seine Arbeit bezahlen. Gewinne für die kleinen Unternehmen sind so oder so nicht sehr hoch, was gerne im Angesicht von Google, Deutsche Bank oder Porsche vergessen wird.
Letztlich wird jedoch durch den Mindestlohn nicht die Beschäftigung steigen, nur weil der Beschäftigte mehr kostet, das ist einfach nicht wahr. Auch der Konsument wird bei teureren Preisen nicht öfter zum Friseur gehen oder mehr Päckchen bestellen! Jeder der selbst ein monatliches Budget verwaltet, weis das!!!
Etwas anderes zu behaupten kratzt dann nur am Prestige des jeweiligen Wortführers, in diesem Fall eines Professors.
Letztlich führt jedoch das Thema Mindestlohn zur Agenda 2010 und ihren Konsequenzen. Es ging dabei immer um zwei große Widersprüche. Entweder wir haben weniger Beschäftigte mit höheren Löhnen oder mehr Beschäftigte mit niedrigeren Löhnen. Jemand der einen Job hat, wird natürlich für ersteres plädieren, jemand der einen Job sucht wäre über letzteres wohl mehr erfreut.
Das Problem hierbei ist jedoch der 3. Faktor, der vergessen wird: Der Staat.
Dieser besteuert die Arbeiter, sorgt dafür das die Inflation die Löhne senkt und das Wirtschaftswachstum so niedrig ist, dass man meint, dass Land stagniert seit Jahren.
Die Deutschen sind jedoch ein langatmiges Volk, dass viel aushält, weshalb sich auch bisher wenig Widerstand gezeigt hat, wenn man mal von der erstarkenden AfD absieht. Dies wird aber in den kommenden Jahrzehnten nicht so bleiben. 20 Milliarden € wurden für nichts in die Energiewende verpulvert, ausser das die Stromkosten steigen. Was hätte man mit dem Geld doch stattdessen machen können? Vielleicht sogar Steuern einmal senken?
Das Gesundheitssystem ist ein Geldgrab mit einer Ineffizienz das eigentlich die Verantwortlichen nachts in der Zimmerecke heulen sollten.
Die Rente ist unbezahlbar und wird es auch in Zukunft nicht werden, es sei denn man schafft die staatliche ab.
Und die Verkehrsinfrastruktur wird auf Grund der Fixierung auf Bahn und Straßenbahn in Zukunft weiter zusammen brechen. Besonders prägnant: Deutsche Autobahnen benötigen 17 Jahre um gebaut zu werden! Bestes Beispiel hier ist die A8 zwischen Karlsruhe und München. Seit dem ich Autofahren kann, wird dort 3-spurig ausgebaut, dazu kommt noch der Ausbau des Bahnhofs in Stuttgart und er Bahnstrecke Richtung Ulm und Augsburg und das Chaos ist perfekt. Die Folge sind für die Größe von Stuttgart nicht angemessene Staus.
Aber letztlich haben ja die Deutschen mit Merkel die Kanzlerin die sie verdienen. Ich habe sie nicht gewählt, weshalb ich einer der wenigen bin, die sich hier herzlich und ehrlich beschweren können.
Film Review: Wir sind die Neuen
Der deutsche Film Wir sind die Neuen setzt zwei Generationen gegeneinander. Die Generation von 68, die vor den Konsequenzen ihrer Lebensentwürfe steht und die Generation von heute, die als Turbo-Konservativ dargestellt wird: Alles für den Erfolg eben.
Da das ganze als Komödie konstruiert wurde, und konstruiert trifft es hier, ist die Auseinandersetzung zwar hart, aber am Ende herzlich. Konstruiert, deshalb weil hier auch teilweise zwei Klischees aufeinander treffen. Man merkt sehr schnell, dass der Regisseur Ralf Westhoff ganz klar den 68ern zuzuschreiben ist. Deshalb liegt der Fokus in diesem Film auch durchgehend auf dieser Generation und wie Sie die heutige retten bzw. verbessern kann. Das soll jetzt jedoch nicht abschrecken, denn wirklich oberlehrerhaft ist der Film nicht. Im Gegensatz, für einen deutschen Film, ist er erfrischend unideologisch und kurzweilig gedreht. Man langweilt sich nicht, wenn auch manche Witze etwas zu gewollt wirken.
Doch wie sieht es denn eigentlich inhaltlich aus. Nun, Hanna (Gisela Schneeberger), die weibliche Protagonistin und Erzählering, wird aus ihrer bisherigen Wohnung geschmissen. Da sie sich als Biologin nicht wirklich alleine das Leben in einer Mietwohnung im Herzen der Stadt leisten kann, versucht sie ihre alten Freunde, die sie schon eine Weile nicht mehr gesehen hat, dazu zu überreden mit Ihr zusammen zu ziehen. Es soll wieder eine WG wie früher werden. Sie findet in Johan (Michael Wittenborn), eenem Rechtsanwalt für Mittellose schnell den ersten Mitstreiter. Und auch Eddie (Heiner Lauterbach) schließt sich ihnen an, nachdem Sie noch zwei andere versucht haben erfolglos zu rekutrieren. Hanna ist die Zentrale verbindende Person, die in Johan ihren besten Freund und in Eddie ihren ehemaligen Liebhaber sieht.
Doch dann finden Sie eine Wohnung und begrüßen auch die Nachbarn. Ein Yuppie, der quasi nie da ist und erst in vielen Monaten einen Termin finden würde, mit ihnen etwas zu machen. Erster Fehlschlag. Die WG oben drüber jedoch ist von jungen Studenten, zwei angehende Juristen und eine Bachelorstudentin der Kunstgeschichte, bewohnt, was ihnen Hoffnung auf ein schönes munteres Beisammensein gibt. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass es hier Generationenkonflikte gibt. Die Jungen sind so strebsam, dass sie keine Kapazitäten für zwischenmenschlichen Kontakt mit den Alten haben, wegen dem Prüfungsstress, dass sagen die verwöhnten Studenten auch unverblümt und direkt.
Die Alten sind also plötzlich die lockeren Jungen, verkehrte Welt. Und hier sind dann auch die ganzen Witze und Berührpunkte. 3 WG-Mitglieder von beiden Generationen, d.h. jeder hat später einen direkten Widerpart. Das funktioniert teilweise gut, manchmal etwas schlechter.
Generell ist es schon witzig, verliert aber zwischendurch mal etwas an Fahrt, als ob dem Autor keine schönen witzigen Szenen mehr eingefallen sind. Gegen Ende wird es sogar etwas melancholisch, bleibt jedoch kurzweilig genug, um nicht zu langweilen. Die Schnitte sind gut und kurzweilig. Die Schauspieler sind gut gewählt, besonders Heiner Lauterbach als Eddie fand ich besonders gut. Er schaffte es mit Charisma und Charme denn teilweise arschlochartigen Eddie zu spielen. Die Jungen hingegen sind zum Vergessen, jedoch sind sie auch nicht Zentrum des Films. Es ist ein bisschen als würde der Regisseur die Probleme der 68er aufzuarbeiten zu versuchen, so kommt es einem danach ein wenig vor.
Rating: 3/5
Wednesday, October 29, 2014
Staatlicher Kapitalismus Teil I: Wirtschaftszweig Drucker
Gerne wird ja über den Druckermarkt hergezogen, und das auch mit gutem Grund. Es wird gerne damit argumentiert, dass man hier die Fehler eines instabilen Marktes findet. Druckerhersteller verkaufen Drucker für 80 € und dann die Nachfüllpatronen für 40€. Die erste Patrone ist nur halbvoll oder durch einen fehlendes Sicherheitsteil für den Drucker als halbvoll gekennzeichnet.
Billigere Patronen werden in D nicht zugelassen, oder sind oft nur schwer mit dem Drucker zu bedienen.
All das stimmt und deutet auf eine Monopolproblem hin. Es ist jedoch nicht das Unternehmen, dass dieses Monopol erhalten hat, sondern der Staat. Nicht durch direkten Eingriff, sondern über das System Patentierung. HP und andere Druckerhersteller (Epson z.B.) haben immer wieder erneuerte Patente auf ihre Patronen und Drucker. Damit ist es quasi unmöglich, die Marktmacht von HP zu brechen. Gleichzeitig können bei 80 € Druckern, keine Neueinsteiger in das Feld kommen, die mit billigen Druckerpatronen dagegen halten könnten.
Hauptursache ist ein Patentrecht, dass quasi Monopolisten durch die Möglichkeit kleine Details an Patronen immer wieder neu zu patentieren, am Leben hält.
Es ist letztlich nicht der Markt, sondern die Regulierung durch den Staat, welche die Druckerhersteller zu Ihrer Marktmacht bringt. Wenn man einmal Druckerpatronen aus China (deren Import nach D ohne Zoll nicht erlaubt ist - danach haben sie den europ. Preis) als Beispiel heran zieht, dann sieht man, dass diese nur 1/10 des Preises in D ausmachen.
Billigere Patronen werden in D nicht zugelassen, oder sind oft nur schwer mit dem Drucker zu bedienen.
All das stimmt und deutet auf eine Monopolproblem hin. Es ist jedoch nicht das Unternehmen, dass dieses Monopol erhalten hat, sondern der Staat. Nicht durch direkten Eingriff, sondern über das System Patentierung. HP und andere Druckerhersteller (Epson z.B.) haben immer wieder erneuerte Patente auf ihre Patronen und Drucker. Damit ist es quasi unmöglich, die Marktmacht von HP zu brechen. Gleichzeitig können bei 80 € Druckern, keine Neueinsteiger in das Feld kommen, die mit billigen Druckerpatronen dagegen halten könnten.
Hauptursache ist ein Patentrecht, dass quasi Monopolisten durch die Möglichkeit kleine Details an Patronen immer wieder neu zu patentieren, am Leben hält.
Es ist letztlich nicht der Markt, sondern die Regulierung durch den Staat, welche die Druckerhersteller zu Ihrer Marktmacht bringt. Wenn man einmal Druckerpatronen aus China (deren Import nach D ohne Zoll nicht erlaubt ist - danach haben sie den europ. Preis) als Beispiel heran zieht, dann sieht man, dass diese nur 1/10 des Preises in D ausmachen.
Friday, October 24, 2014
Studienwahl und Berufe in privater und staatlicher Wirtschaft
Das Thema wird ja immer mal wieder in den Medien diskutiert, wie hier z.B. auf SpOn. Teilweise finde ich die Kommentare erschreckend und mit einem gehörigen Mangel an Selbstreflexion.
Es gibt hier mehrere Typen von Kommentatoren, die Ihren Unmut bzw. ihre Überzeugungen kund tun. Da mein Kommentar wohl zu lange für die Aufmerksamkeitsspanne eines Spiegel-Lesers ist, habe ich mir gedacht, die Gedanken einmal hier zusammen zu fassen.
In Deutschland herrscht immer noch die Vorstellung des überhöhten Beamtentums. Während dies für einige ausgewählte Berufe und Politiker gilt, stimmt das für immer mehr Angestellte im öffentlichen Dienst nicht mehr. Weder an der Uni noch in der Stadtverwaltung sind Beamten heute noch der Standard. Der Kostendruck hat hier dafür gesorgt, dass befristete Verträge und kümmerliche Löhne, die in der Privatwirtschaft als Lohndumping angeprangert würden, der Standard.
Dennoch sind Beamtenjobs und Ministerposten in unserer heutigen Geringwachstumszeit eigentlich fehl am Platz. Während der Normalbürger wohl mit Renten- und Gehaltseinbußen leben muss, sind Politiker für den Schwachsinn den sie verzapfen überbezahl, OHNE Qualitätskontrolle. Und wer eine Pension mit einer Rente vergleicht, der wird sich nur darüber aufregen, dass er dafür 50% seines Gehalts abgeben musste.
Doch lassen wir mal den staatlichen Sektor weg, denn Beamten sind eine Minderheit, die unteren Angestellten sind nicht gut bezahlt (wenn auch in einem sicheren Job - und so sollte das Verhältnis von Bezahlung zu Sicherheit eben auch sein).
Dann lese ich jedoch die üblichen Zweifel über die private Wirtschaft und die Wut eines Ethnologie-Studenten über mangelnde Jobaussichten und das er wohl mit einer Ausbildung besser dran gewesen wäre. Wow, das zeigt mir dann nur, dass es doch auch unter studierten einen Haufen weltfremder aber dafür naiver Menschen gibt.
Ethnologie, wie so viele andere Studiengänge, sind leider kein guter Beweis für Qualität. Meist sind es jene Leute, die Mathe verachten oder nie konnten und deshalb die Mühen eines herausfordernden Studiums gescheut haben. Das wirkt natürlich auf Arbeitgeber genauso, weshalb Sie Ausbildung, Naturwissenschaften, Informatik und Ingenieurswissenschaften bevorzugen.
Dazu kommt, dass heute doch niemand mehr so verblendet sein kann, ein Geschichtsstudium mit einer AUsbildung zu verwechseln oder gar zu glauben, dass es genauso viele Stellen wie Studenten gibt. Es gibt viel weniger Stellen und das liegt daran, dass das Studium nicht nachhaltig ist. Es wird dadurch leider nur wenig erschaffen, was eventuell auch an der Qualität liegen kann. Wäre es anders herum, würden von 300 Studenten im 1. Semester nur noch 5 am Ende übrig bleiben. Bei diesen 5 wäre ich mir dann sicher, dass sie entsprechend auch Leistung und Qualität bringen würden. Leider ist dies in den schwammigen Geisteswissenschaften oft nicht so einfach möglich.
Die Folge ist, dass man eben Geisteswissenschaften nicht als Ausbildung ansehen kann. Es ist mehr oder weniger eine verlängerte Gymnasiumszeit. Es ist jedoch keine Vorbereitung auf einen spezifischen Beruf.
Es gibt hier mehrere Typen von Kommentatoren, die Ihren Unmut bzw. ihre Überzeugungen kund tun. Da mein Kommentar wohl zu lange für die Aufmerksamkeitsspanne eines Spiegel-Lesers ist, habe ich mir gedacht, die Gedanken einmal hier zusammen zu fassen.
In Deutschland herrscht immer noch die Vorstellung des überhöhten Beamtentums. Während dies für einige ausgewählte Berufe und Politiker gilt, stimmt das für immer mehr Angestellte im öffentlichen Dienst nicht mehr. Weder an der Uni noch in der Stadtverwaltung sind Beamten heute noch der Standard. Der Kostendruck hat hier dafür gesorgt, dass befristete Verträge und kümmerliche Löhne, die in der Privatwirtschaft als Lohndumping angeprangert würden, der Standard.
Dennoch sind Beamtenjobs und Ministerposten in unserer heutigen Geringwachstumszeit eigentlich fehl am Platz. Während der Normalbürger wohl mit Renten- und Gehaltseinbußen leben muss, sind Politiker für den Schwachsinn den sie verzapfen überbezahl, OHNE Qualitätskontrolle. Und wer eine Pension mit einer Rente vergleicht, der wird sich nur darüber aufregen, dass er dafür 50% seines Gehalts abgeben musste.
Doch lassen wir mal den staatlichen Sektor weg, denn Beamten sind eine Minderheit, die unteren Angestellten sind nicht gut bezahlt (wenn auch in einem sicheren Job - und so sollte das Verhältnis von Bezahlung zu Sicherheit eben auch sein).
Dann lese ich jedoch die üblichen Zweifel über die private Wirtschaft und die Wut eines Ethnologie-Studenten über mangelnde Jobaussichten und das er wohl mit einer Ausbildung besser dran gewesen wäre. Wow, das zeigt mir dann nur, dass es doch auch unter studierten einen Haufen weltfremder aber dafür naiver Menschen gibt.
Ethnologie, wie so viele andere Studiengänge, sind leider kein guter Beweis für Qualität. Meist sind es jene Leute, die Mathe verachten oder nie konnten und deshalb die Mühen eines herausfordernden Studiums gescheut haben. Das wirkt natürlich auf Arbeitgeber genauso, weshalb Sie Ausbildung, Naturwissenschaften, Informatik und Ingenieurswissenschaften bevorzugen.
Dazu kommt, dass heute doch niemand mehr so verblendet sein kann, ein Geschichtsstudium mit einer AUsbildung zu verwechseln oder gar zu glauben, dass es genauso viele Stellen wie Studenten gibt. Es gibt viel weniger Stellen und das liegt daran, dass das Studium nicht nachhaltig ist. Es wird dadurch leider nur wenig erschaffen, was eventuell auch an der Qualität liegen kann. Wäre es anders herum, würden von 300 Studenten im 1. Semester nur noch 5 am Ende übrig bleiben. Bei diesen 5 wäre ich mir dann sicher, dass sie entsprechend auch Leistung und Qualität bringen würden. Leider ist dies in den schwammigen Geisteswissenschaften oft nicht so einfach möglich.
Die Folge ist, dass man eben Geisteswissenschaften nicht als Ausbildung ansehen kann. Es ist mehr oder weniger eine verlängerte Gymnasiumszeit. Es ist jedoch keine Vorbereitung auf einen spezifischen Beruf.
Tuesday, August 12, 2014
Fracking Mocumentaries - Truthland vs. Gasland und was man aus Beiden lernen kann
Nachdem ich beide Filme Gasland I (auf Arte und anti-Fracking) und Truthland (auf youtube und pro-fracking.. Wäre auch zu qualitativ hochwertig für Arte gewesen, beide Seite zu zeigen) gesehen habe (Gasland II und FrackNation stehen noch aus), muss ich sagen, dass mich keine von Beiden überzeugt. Ich bin eher ein Fan von kalten harten wissenschaftlichen Fakten und Berichten und weniger von emotionallen Fluff-Pieces.
Natürlich kann man dann auch argumentieren, dass ein Dokumentarfilm das falsche Format für mich ist. Da hat man bestimmt auch Recht, wobei es andere Themen gibt, wo die Versteifung auf Details und Individualprobleme tatsächlich einen größeren Trend darstellen kann. Ein Beispiel ist zum Beispiel die Verfolgung von schwulen Männern in islamischen Staaten (es muss ja nicht einmal ISIS oder Gaza sein). Hier kann auch mit Einzelgeschichte gepunktet werden, bei einem so weitreichenden Thema jedoch wie Fracking braucht man dann doch erstmal den wissenschaftlichen und statistischen Überblick.
Was habe ich denn jetzt mitgenommen aus dem Filmen? Nun, fangen wir doch einfach mit Gasland an.
Es scheint ernste Bedenken bei den Bevölkerungen nahe der Fracking-Quellen zu geben, ob dies nun hydraulic horizontal Fracking betreffen oder traditionelle Gasförderung scheint hier egal zu sein. Es geht um unsachgemäße Gasförderung im Allgemeinen. Nun mag es sich dabei um die üblichen Bedenkenträger zu handeln oder nicht, man kann es leider nicht aus dem Film erkennen. Zu oft wurden aufgestellte Thesen nicht bis zu ihrer letztlichen Untersuchung durchgezogen (die Tiere z.B.). Die Thesen per se sind erst einmal ernst zu nehmen, besonders die Aussagen bzw. Fragen zur Verwendung von Fracking-Additiven und deren Recycling würde ich nicht einfach von mir weißen (egal welche Gasfördertechnik angewandt wird).
Den brennenden Gashahn kann man jedoch getroßt wieder in die Mythenkiste packen. Weder in Gasland I noch in II ist er wirklich ein überzeugendes Argument. In Gasland II war er vorsätzlich gefälscht und in Gasland I ist er zumindest zweifelhaft. Oberflächengas ist leider in diesen Regionen weit verbreitet, weshalb nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, ob es sich hierbei um einen Fake oder ein reales Problem handelt.
Ganz anders jedoch die besagten Fragen zu den Additiven und deren Recycling. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Zementierung und deren Dauerhaltbarkeit. Beides Punkte die valide sind und damals zum Zeitpunkt von Gasland I nicht schlüssig geklärt (oft waren die Additive nicht einmal öffentlich einsehbar). Hier hat der Autor durchaus Recht, dass man in Zukunft das Fracking noch deutlich besser und sicherer gestalten kann. Übrigens arbeitet die Gasindustrie intensiv an diesen Themen, besonders das Recycling ist ein wichtiger Punkt, den die ersten Firmen als Geschäftsfeld erschlossen haben.
Doch jetzt erst einmal zu Truthland. Wo Gasland wie The Blair Witch Project rüber kommt, gefilmt von einem armen Studenten mit schlechter VGA-Kamera, ist Truthland ein opulentes HD-Werk von einem aufstrebenden Indieregisseur. In diesem Fall unterstützt von einer Reihe von industrienahen Think Tanks. Das soll jedoch nicht heißen, dass der Film komplett wertlos ist, auf dieser Basis müsste man auch Gasland ablehnen, denn auch Josh Fox ist nicht frei von Einflüssen 3. (wenn auch auf der anderen politischen Seite).
Truthland ist jedoch nicht ganz so wahrhaft, denn die Narratorin hat mit ihren eigenen Quellen in der Wirklich das eine oder andere regulative Problem. Einer ihrer Förderquellen hat eine nicht gerade fachmännische Zementierung, die auch von den Regulatoren angekreidet wurde. Davon abgesehen gibt es einige sehr gute Gründe für Fracking auch in diesem Film.
Der ehemalige Leiter der EPA gleich am Anfang hat Recht, wenn er meint das keine andere Energietechnologie wirklich sauber ist und keine Probleme hat. Windräder verschandeln die Umwelt, gefährden Tiere, sind eine Lärmbelästigung und brauchen Unmengen an Kunststoff, Kupfer, Überlandleitungen und Klebstoff. Solarpanelen sind nicht unbedingt die saubersten Stoffe, deren Herstellung ein Haufen Energie benötigt und deren Inhaltsstoffe oft aus chinesischen Minen stammen. Sie brauchen große Flächen für einen geringen Wirkungsgrad und sie sind auf Häusern ein Brandschutzhinderniss. Wasserkraftwerke verschandeln die Seen und Umländer, sind ineffizient und können zur Gefahr für Fische werden. Kohlekraftwerke emittieren CO2, verbrennen Kohle, benötigen Nähe zu Flüssen und eine aufwendige Abgasnachbehandlung Man sieht ziemlich schnell, dass alle Energieerzeugungsformen ihre Nachteile haben bzw. ihre persönlichen Probleme.
Truthland geht mir persönlich leider nicht tief genug in die Materie (was Gasland teilweise besser macht, aber auch nicht oft). Manchmal machen die Antworten auch nicht immer schlüssig Sinn, bzw. wurden wohl zusammen geschnitten.
Allerdings zeigen Sie auch, dass die Gasindustrie durchaus die Aussagen der Gegner wahrnimmt und auch Ernst nimmt und einige dieser Bedenken kann der Film auch widerlegen oder zumindest abmildern.
Letztlich bleibt mir als Fazit, dass ich die Sache selbst, also horizontales Fracking nicht getrennt von Gasförderung insgesamt sehe. Es bleibt dabei, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt und beide Seiten gute Argumente haben. Die pro-Seite kann darauf verweisen, dass viele der Probleme schon vor dem hydraulic Fracking als horizontale Bohrung bestanden und nicht alle auf inudstrielle Bohrungen zurück zu führen sind. Das Fracking per se abzulehnen halte ich auch hier für falsch. Allerdings muss man auch die Gegenseite betrachten, die durchaus Gründe liefert, wo man vielleicht noch besser werden kann, Bedenken die durchaus zu berücksichtigen sind. Welche Additive werden genutzt? Wie sollen Sie recycled werden? Wie schütze ich die Förderquellen am Besten davor, dass Sie keine Lecks haben (Vorschriften für Zementierung deren Überwachung?)? Welche transparenten Standards können hier eingeführt werden, so dass Bedenken minimiert werden. Sollte das Fracken ohne weiteres in geologisch instabilen Regionen stattfinden (siehe St. Georgien in der Schweiz). Denn auch in Deutschland, ohne horizontales Bohren, gibt es schon induzierte Erdbeben durch Gasbohrungen. Das hat jedoch wenig mit Fracking zu tun, sondern viel mehr mit den Bohrungen selbst, d.h. unabhängig von der modernen Technik ist eben Gasförderung in geologisch spannungsgeladenem Raum wie den Alpen eventuell einfach nicht sinnvoll bzw. mit Vorsicht zu genießen.
Doch man sollte es auch nicht so einfach abtun, nur weil es schwierig ist bzw. ein paar Anläufe braucht bis es optimal ist, wie es deutsche hauptberufliche Bedenkenträger gerne fordern, denn dann sollte man sich auch aus allen anderen Energiegewinnungsverfahren zurück ziehen. Keine der anderen Arten ist weniger schädlich bzw. gefährlich für die Umwelt, auf Ihre eigene Art und Weise.
Natürlich kann man dann auch argumentieren, dass ein Dokumentarfilm das falsche Format für mich ist. Da hat man bestimmt auch Recht, wobei es andere Themen gibt, wo die Versteifung auf Details und Individualprobleme tatsächlich einen größeren Trend darstellen kann. Ein Beispiel ist zum Beispiel die Verfolgung von schwulen Männern in islamischen Staaten (es muss ja nicht einmal ISIS oder Gaza sein). Hier kann auch mit Einzelgeschichte gepunktet werden, bei einem so weitreichenden Thema jedoch wie Fracking braucht man dann doch erstmal den wissenschaftlichen und statistischen Überblick.
Was habe ich denn jetzt mitgenommen aus dem Filmen? Nun, fangen wir doch einfach mit Gasland an.
Es scheint ernste Bedenken bei den Bevölkerungen nahe der Fracking-Quellen zu geben, ob dies nun hydraulic horizontal Fracking betreffen oder traditionelle Gasförderung scheint hier egal zu sein. Es geht um unsachgemäße Gasförderung im Allgemeinen. Nun mag es sich dabei um die üblichen Bedenkenträger zu handeln oder nicht, man kann es leider nicht aus dem Film erkennen. Zu oft wurden aufgestellte Thesen nicht bis zu ihrer letztlichen Untersuchung durchgezogen (die Tiere z.B.). Die Thesen per se sind erst einmal ernst zu nehmen, besonders die Aussagen bzw. Fragen zur Verwendung von Fracking-Additiven und deren Recycling würde ich nicht einfach von mir weißen (egal welche Gasfördertechnik angewandt wird).
Den brennenden Gashahn kann man jedoch getroßt wieder in die Mythenkiste packen. Weder in Gasland I noch in II ist er wirklich ein überzeugendes Argument. In Gasland II war er vorsätzlich gefälscht und in Gasland I ist er zumindest zweifelhaft. Oberflächengas ist leider in diesen Regionen weit verbreitet, weshalb nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, ob es sich hierbei um einen Fake oder ein reales Problem handelt.
Ganz anders jedoch die besagten Fragen zu den Additiven und deren Recycling. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Zementierung und deren Dauerhaltbarkeit. Beides Punkte die valide sind und damals zum Zeitpunkt von Gasland I nicht schlüssig geklärt (oft waren die Additive nicht einmal öffentlich einsehbar). Hier hat der Autor durchaus Recht, dass man in Zukunft das Fracking noch deutlich besser und sicherer gestalten kann. Übrigens arbeitet die Gasindustrie intensiv an diesen Themen, besonders das Recycling ist ein wichtiger Punkt, den die ersten Firmen als Geschäftsfeld erschlossen haben.
Doch jetzt erst einmal zu Truthland. Wo Gasland wie The Blair Witch Project rüber kommt, gefilmt von einem armen Studenten mit schlechter VGA-Kamera, ist Truthland ein opulentes HD-Werk von einem aufstrebenden Indieregisseur. In diesem Fall unterstützt von einer Reihe von industrienahen Think Tanks. Das soll jedoch nicht heißen, dass der Film komplett wertlos ist, auf dieser Basis müsste man auch Gasland ablehnen, denn auch Josh Fox ist nicht frei von Einflüssen 3. (wenn auch auf der anderen politischen Seite).
Truthland ist jedoch nicht ganz so wahrhaft, denn die Narratorin hat mit ihren eigenen Quellen in der Wirklich das eine oder andere regulative Problem. Einer ihrer Förderquellen hat eine nicht gerade fachmännische Zementierung, die auch von den Regulatoren angekreidet wurde. Davon abgesehen gibt es einige sehr gute Gründe für Fracking auch in diesem Film.
Der ehemalige Leiter der EPA gleich am Anfang hat Recht, wenn er meint das keine andere Energietechnologie wirklich sauber ist und keine Probleme hat. Windräder verschandeln die Umwelt, gefährden Tiere, sind eine Lärmbelästigung und brauchen Unmengen an Kunststoff, Kupfer, Überlandleitungen und Klebstoff. Solarpanelen sind nicht unbedingt die saubersten Stoffe, deren Herstellung ein Haufen Energie benötigt und deren Inhaltsstoffe oft aus chinesischen Minen stammen. Sie brauchen große Flächen für einen geringen Wirkungsgrad und sie sind auf Häusern ein Brandschutzhinderniss. Wasserkraftwerke verschandeln die Seen und Umländer, sind ineffizient und können zur Gefahr für Fische werden. Kohlekraftwerke emittieren CO2, verbrennen Kohle, benötigen Nähe zu Flüssen und eine aufwendige Abgasnachbehandlung Man sieht ziemlich schnell, dass alle Energieerzeugungsformen ihre Nachteile haben bzw. ihre persönlichen Probleme.
Truthland geht mir persönlich leider nicht tief genug in die Materie (was Gasland teilweise besser macht, aber auch nicht oft). Manchmal machen die Antworten auch nicht immer schlüssig Sinn, bzw. wurden wohl zusammen geschnitten.
Allerdings zeigen Sie auch, dass die Gasindustrie durchaus die Aussagen der Gegner wahrnimmt und auch Ernst nimmt und einige dieser Bedenken kann der Film auch widerlegen oder zumindest abmildern.
Letztlich bleibt mir als Fazit, dass ich die Sache selbst, also horizontales Fracking nicht getrennt von Gasförderung insgesamt sehe. Es bleibt dabei, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt und beide Seiten gute Argumente haben. Die pro-Seite kann darauf verweisen, dass viele der Probleme schon vor dem hydraulic Fracking als horizontale Bohrung bestanden und nicht alle auf inudstrielle Bohrungen zurück zu führen sind. Das Fracking per se abzulehnen halte ich auch hier für falsch. Allerdings muss man auch die Gegenseite betrachten, die durchaus Gründe liefert, wo man vielleicht noch besser werden kann, Bedenken die durchaus zu berücksichtigen sind. Welche Additive werden genutzt? Wie sollen Sie recycled werden? Wie schütze ich die Förderquellen am Besten davor, dass Sie keine Lecks haben (Vorschriften für Zementierung deren Überwachung?)? Welche transparenten Standards können hier eingeführt werden, so dass Bedenken minimiert werden. Sollte das Fracken ohne weiteres in geologisch instabilen Regionen stattfinden (siehe St. Georgien in der Schweiz). Denn auch in Deutschland, ohne horizontales Bohren, gibt es schon induzierte Erdbeben durch Gasbohrungen. Das hat jedoch wenig mit Fracking zu tun, sondern viel mehr mit den Bohrungen selbst, d.h. unabhängig von der modernen Technik ist eben Gasförderung in geologisch spannungsgeladenem Raum wie den Alpen eventuell einfach nicht sinnvoll bzw. mit Vorsicht zu genießen.
Doch man sollte es auch nicht so einfach abtun, nur weil es schwierig ist bzw. ein paar Anläufe braucht bis es optimal ist, wie es deutsche hauptberufliche Bedenkenträger gerne fordern, denn dann sollte man sich auch aus allen anderen Energiegewinnungsverfahren zurück ziehen. Keine der anderen Arten ist weniger schädlich bzw. gefährlich für die Umwelt, auf Ihre eigene Art und Weise.
Friday, August 08, 2014
Russland-Sanktionen: gerechtfertigt und eine Chance?
Das die EU versucht Sanktionen gegen Russland durchzustehen und sich auf die grundsätzlich westlichen Werte zurück besinnt finde ich zunächst positiv. Das Russland im Gegenzug Agrarsanktionen gegen Europa ausspricht, finde ich wesentlich weniger problematisch, als andere. Besonders das Handelsblatt mit dem ehemaligen Spiegel-Redakteur tut sich durch eine für mich befremdliche Meinung hervor. Aber immerhin ist es mal schön so etwas wie eine echte Diskussion in Deutschen Medien zu sehen.
Generell halte ich die Sanktionen der Russen gegen Europa für positiv und eine Chance, dass sich Europa vielleicht noch weiter nach außen öffnet. Das es besonders den Agrarsektor trifft ist auch eigentlich eine Chance. In Europa herrscht hier ein inländischer Sozialismus, welcher der DDR in nichts nachsteht. Wir subventionieren Milch u.a. Lebensmittel (die dann teilweise an Russland verkauft werden) und haben Importzölle, um arme Afrikaner arm zu halten.
Es zeigt sich, dass wir hier die doppelte Chance haben, den europäischen Agrarsozialismus zu zerstören und gleichzeitig etwas für die Entwicklung der armen Länder zu tun. So gesehen haben die Sanktionen auch etwas gutes. Nebenbei engen Sie die Territorialmacht Russland ein, die in den letzten Monaten einen Sieg nach dem anderen gegen den Westen feiern durfte. Mit der Annexion der Krim ist Russland der größte territoriale Sieg seit mehr als 10 Jahren gelungen und beinahe hätte man sogar noch die Ostukraine dazu gewonnen.
Ach ja, und wer glaubt das die EU Agrarsubventionen vor allem für Kleinbetriebe sind, der hat sich geirrt.
Wo ist hier der Sinn für die Armen und die Umverteilung, den man sonst so sehr in Deutschland schätzt. Warum endet das Mitleid und die Sympathie an den Ländergrenzen? Es zeigt sich wieder einmal, wie Nationalismus und Sozialismus den Liberalismus verdrängt haben, zum Nachteil der Kleinen.
Generell halte ich die Sanktionen der Russen gegen Europa für positiv und eine Chance, dass sich Europa vielleicht noch weiter nach außen öffnet. Das es besonders den Agrarsektor trifft ist auch eigentlich eine Chance. In Europa herrscht hier ein inländischer Sozialismus, welcher der DDR in nichts nachsteht. Wir subventionieren Milch u.a. Lebensmittel (die dann teilweise an Russland verkauft werden) und haben Importzölle, um arme Afrikaner arm zu halten.
Es zeigt sich, dass wir hier die doppelte Chance haben, den europäischen Agrarsozialismus zu zerstören und gleichzeitig etwas für die Entwicklung der armen Länder zu tun. So gesehen haben die Sanktionen auch etwas gutes. Nebenbei engen Sie die Territorialmacht Russland ein, die in den letzten Monaten einen Sieg nach dem anderen gegen den Westen feiern durfte. Mit der Annexion der Krim ist Russland der größte territoriale Sieg seit mehr als 10 Jahren gelungen und beinahe hätte man sogar noch die Ostukraine dazu gewonnen.
Ach ja, und wer glaubt das die EU Agrarsubventionen vor allem für Kleinbetriebe sind, der hat sich geirrt.
Wo ist hier der Sinn für die Armen und die Umverteilung, den man sonst so sehr in Deutschland schätzt. Warum endet das Mitleid und die Sympathie an den Ländergrenzen? Es zeigt sich wieder einmal, wie Nationalismus und Sozialismus den Liberalismus verdrängt haben, zum Nachteil der Kleinen.
Tuesday, July 01, 2014
Bier-Test: Zlaty Bazant
Im ersten Teil meines Biertests von ost-europäischen Bieren, teste ich Zlaty Bazant aus der Solvakei. Eigentlich kein kleines Bier mehr, da die Brauerei zu Heineken gehört, hoffe ich trotzdem auf einen eigenen nicht wässrigen Geschmack.
Ich trinke das 10% helles Pils. Erster Eindruck ist ein süffiges Bier, das leicht im Abgang ist. Vergleichbar mit anderen tschechischen Pilsen (eben das Pilz). Der Nachgeschmack von diesem Bier ist jedoch etwas besonderes. Man schmeckt noch eine sanfte Note nach, die etwas stärkehaltig ist. Eindeutig ein Sommerbier, denn es ist nicht sehr schwer, wie viele Pilse. Allerdings weniger wässrig als andere Heineken Erzeugnisse.
Ich trinke das 10% helles Pils. Erster Eindruck ist ein süffiges Bier, das leicht im Abgang ist. Vergleichbar mit anderen tschechischen Pilsen (eben das Pilz). Der Nachgeschmack von diesem Bier ist jedoch etwas besonderes. Man schmeckt noch eine sanfte Note nach, die etwas stärkehaltig ist. Eindeutig ein Sommerbier, denn es ist nicht sehr schwer, wie viele Pilse. Allerdings weniger wässrig als andere Heineken Erzeugnisse.
Monday, June 23, 2014
Ökonomisierte Bildung oder Werteverfall
Nicht sehr überzeugt hat mich dieser Beitrag in der Welt zur Bildungssituation. Es kam mir mehr wie Werbung für sein Buch vor, als eine Erklärung seiner Ideen. Er setzt gewisse Sichtweise einfach voraus, als zu erklären, warum es denn so ist.
Ich möchte mich hier nur mit zwei, drei allgemeinen wichtigen Punkten in dem Beitrag auseinandersetzen, die ich für wichtig halte. Nicht nur hält er uns alle für dumm und egoistisch, zumindest wenn er so über alle nach den 68ern redet. Nein, er meint auch noch diese Leute hätten große Ideen gehabt. Wenn die Verklärung der Sowjet Union eine große Idee ist, dann würde ich sagen, der Bildungsstand kann nicht alles sein.
Aber aus der Sicht der Leute aus den 50ern oder den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts waren auch schon die 68er ungebildet. Ja, es gab einige Intellektuellen die sogar die Leute aus den 1920er als Mindergebildet auswiesen, im Vergleich zu der umfassenden Bildung des späten 19. Jahrhunderts (natürlich nur für wohlgeborene oder Neureiche). Damals wurden auch in den Universitäten noch neben Mathe, Ingenieurskunst auch noch Sprache, Geschichte und Theologie gelehrt. War das besser? Vielleicht, allerdings wäre es in der heutigen Zeit kaum möglich so umfassend zu unterrichten und trotzdem noch nützliche Fähigkeiten in einem speziellen Fach wie Infomatik in den Studienplan zu integrieren.
Es ist auch interessant, dass solche Kritiken immer aus der Ecke der "nicht-ökonomisierten" Studiengänge kommt, die wohl auch in der heutigen Zeit einen Minderwertigkeitskomplex zu bekämpfen haben und oft nur Arbeiten zu liefern haben, deren Nutzwert und deren Qualität zweifelhaft ist. Man schaue sich nur die ganzen Doktorarbeit-Skandälchen der letzten Jahre an. In welchen Fächern waren die denn überproportional vertreten (das soll nicht heißen, dass es in den STEM insgesamt besser ist, nur schwerer).
Und dann der Vorwurf der "ökonomisierten Bildung", was auch immer das heißt. Der einzige Hinweis findet sich weiter unten, in dem der Herr davon spricht, dass OECD, die Wirtschaft und PISA darauf drängen, dass wichtige Technische Fächer mehr Bedeutung bekommen sollten. Er sieht darin gleich den Niedergang und die Vernachlässigung der geisteswissenschaftlichen Fächer. Das jedoch die Wirtschaft sich auch nur um die für Sie wichtigen Fächer kümmert, sollte nicht überraschen. Es ist in ihrem Lobbyinteresse.
Gleichfalls jedoch gibt es auch eine große pan-europäische Gemeinde der Elitären. Was ich damit meine, ist das folgende: Im Gegensatz zu den meisten Amerikanischen Progressiven, sind in Deutschland und Europa im Linken wie auch im Rechten Bürgertum elitäre Bildungswünsche vorhanden. Man möchte das seine Kinder gut und umfassend ausgebildet werden. Nur deshalb gibt es in Europa einen riesen Aufschrei, wenn PISA oder OECD Zahlen schlecht sind, in den USA wird dann mehr darüber nachgedacht, wie man Schwarzen bessere Noten schenken kann, oder das vielleicht SATs zu schwer sind.
Ganz anders in Deutschland, bis auf ein paar nördliche SPD/Linke/Grüne-Länder, ist es hier hoch angesehen ein gewisses Niveau zu erhalten und die Schüler zu fordern. Man möchte in Konkurrenz mit anderen Ländern weiterhin vorne sein. Schlechte Lesefähigkeit, wie auch schlechte Mathefähigkeit wird in beiden Fällen kritisiert. Ich sehe hier weder ein rein ökonomischen Beweggrund, dass die Schule seit mehr als 30 Jahren immer schlechter ausbildet, sondern einen generellen Verfall der Anforderungen an Schüler, trotz des Wunsches vieler Deutscher.
Hierfür jedoch ist eben nicht die Wirtschaft, die mangelnde Ausbildung in Mathe und Deutsch schon seit Jahren beklagt (siehe IHK-Mahnungen) verantwortlich, sondern der Lehrplan der jeweiligen Bundesländer. Auch seine eigene Argumentation steht hier im Weg, hält er die Jugendlichen auf der einen Seite für überfordert und beschwert sich dann, dass das Bildungsniveau sinkt. Kann es nicht eher sein, dass Jugendliche immer weniger gefordert werden und deshalb das Bildungsniveau nicht mehr steigt?
Schon der Umstieg von Leistungs- auf Kernkompetenzfächer bedeutete den Verlust von 1h Schulstunde pro Woche und dann noch G12 statt G13, da muss der Lehrplan leiden. Das akkumuliert sich und so müssen Fächer abgekürzt, Lehrpläne zusammen gestrichen werden. Gerne hätte ich mehr über die Geschichte Deutschlands im 30jährigen Krieg gehört (ohoh von einem Techniker Interesse an Geschichte!!! Laut ihm dürfte ich nicht existieren). Wer allerdings wirklich etwas lernen wollte über die Eroberungen des Schwedenkönigs Gustav Adolf in Deutschland, über die Protestantische Union, den Machenschaften des Richelieu in Südwestdeutschland und die kaiserlich Österreichische Verteidigung der katholischen Kirche von Bayern aus (immer bedrängt von den aufständischen Ungarn), der musste sich das in seiner Freizeit beibringen von der Schulbildung konnte man hier außer ein paar Jahreszahlen nicht viel erwarten.
Dabei wäre eine Lektüre von Friedrich Schillers "Der 30jährige Krieg" wahrscheinlich schon ausreichend.
Manchmal reicht auch einfach schon Wikipedia, jedoch sollte man hier die Deutsche bei politischen Themen meiden, da sie leider nicht sehr wissenschaftlich ist, sondern eher ideologisch gefärbt. Wenn die deutsche Wikipedia recht hätte, dann gäbe es nur schlechtes am Liberalismus, am Konservatismus.
Doch als Fazit kann man mitnehmen: Der Mann hat Recht mangelnde Bildung in Deutschland zu kritisieren, jedoch halte ich seine Gründe dafür als völlig absurd und falsch. Es ist eben nicht eine einseitige Verschiebung, sondern die Tatsache, dass alle Landesregierungen seit Jahren die Qualität in allen Bereichen reduziert haben. Es gibt jedoch auch immer noch ein Nord-Süd-Gefälle, allerdings der schlechten Art: Der Norden senkt das Niveau einfach nur schneller...
Ich möchte mich hier nur mit zwei, drei allgemeinen wichtigen Punkten in dem Beitrag auseinandersetzen, die ich für wichtig halte. Nicht nur hält er uns alle für dumm und egoistisch, zumindest wenn er so über alle nach den 68ern redet. Nein, er meint auch noch diese Leute hätten große Ideen gehabt. Wenn die Verklärung der Sowjet Union eine große Idee ist, dann würde ich sagen, der Bildungsstand kann nicht alles sein.
Aber aus der Sicht der Leute aus den 50ern oder den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts waren auch schon die 68er ungebildet. Ja, es gab einige Intellektuellen die sogar die Leute aus den 1920er als Mindergebildet auswiesen, im Vergleich zu der umfassenden Bildung des späten 19. Jahrhunderts (natürlich nur für wohlgeborene oder Neureiche). Damals wurden auch in den Universitäten noch neben Mathe, Ingenieurskunst auch noch Sprache, Geschichte und Theologie gelehrt. War das besser? Vielleicht, allerdings wäre es in der heutigen Zeit kaum möglich so umfassend zu unterrichten und trotzdem noch nützliche Fähigkeiten in einem speziellen Fach wie Infomatik in den Studienplan zu integrieren.
Es ist auch interessant, dass solche Kritiken immer aus der Ecke der "nicht-ökonomisierten" Studiengänge kommt, die wohl auch in der heutigen Zeit einen Minderwertigkeitskomplex zu bekämpfen haben und oft nur Arbeiten zu liefern haben, deren Nutzwert und deren Qualität zweifelhaft ist. Man schaue sich nur die ganzen Doktorarbeit-Skandälchen der letzten Jahre an. In welchen Fächern waren die denn überproportional vertreten (das soll nicht heißen, dass es in den STEM insgesamt besser ist, nur schwerer).
Und dann der Vorwurf der "ökonomisierten Bildung", was auch immer das heißt. Der einzige Hinweis findet sich weiter unten, in dem der Herr davon spricht, dass OECD, die Wirtschaft und PISA darauf drängen, dass wichtige Technische Fächer mehr Bedeutung bekommen sollten. Er sieht darin gleich den Niedergang und die Vernachlässigung der geisteswissenschaftlichen Fächer. Das jedoch die Wirtschaft sich auch nur um die für Sie wichtigen Fächer kümmert, sollte nicht überraschen. Es ist in ihrem Lobbyinteresse.
Gleichfalls jedoch gibt es auch eine große pan-europäische Gemeinde der Elitären. Was ich damit meine, ist das folgende: Im Gegensatz zu den meisten Amerikanischen Progressiven, sind in Deutschland und Europa im Linken wie auch im Rechten Bürgertum elitäre Bildungswünsche vorhanden. Man möchte das seine Kinder gut und umfassend ausgebildet werden. Nur deshalb gibt es in Europa einen riesen Aufschrei, wenn PISA oder OECD Zahlen schlecht sind, in den USA wird dann mehr darüber nachgedacht, wie man Schwarzen bessere Noten schenken kann, oder das vielleicht SATs zu schwer sind.
Ganz anders in Deutschland, bis auf ein paar nördliche SPD/Linke/Grüne-Länder, ist es hier hoch angesehen ein gewisses Niveau zu erhalten und die Schüler zu fordern. Man möchte in Konkurrenz mit anderen Ländern weiterhin vorne sein. Schlechte Lesefähigkeit, wie auch schlechte Mathefähigkeit wird in beiden Fällen kritisiert. Ich sehe hier weder ein rein ökonomischen Beweggrund, dass die Schule seit mehr als 30 Jahren immer schlechter ausbildet, sondern einen generellen Verfall der Anforderungen an Schüler, trotz des Wunsches vieler Deutscher.
Hierfür jedoch ist eben nicht die Wirtschaft, die mangelnde Ausbildung in Mathe und Deutsch schon seit Jahren beklagt (siehe IHK-Mahnungen) verantwortlich, sondern der Lehrplan der jeweiligen Bundesländer. Auch seine eigene Argumentation steht hier im Weg, hält er die Jugendlichen auf der einen Seite für überfordert und beschwert sich dann, dass das Bildungsniveau sinkt. Kann es nicht eher sein, dass Jugendliche immer weniger gefordert werden und deshalb das Bildungsniveau nicht mehr steigt?
Schon der Umstieg von Leistungs- auf Kernkompetenzfächer bedeutete den Verlust von 1h Schulstunde pro Woche und dann noch G12 statt G13, da muss der Lehrplan leiden. Das akkumuliert sich und so müssen Fächer abgekürzt, Lehrpläne zusammen gestrichen werden. Gerne hätte ich mehr über die Geschichte Deutschlands im 30jährigen Krieg gehört (ohoh von einem Techniker Interesse an Geschichte!!! Laut ihm dürfte ich nicht existieren). Wer allerdings wirklich etwas lernen wollte über die Eroberungen des Schwedenkönigs Gustav Adolf in Deutschland, über die Protestantische Union, den Machenschaften des Richelieu in Südwestdeutschland und die kaiserlich Österreichische Verteidigung der katholischen Kirche von Bayern aus (immer bedrängt von den aufständischen Ungarn), der musste sich das in seiner Freizeit beibringen von der Schulbildung konnte man hier außer ein paar Jahreszahlen nicht viel erwarten.
Dabei wäre eine Lektüre von Friedrich Schillers "Der 30jährige Krieg" wahrscheinlich schon ausreichend.
Manchmal reicht auch einfach schon Wikipedia, jedoch sollte man hier die Deutsche bei politischen Themen meiden, da sie leider nicht sehr wissenschaftlich ist, sondern eher ideologisch gefärbt. Wenn die deutsche Wikipedia recht hätte, dann gäbe es nur schlechtes am Liberalismus, am Konservatismus.
Doch als Fazit kann man mitnehmen: Der Mann hat Recht mangelnde Bildung in Deutschland zu kritisieren, jedoch halte ich seine Gründe dafür als völlig absurd und falsch. Es ist eben nicht eine einseitige Verschiebung, sondern die Tatsache, dass alle Landesregierungen seit Jahren die Qualität in allen Bereichen reduziert haben. Es gibt jedoch auch immer noch ein Nord-Süd-Gefälle, allerdings der schlechten Art: Der Norden senkt das Niveau einfach nur schneller...
Sunday, June 01, 2014
Europapolitiker: Das Beste der Grünen?
Eine mögliche Nachfolgerin für Frau Ashton als EU Außen- und Sicherheitspolitikerin wurde auch von den Grünen vorgeschlagen. Die Vorschlagende Claudia Roth sollte jedem allein durch ihr Gütesiegel die Stoßrichtung und die Qualität vorgeben, je nachdem auf welcher Seite man steht.
Die Kandidatin, die sich hier empfiehlt, hat ein beeindruckendes Curriculum Vitae für den Job vorzuweisen, dass in seiner Nichtigkeit nur schwer zu übertreffen ist. Natürlich ist Gesine Agena Studentin und hatte noch nie einen richtigen Job, weis damit nicht wie es in der realen Welt zu gehen kann. Sie studiert natürlich auch wieder Fächer, die belanglos und irrelevant für Kompetenzen oder für die reale Welt sind.
Kurz gesagt, sie ist die perfekte Berufspolitikerin. Als außenpolitische Expertin weisst sie zumindest einen Auslandsaufenthalt vor. Wobei 1 Jahr Auslandsaufenthalt bei einer Frau in Barcelona leicht ist. Hätte sie jetzt 1 Jahr in der Ukraine oder in einem arabischen Land gehabt, dann hätte das sogar als Auszeichnung für die Stelle stehen können.
Doch kommen wir zu dem Senf, den Sie geschrieben hat. Den findet man hier, natürlich von Mutti korrigiert (damit meine ich natürlich Claudia Roth). Ja es geht um Europa, man ist sich aber am Anfang nicht sicher worum genau. Vielfalt und Folkloristik scheinen im Vordergrund zu stehen.
Aber kämpft sie denn auf deren Seite, kämpfen die Grünen auf dieser Seite? Sie sind zwar gerne für Integration, haben es aber z.B. in der Rot-Grünen Koalition weitestgehend liegen lassen. Wann fordern denn die Grünen mal wirklich offene europäische Grenzen? Lampedusa wird bemittleidet, aber wirklich ändern möchte man dann auch nichts. Man möchte auch nicht die Grenzen für billige Importe öffnen, ganz nach dem nationalistischen Denken: Freiheit und Gleichheit im Lande aber nicht außerhalb, dass sind ja nicht die richtigen Menschen.
Auf der anderen Seite, auf der Seite des alten Zopfs, stehen in diesem Jahr bei der Europawahl eine ganze Reihe von Parteien in den unterschiedlichen Ländern im Angebot. Ihre Gesinnung reicht von populistisch-rechts bis neonazistisch-rechtsextrem. Die einen wollen das gesellschaftliche Rad innerhalb der bestehenden Ordnung möglichst weit zurückdrehen. Die anderen träumen von revolutionären Umstürzen zurück zu „echten“ Volksgemeinschaften, in denen „richtige“ Männer die Gesellschaft prägen, dienende Frauen sich zurückhalten und „Fremdes“ seinen Platz rechte- und würdelos am Rande einzunehmen hat. Und – sie wollen die EU abschaffen.
Puhh, da steht jetzt ein Haufen drin. Die andere Seite, d.h. die nicht sozialistisch linke Seite, finden sich jedoch ein mannigfaltiges Spektrum von verschiedenen Gesinnungen. Da sind die klassischen Liberalen, die für offene Grenzen und das Schengenabkommen stehen. Es gibt die UKIP, die zwar national-konservativ ist, aber nicht populistisch-rechts, die jedoch die Einwanderung weit beschneiden möchte. Es gibt die AFD, die weiter im Zentrum ist, als die UKIP und die neue konservative Partei in Deutschland ist. Es gibt die Front National, die zwar von allen als sehr schlimm beschrieben wird, aber eben nur weil wir heute im Mainstream sehr weit links sind. Die Front National ist zwischen den Republikanern und den CSUlern anzusiedeln. Sie ist teilweise national-sozialistisch, aber das sind die Linken auch. Sie sind nicht schlimmer oder besser als diese, aber keines Falls so neo-national-sozialistisch wie es z.B. Golden Dawn in Griechenland ist.
Sie wollen also das Rad zurückdrehen, diese Parteien. Naja, selbst wenn man weit vor die EU zurückdreht hat man immer noch die EWG und das Schengenabkommen. Also alles was die Grünen als pluralistisch und gut bezeichnen. Der Rest ist Feministisches Kauderwelsch, was nichts mit der Realität zu tun hat sondern in ihren realitätsfernen Hirnen vorgeht. Keiner der Parteien möchte zu dem Frauenstand von vor 80-90 Jahren zurückkehren, auch die neuen Rechten nicht (Marine Le Pen anyone?).
Nein, verfolgen sie nicht. Erstens hat die EU nur einen einheitlichen Werteraum und das ist die christliche Kirche, ansonsten sind alle Länder relativ unterschiedlich. Die Spanier sind konservativer als die Franzosen. Die Franzosen sind freiheitlicher und spontaner als die Deutschen. Die Italiener bestehen auf persönliche Freiheit und das Recht auch mal alles langsamer anzugehen und scheren sich nicht um ihre Bürokratie. All diese Stereotypen sind wahr und auch nicht. Sie sind überzogen, zeigen aber deutlich das es kulturelle Differenzen und damit unterschiedliche Werte gibt.
Ich weis auch nicht welche Demokraten denn hier lange gekämpft hätten? Weder in Deutschland, noch sonst wo wurde der Demos oder gar der Laus gefragt? Genauer gesagt, alle Anfragungen des Souverän wurden ignoriert!!!
Das ist ja schön und gut und ich unterstütze es auch gerne, allerdings verdreht die liebe Dame hier einiges. Genau jene Parteien sehen eben eine Vernachlässigung der demokratischen Teilhaberechte. Deshalb sind sie ja überhaupt so stark geworden. Die EU hat eben keine demokratische Basis, sondern wurde oktroyiert von der Legislative und Exekutive der einzelnen Ländern. Es gibt kein Grundgesetz, keine Verfassung, die vom Volk abgesegnet wurde, ja jegliche Teilhabe wird auch immer wieder ignoriert, wenn sie der Exekutive nicht gefällt (siehe Abstimmungen über den Lissabonner Vertrag).
Sie hat recht, dass man gegen solche Rechtsverletzungen angehen muss, und deshalb eben nicht jene Parteien wählt, die nur sagen: Weiter so!
Liebe Frau, das eine hat mit dem anderen NICHTS zu tun. Man kann für Europa sein und für einen europäischen Zusammenhalt (das Linke Kampfwort Solidarität nehme ich bewusst nicht in den Mund) und trotzdem eine Sozialunion ablehnen. Das ist keine sich ausschließende Sichtweise der EU, wenn doch, dann miefen die Grünen sehr nach SED. Man torpediert auch mit Kritik nicht sofort das gesamte Gedankengebäude, sondern vielleicht nur einige sozialistische Auswüchse von ultra-links, die zu stoppen sind.
Offene Gesellschaft: Check
Selbstbestimmung: Check
Gleichsstellung: Check
Multikulit: Keine Ahnung was das ist?!?! - Toleranz bin ich aber dafür, solange diese nicht ausgenutzt wird
Feminismus: WTF? Das hat mit den Punkten nichts zu tun und wenn dann bitte den französischen Feminismus und nicht diesen männerhassenden Deutschen. Hier müssen die Grünen erstmal von den Südeuropäern lernen, sonst verfallen sie weiter in den Sexismus.
Ist es nicht? Was den Grünen in ihrem SED-Einheitswahn wohl bei der demokratischen Idee abhanden gekommen ist, ist die Tatsache, dass es nicht nur eine Richtung, nicht nur eine Idee und nicht nur eine Gestaltung Europas gibt. Es gibt mehr in Europa als sie in ihrer beschränkten Sichtweise erkennen wollen.
Die AFD will den Euro nicht unbedingt abschaffen, sondern den EFM. Ein Verlassen des Euros wollen sie nur grundsätzlich für möglich erklären. Warum? Ganz einfach, hier auch im Sinne von Staaten wie Italien, Spanien oder Griechenland, damit man wieder mit seinen Schulden besser umgehen kann. Denn wenn man sich nicht extern am Geldmarkt entwerten kann, dann muss man es über Gehälter machen, was oft schwer bis nicht möglich ist. Wer akzeptiert schon geringere Einkommen als im Vertrag festgeschrieben.
Was die Grünen auch nicht verstehen, ist dass genau das Zusammenleben, das zusammen Arbeiten und Studieren ein Markt ist. Seit wir wirtschaftlich so tief verzahnt sind, herrscht Frieden in Europa. Genau das wollen Sie eben nicht aufs Spiel setzen. Aufs Spiel setzt man es hingegen, wenn man an den Menschen vorbei regiert, bis diese gewalttätig reagieren, weil sie keine andere Ausdrucksmöglichkeit mehr haben.
Hier gebe ich ihr ganz bewusst recht, muss jedoch einschränken, dass die AfD wie auch die CSU hauptsächlich im Sozialtourismus ein Problem sehen, nicht in der inner-europäischen Einwanderung per se. Dies mag sich bei UKIP oder FN deutlich unterscheiden.
Und es passt nicht zusammen mit einer Einstellung, die Frauen am liebsten zurück an den Herd schicken will. Kampagnen wie die der AfD-Jugend „Ich bin kein Feminist“ zeigen, dass es den Rechtspopulisten nicht um das Lösen von Problemen geht, sondern lediglich um Stimmungsmache. Denn Frauen sind in der EU noch lange nicht gleichberechtigt, nach wie vor beträgt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern 22 Prozent, nach wie vor sind Frauen deutlich unterrepräsentiert in Führungspositionen und nach wie vor stehen deutlich zu viele Frauen ungewollt am Herd. Die EU ist also noch lange nicht feministisch genug.
Sie haben aber nichts davon gesagt liebe Frau. ein AfDler hat gesagt das er kein Feminist ist, wow. Ich auch nicht, aber die Frau muss nicht an den Herd zurück, wenn SIE NICHT WILL. Und hier ist der Unterschied zwischen mir und Ihnen, ich bin bereit der Frau zu zugestehen, dass sie selbst entscheidet was sie will. Wenn sie nun mal Lehramt studiert hat, keinen Bock auf Lehrerin hat und auch nicht in die Politik will, aber gerne ihre eigenen Kinder erzieht, dann soll sie das machen. Es ist zwar Schade um die Studiengelder, die verschwendet wurden, aber das sollte eine Grüne nun auch nicht jucken oder.
Frauen sind gleichberechtigt. Warum Frauen in Führungspositionen noch unterrepresentiert sind, habe ich schon an anderer Stelle erklärt (man wird nicht mit 25 Jahren CEO meine Dame, zeigt nur das sie keine Ahnung vom echten Leben haben).
Wenn Frauen ungewollt am Herd stehen, dann doch nur weil sie es so wollen. Keiner Kettet sie heute mehr da fest! Nur würde das halt eben bedeuten, dass sie vielleicht einen Job machen müssten, auf den sie noch weniger Lust hätten. Sie sind doch auch nicht besser. Sie flüchten in die Politik, weil sie mit einem Abschluß in Politikwissenschaften auch keinen ansprechenden Job gefunden hätten. Also belehren sie Leute nicht über etwas, wovon sie am wenigsten Ahnung haben.
Ich mag die AfD eigentlich nicht verteidigen, weil ich selbst als Liberaler nur wenige Überschneidungen mit Ihnen sehe und vieles für bedenklich zu konservativ halte, aber oft ist das Bild der AfD besonders bei Linken stark verzerrt und in den Medien vorsätzlich falsch dargestellt. Deshalb muss der Unsinn dieser jungen Dame einfach mal korrigiert werden.
Die Kandidatin, die sich hier empfiehlt, hat ein beeindruckendes Curriculum Vitae für den Job vorzuweisen, dass in seiner Nichtigkeit nur schwer zu übertreffen ist. Natürlich ist Gesine Agena Studentin und hatte noch nie einen richtigen Job, weis damit nicht wie es in der realen Welt zu gehen kann. Sie studiert natürlich auch wieder Fächer, die belanglos und irrelevant für Kompetenzen oder für die reale Welt sind.
Kurz gesagt, sie ist die perfekte Berufspolitikerin. Als außenpolitische Expertin weisst sie zumindest einen Auslandsaufenthalt vor. Wobei 1 Jahr Auslandsaufenthalt bei einer Frau in Barcelona leicht ist. Hätte sie jetzt 1 Jahr in der Ukraine oder in einem arabischen Land gehabt, dann hätte das sogar als Auszeichnung für die Stelle stehen können.
Doch kommen wir zu dem Senf, den Sie geschrieben hat. Den findet man hier, natürlich von Mutti korrigiert (damit meine ich natürlich Claudia Roth). Ja es geht um Europa, man ist sich aber am Anfang nicht sicher worum genau. Vielfalt und Folkloristik scheinen im Vordergrund zu stehen.
Frei nach Conchita, die Erste: Wird es künftig egal, also Wurst sein, wie man innerhalb der EU aussieht, welche Herkunft, Religion, sexuelle Identität, Hautfarbe, welchen Behinderungsgrad oder welches Geschlecht man hat, um alle Rechte und die ganze Würde und Anerkennung als Mensch zu verdienen? Oder setzt sich womöglich der alte Zopf an Denken durch, der glasklar vordefinieren will, mit welchen Eigenschaften eine Person ausgestattet sein muss, um Anspruch auf die grundlegenden Menschenrechte zu haben? Menschenwürde oder Ausgrenzung, Wurst oder Zopf? Das ist die eigentlich spannende, die einzig wirklich wichtige Frage, wenn wir alle am 25. Mai das Europaparlament wählenAha, war das denn bisher nicht so? Ich glaube auch heute war es egal, ob man Mann, Weib, Behindert, Trans-Gender, Weiß oder Schwarz war, alle haben die gleichen Rechte der jeweiligen Länder gehabt. Es gibt kein Land, welches aktive Unterdrückung einer Rasse betreibt (mit Ausnahme vielleicht der Roma in Frankreich und Ungarn) oder das jemandem Rechte abspricht, die für andere gelten (außer vielleicht für Männer!).
Wenn wir uns unser Europa der Vielfalt und der Menschenrechte nicht kaputt machen lassen wollen, und wenn wir noch lange nicht zufrieden sind mit dem erreichten Stand an Selbstbestimmung in den einzelnen Ländern der EU, dann müssen wir am Sonntag diejenigen Kräfte stärken, die auf der Seite der Wurst kämpfen. Und zwar überall, in der ganzen EU.
Aber kämpft sie denn auf deren Seite, kämpfen die Grünen auf dieser Seite? Sie sind zwar gerne für Integration, haben es aber z.B. in der Rot-Grünen Koalition weitestgehend liegen lassen. Wann fordern denn die Grünen mal wirklich offene europäische Grenzen? Lampedusa wird bemittleidet, aber wirklich ändern möchte man dann auch nichts. Man möchte auch nicht die Grenzen für billige Importe öffnen, ganz nach dem nationalistischen Denken: Freiheit und Gleichheit im Lande aber nicht außerhalb, dass sind ja nicht die richtigen Menschen.
Auf der anderen Seite, auf der Seite des alten Zopfs, stehen in diesem Jahr bei der Europawahl eine ganze Reihe von Parteien in den unterschiedlichen Ländern im Angebot. Ihre Gesinnung reicht von populistisch-rechts bis neonazistisch-rechtsextrem. Die einen wollen das gesellschaftliche Rad innerhalb der bestehenden Ordnung möglichst weit zurückdrehen. Die anderen träumen von revolutionären Umstürzen zurück zu „echten“ Volksgemeinschaften, in denen „richtige“ Männer die Gesellschaft prägen, dienende Frauen sich zurückhalten und „Fremdes“ seinen Platz rechte- und würdelos am Rande einzunehmen hat. Und – sie wollen die EU abschaffen.
Puhh, da steht jetzt ein Haufen drin. Die andere Seite, d.h. die nicht sozialistisch linke Seite, finden sich jedoch ein mannigfaltiges Spektrum von verschiedenen Gesinnungen. Da sind die klassischen Liberalen, die für offene Grenzen und das Schengenabkommen stehen. Es gibt die UKIP, die zwar national-konservativ ist, aber nicht populistisch-rechts, die jedoch die Einwanderung weit beschneiden möchte. Es gibt die AFD, die weiter im Zentrum ist, als die UKIP und die neue konservative Partei in Deutschland ist. Es gibt die Front National, die zwar von allen als sehr schlimm beschrieben wird, aber eben nur weil wir heute im Mainstream sehr weit links sind. Die Front National ist zwischen den Republikanern und den CSUlern anzusiedeln. Sie ist teilweise national-sozialistisch, aber das sind die Linken auch. Sie sind nicht schlimmer oder besser als diese, aber keines Falls so neo-national-sozialistisch wie es z.B. Golden Dawn in Griechenland ist.
Sie wollen also das Rad zurückdrehen, diese Parteien. Naja, selbst wenn man weit vor die EU zurückdreht hat man immer noch die EWG und das Schengenabkommen. Also alles was die Grünen als pluralistisch und gut bezeichnen. Der Rest ist Feministisches Kauderwelsch, was nichts mit der Realität zu tun hat sondern in ihren realitätsfernen Hirnen vorgeht. Keiner der Parteien möchte zu dem Frauenstand von vor 80-90 Jahren zurückkehren, auch die neuen Rechten nicht (Marine Le Pen anyone?).
Ob UKIP (Großbritannien), Front National (Frankreich), Partei für die Freiheit (Niederlande) oder auch AfD (Deutschland): Sie alle verfolgen das Ziel, die EU als einheitlichen Werteraum zu spalten und Errungenschaften, für die Demokratinnen und Demokraten lange gekämpft haben, wieder zurückzudrehen. Diese Parteien stehen für unmoderne Gesellschaften, die im nationalen Mief versinken sollen.
Nein, verfolgen sie nicht. Erstens hat die EU nur einen einheitlichen Werteraum und das ist die christliche Kirche, ansonsten sind alle Länder relativ unterschiedlich. Die Spanier sind konservativer als die Franzosen. Die Franzosen sind freiheitlicher und spontaner als die Deutschen. Die Italiener bestehen auf persönliche Freiheit und das Recht auch mal alles langsamer anzugehen und scheren sich nicht um ihre Bürokratie. All diese Stereotypen sind wahr und auch nicht. Sie sind überzogen, zeigen aber deutlich das es kulturelle Differenzen und damit unterschiedliche Werte gibt.
Ich weis auch nicht welche Demokraten denn hier lange gekämpft hätten? Weder in Deutschland, noch sonst wo wurde der Demos oder gar der Laus gefragt? Genauer gesagt, alle Anfragungen des Souverän wurden ignoriert!!!
Daraus leiten sich im Werte- und Rechtssystem der Europäischen Union und vieler europäischer Länder klare Prinzipien ab wie die Achtung der Menschenrechte, die Gleichheit vor dem Gesetz, demokratische Teilhaberechte, freiheitliche Bürgerrechte und soziale Grundrechte. Und wo immer diese Prinzipien innerhalb der EU unter die Räder zu kommen drohen, braucht es starken und mehrheitlichen Widerstand und einen klaren Konsens dagegen. Deshalb ist es so wichtig, die demokratischen Parteien am Sonntag zu unterstützen.
Das ist ja schön und gut und ich unterstütze es auch gerne, allerdings verdreht die liebe Dame hier einiges. Genau jene Parteien sehen eben eine Vernachlässigung der demokratischen Teilhaberechte. Deshalb sind sie ja überhaupt so stark geworden. Die EU hat eben keine demokratische Basis, sondern wurde oktroyiert von der Legislative und Exekutive der einzelnen Ländern. Es gibt kein Grundgesetz, keine Verfassung, die vom Volk abgesegnet wurde, ja jegliche Teilhabe wird auch immer wieder ignoriert, wenn sie der Exekutive nicht gefällt (siehe Abstimmungen über den Lissabonner Vertrag).
Sie hat recht, dass man gegen solche Rechtsverletzungen angehen muss, und deshalb eben nicht jene Parteien wählt, die nur sagen: Weiter so!
nd wenn sich selbst die Bundeskanzlerin nun in den Chor der Populisten einreiht und die Solidarität innerhalb der EU offiziell aufkündigt mit den Worten, die EU sei schließlich keine Sozialunion, dann haben die Rechtspopulisten und rechten Parteien doch ein Ziel bereits erreicht: die Torpedierung der gemeinschaftlichen Idee Europas und ihres demokratischen Versprechens. Die Worte Merkels geben dem alten Zopf also Recht. Merkel wird ihn so am Ende stärken.
Liebe Frau, das eine hat mit dem anderen NICHTS zu tun. Man kann für Europa sein und für einen europäischen Zusammenhalt (das Linke Kampfwort Solidarität nehme ich bewusst nicht in den Mund) und trotzdem eine Sozialunion ablehnen. Das ist keine sich ausschließende Sichtweise der EU, wenn doch, dann miefen die Grünen sehr nach SED. Man torpediert auch mit Kritik nicht sofort das gesamte Gedankengebäude, sondern vielleicht nur einige sozialistische Auswüchse von ultra-links, die zu stoppen sind.
Das Ziel muss aber stattdessen sein: eine offene Gesellschaft, die Selbstbestimmung, Feminismus, Gleichstellung und Multikulti ausdrücklich will. Und diesem Ziel hat sich die Europäische Union mit ihrer Grundrechtecharta auch verpflichtet.
Offene Gesellschaft: Check
Selbstbestimmung: Check
Gleichsstellung: Check
Multikulit: Keine Ahnung was das ist?!?! - Toleranz bin ich aber dafür, solange diese nicht ausgenutzt wird
Feminismus: WTF? Das hat mit den Punkten nichts zu tun und wenn dann bitte den französischen Feminismus und nicht diesen männerhassenden Deutschen. Hier müssen die Grünen erstmal von den Südeuropäern lernen, sonst verfallen sie weiter in den Sexismus.
Deswegen ist es auch eine Paradoxie, wenn AfD und Co. für das Europaparlament kandidieren. Denn in all ihren Positionen zeigt sich eine Gegnerschaft zur europäischen Idee. Die Rechtspopulisten wollen den Euro schleichend abschaffen und wieder mehr nationale Identität fördern. Dabei steht Europa doch für viel mehr als eine gemeinsame Währung oder für den Binnenmarkt. Europa ist das Zusammenleben von Menschen, egal welche Hautfarbe sie haben oder welche Sprache sie sprechen. Und Europa ist nicht zuletzt ein Friedensprojekt, das wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollten.
Ist es nicht? Was den Grünen in ihrem SED-Einheitswahn wohl bei der demokratischen Idee abhanden gekommen ist, ist die Tatsache, dass es nicht nur eine Richtung, nicht nur eine Idee und nicht nur eine Gestaltung Europas gibt. Es gibt mehr in Europa als sie in ihrer beschränkten Sichtweise erkennen wollen.
Die AFD will den Euro nicht unbedingt abschaffen, sondern den EFM. Ein Verlassen des Euros wollen sie nur grundsätzlich für möglich erklären. Warum? Ganz einfach, hier auch im Sinne von Staaten wie Italien, Spanien oder Griechenland, damit man wieder mit seinen Schulden besser umgehen kann. Denn wenn man sich nicht extern am Geldmarkt entwerten kann, dann muss man es über Gehälter machen, was oft schwer bis nicht möglich ist. Wer akzeptiert schon geringere Einkommen als im Vertrag festgeschrieben.
Was die Grünen auch nicht verstehen, ist dass genau das Zusammenleben, das zusammen Arbeiten und Studieren ein Markt ist. Seit wir wirtschaftlich so tief verzahnt sind, herrscht Frieden in Europa. Genau das wollen Sie eben nicht aufs Spiel setzen. Aufs Spiel setzt man es hingegen, wenn man an den Menschen vorbei regiert, bis diese gewalttätig reagieren, weil sie keine andere Ausdrucksmöglichkeit mehr haben.
Das alles passt aber nicht zusammen mit der Mobilisierung gegen Flüchtlinge und offene Grenzen, oder gegen die Zuwanderung aus den EU-Ländern Rumänien und Bulgarien nach Deutschland, wie sie Rechtspopulisten, Rechtsextreme und populistische Volksparteien gerne betreiben. Es passt im Übrigen auch nicht zusammen mit einer europäischen Flüchtlingspolitik der Abschottung, die es zulässt, dass Menschen vor der Grenze Europas im Meer ertrinken.
Hier gebe ich ihr ganz bewusst recht, muss jedoch einschränken, dass die AfD wie auch die CSU hauptsächlich im Sozialtourismus ein Problem sehen, nicht in der inner-europäischen Einwanderung per se. Dies mag sich bei UKIP oder FN deutlich unterscheiden.
Und es passt nicht zusammen mit einer Einstellung, die Frauen am liebsten zurück an den Herd schicken will. Kampagnen wie die der AfD-Jugend „Ich bin kein Feminist“ zeigen, dass es den Rechtspopulisten nicht um das Lösen von Problemen geht, sondern lediglich um Stimmungsmache. Denn Frauen sind in der EU noch lange nicht gleichberechtigt, nach wie vor beträgt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern 22 Prozent, nach wie vor sind Frauen deutlich unterrepräsentiert in Führungspositionen und nach wie vor stehen deutlich zu viele Frauen ungewollt am Herd. Die EU ist also noch lange nicht feministisch genug.
Sie haben aber nichts davon gesagt liebe Frau. ein AfDler hat gesagt das er kein Feminist ist, wow. Ich auch nicht, aber die Frau muss nicht an den Herd zurück, wenn SIE NICHT WILL. Und hier ist der Unterschied zwischen mir und Ihnen, ich bin bereit der Frau zu zugestehen, dass sie selbst entscheidet was sie will. Wenn sie nun mal Lehramt studiert hat, keinen Bock auf Lehrerin hat und auch nicht in die Politik will, aber gerne ihre eigenen Kinder erzieht, dann soll sie das machen. Es ist zwar Schade um die Studiengelder, die verschwendet wurden, aber das sollte eine Grüne nun auch nicht jucken oder.
Frauen sind gleichberechtigt. Warum Frauen in Führungspositionen noch unterrepresentiert sind, habe ich schon an anderer Stelle erklärt (man wird nicht mit 25 Jahren CEO meine Dame, zeigt nur das sie keine Ahnung vom echten Leben haben).
Wenn Frauen ungewollt am Herd stehen, dann doch nur weil sie es so wollen. Keiner Kettet sie heute mehr da fest! Nur würde das halt eben bedeuten, dass sie vielleicht einen Job machen müssten, auf den sie noch weniger Lust hätten. Sie sind doch auch nicht besser. Sie flüchten in die Politik, weil sie mit einem Abschluß in Politikwissenschaften auch keinen ansprechenden Job gefunden hätten. Also belehren sie Leute nicht über etwas, wovon sie am wenigsten Ahnung haben.
Ich mag die AfD eigentlich nicht verteidigen, weil ich selbst als Liberaler nur wenige Überschneidungen mit Ihnen sehe und vieles für bedenklich zu konservativ halte, aber oft ist das Bild der AfD besonders bei Linken stark verzerrt und in den Medien vorsätzlich falsch dargestellt. Deshalb muss der Unsinn dieser jungen Dame einfach mal korrigiert werden.
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